«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   




Iwan Belezkij

geb. 1995

   Iwan ist ein College-Student aus Nikolajew. Er wandte sich an die Spender aus der Schweiz mit der Bitte, ihn und seine Familie zu unterstützen. Er steht im letzten Studienjahr und braucht Geldmittel, um die Studienkosten zu decken. Seiner Mutter Anshela (geb. 1974) und dem Stiefvater Andrej (1973) fällt es schwer, Iwan und seine Schwester Julia (geb. 1999) aufzuziehen. Iwans Grosseltern sind gesundheitlich schwach und brauchen eine Menge Medikamente. Die Grossmutter Lidia (Geburtsjahr 1943) leidet an erhöhtem Blutdruck, an Asthma und Arthrose und hat ein schwaches Herz. Dank den Spendern besorgte er das teure Inhalationsgerät. Für Iwans Opa Wasilij (geb. 1942) kaufte er Tabletten gegen Hypertonie. Iwan hofft auf eine weitere Spende, weil es der Familie finanziell nicht gut geht und Iwans Grossvater mehrere Medikamente braucht.

 

   

   




Auf dem Weg zum Traum

Jugend und Zukunft – dazwischen steht ein Gleichheitszeichen. „Die Symphonie unseres Lebens besteht aus den Motiven unserer Jugend“, sagte einmal der deutsche Aphoristiker Peter Sirius (1858-1913). Liebe Leserinnen und Leser, erinnern Sie sich an Ihre Jugendzeit? Wie war das? Gewiss stiessen Sie auch auf einige der Schwierigkeiten, mit denen unsere Schützlinge und Teilnehmer des Jugendprojekts Antonina Kucharskaja und Iwan Belezkij fertig werden müssen. Unsere fruchtbare Zusammenarbeit mit Ihnen, unseren Schweizer Gönnern, liess bisher viele Wünsche der Jugendlichen in Erfüllung gehen. Mehrere junge Menschen, heutige Studenten, sind Ihnen äusserst dankbar. Es kann sein, dass Sie auch ein Glücksbringer für zwei weitere nette Heranwachsende, deren Lebensgeschichten wir Ihnen näher bringen, werden und sie so ihrem Traum, eine Hochschulausbildung zu bekommen, nahe kommen.

Papas Prinzessin

Die kleine Antonina, Sommer 2000 Mit Vater, Abschlussfeier im Kindergarten,                        2004

   So nennt sie ihr Vater – und das ist wahr! Das Foto mit ihm, wo er seine kleine Tochter zärtlich umarmt und wo Antonina ein weisses elegantes Kleid trägt, dient als Beweis für diese Worte. Man schrieb das Jahr 2004, das war die Abschlussfeier im Kindergarten. Auch in der heutigen Antonina erkennt man leicht jene träumerische Prinzessin, die mittlerweile noch schöner geworden ist...
   Antonina Kucharskaja wurde im Jahr 1998 geboren. Sie hat mit ihrer Basketball-Jugendauswahl mehrmals Medaillenplätze belegt. Diese Leidenschaft für den Sport begann vor acht Jahren, als die Mutter die kleine Tochter bei der Hand nahm und zur Sporthalle brachte. Der ältere Bruder Egor (geb. 1988) war bereits da und kannte sich mit diesem Spiel bestens aus. Die Sportschule “Nadeshda” wurde für Antonina jener Ort, wo sie ihre ersten Lehren im Leben bekam und Leute mit starkem Charakter kennen lernte, darunter ihren Bruder und ihren Trainer. In fünf Monaten kommt das Ende ihrer Schulzeit.
Antonina beim Basketballtraining,                             2012 Die siegreiche ukrainische Basketball-Jugendauswahl,                                            2014
   Nun fehlt ihr noch der berufliche Werdegang… Das alltägliche Leben der Schülerin der Abgangsklasse besteht derzeit praktisch nur aus Lernen. Sie will Biologie-Pharmazeutin werden. Bereits auf der Schulbank begann sie sich auf das künftige Fach vorzubereiten. Den Lieblingsfächern Chemie und Biologie widmet sie ihre ganze Zeit.
   Auch ihre seltene Freizeit verbringt sie gerne hinter Büchern, die sie in geheimnisvolle Welten hineinreissen. Sie liest klassische Literatur wie den russischen Dichter Puschkin und sein Meisterwerk “Eugen Onegin“. Was würde besser zu einem Mädchen mit solch einer romantischen Einstellung passen?
   Antonina wuchs in einer Arbeiterfamilie – der Vater Fernlastfahrer, die Mutter Kleidernäherin – auf. Tante Nadeshda, die oft zu Besuch kommt, um Tee zu trinken und ihr Herz auszuschütten, gehört zu ihrem nächsten Familienkreis. Die arme Frau hat einen Hirntumor… Gerade im Haus von Antoninas Eltern findet sie moralische Unterstützung. Die Ärzte können es nicht riskieren, eine Operation durchzuführen und haben ihr eine Menge von Medikamenten verschrieben. Diese lange Liste liegt schon länger auf ihrem Tisch – mit ihrem Gehalt als Verkäuferin ist Nadeshda einfach nicht im Stande, dies alles zu besorgen. Ihre nette Nichte, die ein mitfühlendes Herz hat, möchte ihr so sehr irgendwie helfen. Der innige Wunsch nach Unterstützung der kranken Tante war der Hauptgrund für Antoninas Meldung beim Hilfswerk. Etwas für sich zu haben, um die Kosten für das künftige Studium bezahlen zu können, ist zweirangig, aber auch sehr wichtig.

Antonina heute

Ritter ohne Furcht und Tadel

   Im Unterschied zu Antonina ist der 19-jährige Iwan Belezkij schon Student des vierten Semesters des Colleges für Verkehr. Dieses Jahr bekommt er das Diplom in der Fachrichtung „Mechaniker-Schlosser-Autofahrer“. Auf die Frage, warum er gerade diesen Fachbereich gewählt hat, antwortet er geradeheraus: “Ständig spielte ich in meiner Kindheit mit Autos – es war meine grösste Leidenschaft!“ Die zweite war, dem Foto nach, gewiss der Fussball. Nachdem sich Iwan aber ein Bein gebrochen hatte, musste er den Fussball aufgeben. Sein gegenwärtiges Hobby ist das Tonstudio von Freunden, wo er sich als Tonregisseur versucht.
3-jähriger Iwan mit Stiefvater, 1998 Iwan beim Spielen, 1999
   Der Junge ist besorgt, ob er mit dem Studium weitermachen kann. Er möchte nicht beim Erreichten stehen bleiben, deswegen wird der Sommer 2015, die Periode der Aufnahmeprüfungen, für ihn entscheidend sein. Er träumt davon, an der Nikolajewer Schiffbauuniversität immatrikuliert zu werden. Die Mittel dafür hat die Familie kaum.
   Von frühauf musste Iwan viele Proben durchstehen: die Scheidung der Eltern, bald darauf der Tod des leiblichen Vaters, die Wanderjahre seiner Mutter Anshela (1974) mit dem kleinen Iwan auf dem Arm, die zuerst im Haus ihres verstorbenen Mannes im Dorf Kalinowka wohnte, Streitigkeiten mit dessen Mutter, welche sie am Ende einfach vor der Tür setzte. Danach Wohnheim, schwere Lebensbedingungen… Und dann endlich ein glücklicher Tag, an dem der Stiefvater Andrej (Jahrgang 1973) auftauchte. Dieser Mensch nahm bei dem Jungen die Stelle des Vaters ein und brachte ihm bei, wie man männliche Arbeit jeder Art macht. Neben Iwan erziehen die Eltern noch seine jüngere Schwester Julia.
Iwan mit dem lieben Grossvater, 2003 Besuch der Dorfverwandten: Iwan, Urgrossmutter Maria, Schwester Julia,                             2013
    Die lieben Grosseltern – Oma Lidia (geb. 1943) und Opa Wasilij (Jahrgang 1942) – waren auch immer für ihn da, brachten ihn, den Kleinen, in den Kindergarten und holten ihn ab. Es tut Iwan leid, dass die Zeit niemanden schont und dass sie nicht mehr gesund sind und wie viele Senioren altersbedingte Krankheiten haben. Wegen Arthrose und Asthma verlässt die Grossmutter selten das Haus. Bei dem Grossvater wurde eine Prostatageschwulst diagnostiziert… Die Verwandten mütterlicherseits – Grossmutter Tatjana und Urgrossmutter Maria – leben im Dorf Kalinowka. Wenn es nötig ist, Kartoffeln zu pflanzen oder zu ernten, ist Iwan ihr erster Helfer. Das Dorfleben lehrte ihn, fleissig zu sein. Seine Nächstenliebe beeindruckt: „Einmal bat mich eine alte Frau, deren Hündchen in einen Abwasserschacht gefallen war, es herauszuholen. Ich machte das ohne zu zögern und versuche immer, jedem nach Möglichkeit behilflich zu sein“, sagt Iwan, “weil unser Schicksal von unseren Taten, Handlungen und Worten abhängt.”

Iwan in der Bibliothek, 2014

   Diese Jugendlichen sind noch mit wenigen Erwachsenen-Kenntnissen ausgestattet, haben aber bereits klare Lebensziele: Antonina träumt davon, im Jahre 2015 zu studieren, Iwan möchte sein College-Studium abschliessen. Das Wichtigste für beide wäre jedoch, ihre kranken Verwandten gesund zu sehen. Wollen wir, liebe Spenderinnen und Spender, den jungen Menschen helfen, damit ihre tugendhaften Ziele nicht in die Brüche gehen und ihre ehrenwerten Träume sich verwirklichen!