«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Elena Babak

geb. 1989

 

   Elena ist eine junge Frau aus Nikolajew. Elenas Mutter konnte wegen der Invalidität ihre elterlichen Pflichten nicht erfüllen. Das ganze Leben lang wurde Elena von ihrer Oma Ljudmila erzogen. Die alte Frau half ihrer Enkelin, eine Managerausbildung zu bekommen und eine Arbeitsstelle in einem Geschäft zu finden, auch wenn die Anstellung nicht der Ausbildung entspricht und der Lohn sehr niedrig ist.
   Elenas Oma erkrankte an Varikose des 4. Grades, die mit schrecklichen Schmerzen einherging, und unterzog sich einem chirurgischen Eingriff. Ljudmila kann nicht mehr arbeiten. Die Sorge um die alte Frau liegt jetzt vollständig auf Elenas Schultern. Vor einigen Monaten wurde bei Elena Psoriasis diagnostiziert. Sie verlor ihre Arbeit, und sie blieb mit der Oma ohne Mittel für das Leben. Für die Behandlung wurde eine unglaubliche Summe ausgegeben und Elena stürzte in die Schulden. Jetzt braucht Elena eine Infusionen-Kur für die Hautregeneration, während ihre Oma jeden Tag eine Menge Medikamente besorgen muss, um den Venentonus zu halten.
   Elena wendet sich an Schweizer Wohltäter und bittet sie um Hilfe bei der Besorgung der Medikamente für sich selbst und für die liebe Oma.

  


Jugendliche unter Leistungsdruck

   Zu allen Zeiten gab es Helden, die ihre Epoche prägten und als Vorbilder zur Nachahmung für die junge Generation galten. Erwähnt man das Mittelalter, fallen einem die Legenden und die Werke der Schriftsteller über tapfere, zuverlässige, kriegserprobte Kämpfer - die Ritter - ein. Wie steht es damit heute, im Zeitalter des Technologiebooms und der grossen Möglichkeiten, wenn mit nur einem Mausklick am PC vertrauliche Daten publiziert und weltweit bekanntgegeben werden?

   Die jungen Leute begeistern sich für die Stars unserer Gegenwart - Mark Zuckerberg, Evan Spiegel, Sergej Brin. Kein Wunder, dass diese Figuren in den Augen der Teenager so beliebt und bewunderungswürdig sind - sie sind jung, talentiert, weltbekannt, finanziell unabhängig und der Stolz ihrer Familien. Gerne verraten sie in Interviews ihre Erfolgs- und Glücksrezepte und geben den jungen Leuten zu verstehen, sie müssten aus ihrem Leben das Beste herausholen, viel Erfolg haben, also genug Geld verdienen und eine viel versprechende Laufbahn einschlagen. Schritt für Schritt versuchen die Jugendlichen, ihre Idole nachzuahmen, aber fast immer scheitert dieses Vorhaben. Ihre Niederlage kann Folge mangelhafter Motivation und unzureichender Bemühungen sein. Manchmal aber können sie nichts dafür - sie wurden in einem Land der dritten Welt geboren, ihre Familien kommen mit Müh und Not über die Runden, nahestehende Leute erkranken und es bildet sich in solchen Fällen ein riesiges Loch im ohnehin schon kargen Familienbudget. Als Folge entsprechen die jungen Leute ihren eigenen Erwartungen nicht, leiden unter Leistungsdruck, es bildet sich ein idealer Nährboden, um sich als minderwertig und nicht selten als Verlierer abzustempeln. In unserem heutigen Artikel schildern wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Geschichten zweier junger Geschöpfe - Elena Babak und Aleksej Schamraew, denen das Leben von klein auf immer wieder Steine in den Weg gelegt hat.

"Wann hört mein Leid auf?"

   Jedes Mal, wenn Elena auf ihre Familie angesprochen wird, kann sie ihr pochendes Herz kaum beruhigen. Das Mädchen wurde nur von der Mutter aufgezogen. Die Frau war behindert, das Krankenhaus war ihr zweites Zuhause und aufgrund der schwachen Gesundheit konnte sie der Tochter keine schöne Kindheit schenken. Ihre Erziehungsmethoden aber waren sehr löblich - die Worte, die sie der heranwachsenden Elena jeden Tag mit auf den Weg gab, sog das Mädchen mit Dankbarkeit auf und entwickelte sich nicht nur zu einer richtigen Schönheit, sondern erlangte Eigenschaften wie Fleiss, Gehorsam und Bescheidenheit, die heutzutage wohl eher als Ausnahme gelten und angenehm auffallen.


Die fleissige Schülerin Elena, Herbst 2001


Elena mit ihrer allerliebsten Oma, Abschlussfeier, 2006

   Der Tag, an dem Mutters Herz aufhörte zu schlagen, war der schlimmste in Elenas Leben. Ausser unerträglichem seelischem Schmerz bildete sich in ihrem Herzen eine Leere, die mit nichts auszufüllen war. Nur die Grossmutter war immer für sie da, behandelte das Mädchen geduldig und mit viel Liebe. Aus Dankbarkeit zu ihr traf Elena nach der Schule eine kluge Entscheidung - eine Uniausbildung zu bekommen. Sie freute sich darauf, als diplomierte Managerin einen Job zu finden und sich selbst und die Oma von den Fesseln einer immer bittereren Geldnot zu befreien. Elena war äusserst enttäuscht, keine fachbezogene Arbeit zu finden. Auf dem Arbeitsmarkt ihrer Heimatstadt war ihr Fach einfach nicht gefragt. Elena würde gerne in eine grössere Stadt mit mehr Möglichkeiten umziehen, aber mit zunehmendem Alter wird die Oma immer schwächer und braucht ihre Pflege. Diabetes, Varikosität, immer schwankender Blutdruck machen der älteren Frau viel zu schaffen. Elena fand eine Verdienstmöglichkeit als Verkäuferin und konnte damit die laufenden Rechnungen begleichen und der allerliebsten Oma zur Hand gehen. Ein neuer Stress liess leider nicht lange auf sich warten - bei der jungen Frau brach neulich die Hauterkrankung Psoriasis aus und als Folge wurde sie am selben Tag entlassen. Im Moment zerbricht sich die junge Frau den Kopf darüber, wie sie es schafft, Omas und ihre eigenen Medikamente, das Essen und die dringlichen Sachen zu besorgen. Aus ihrer Frage "Wann hört mein Leid auf?" hört man heraus, wie entmutigt und ratlos sie bereits ist.


Elena Babak heute

   So wie ein aufrichtiges Lächeln ist die Güte ansteckend. Wurde man von jemandes Herzlichkeit erwärmt, fühlt man ein inneres Verlangen, die Wärme weiterzugeben und jemand anderen damit zu beschenken. Liebe Spenderinnen und Spender! Wir sind im Rahmen der Weihnacht-Aktion höflich aufgefordert, zwei vielversprechenden reinen Seelen zur Hand zu gehen und ihnen in ihrer so komplizierten Lebensphase Anschub zu geben. Wer weiss, um welches Vielfaches sie dann die ihnen einmal geschenkten Werte wie Mitleid, Verständnis und Liebe an die anderen Mitmenschen weiterverleihen und unsere Welt besser gestalten werden!