«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Denis Bobrow

geb. 1997

 

    Denis erlernt den Beruf des Programmierers an einer Hochschule und ist ein vielversprechender Sportler, der bereits seit zehn Jahren Basketball spielt und zusammen mit seinem Team viele bedeutende Siege an Nikolajewer Wettbewerben - und sogar an der Jugend-EM 2012 - erlangt hat.
   Der junge Student wandte sich an die Wohltäterinnen und Wohltäter aus der Schweiz mit dem Hauptanliegen, seine Familienmitglieder zu unterstützen. Seine Mutter leidet an einer Schilddrüsenkrankheit und ist auf diverse Medikamente angewiesen. Die zuckerkranke Grossmutter erlitt einen Hirnschlag, woraufhin ihre linke Körperseite gelähmt wurde. Die betagte Frau muss therapiert werden. Zweitrangig bat Denis auch um Unterstützung für sich und seine Sportlerkarriere: Schuhe und Sportbekleidung muss der junge Basketballspieler selbst bezahlen, das Geld dafür fehlt jedoch.
   Die Mittel, die die Gönner aus der Schweiz Denis zukommen liessen, wurden für die Besserung der Grossmutter sowie für die Besorgung der Sportausrüstung ausgegeben. Die Genesung der alten Frau geht nur langsam voran und sie benötigt nach wie vor unterstützende Präparate. Zudem ist die Sportbekleidung nach mehreren täglichen Trainings schnell ausgetragen. Denis bittet die Wohltäter um nochmalige gelegentliche Unterstützung für seine dringlichsten Nöte.

 




Die Zukunft gehört den Besten!

    Während der Interviews mit den Teilnehmern unseres Jugendprojekts, welche wir Ihnen, geehrte Leserinnen und Leser, in schriftlicher Form vorstellen, sind wir immer wieder über die vielen jungen Talente in unserer schönen Stadt überrascht. Nikolajew ist ein relativ kleiner Ort mit weniger als fünfhunderttausend Einwohnern. Unter diesen Menschen sind einige junge Leute zu finden, welche eines Tages unsere Stadt in der Welt repräsentieren könnten – vielleicht als Olympiasieger in Sportarten wie Florettfechten, Trampolinturnen u.a. Es ist bewundernswert, dass es in solch einem armen Land, voll von politischen Unruhen, noch Menschen gibt, die ein hingebungsvolles Leben führen, die Ehre des Staates verteidigen und ungeachtet der Geldverlegenheit ihrer Berufung treu bleiben. Diese jungen Talente sind aber auch reif genug, um die Nöte ihrer Familienmitglieder zu verstehen und teilnahmsvoll zu sein.

Glänzender Basketballspieler

   Unser erster Protagonist heisst Denis Bobrow. Was harte Arbeit bedeutet, weiss der 18-jährige bereits seit seiner frühen Kindheit. Seit zehn Jahren spielt er Basketball und hat mit seinem Team bereits die ganze Ukraine sowie einige Länder der ehemaligen UdSSR bereist – und dabei schon oft Ehrenpokale in seinen Händen halten können. Seinem Training widmet sich das junge Talent mit voller Hingabe: Täglich stehen zwei Trainingseinheiten für jeweils zwei Stunden auf dem Programm.

Klein-Denis – schon da fasst er einen „unsichtbaren“ Ball, 1999

   In seiner Familie wird Sport gross geschrieben: Mutter Tatjana (geb. 1968) betrieb professionell Leichtathletik, Vater Nikolaj (geb. 1957) und Bruder Aleksandr (geb. 1988) spielten Fussball. Denis erinnert sich gerne an jene Familienabende, als sie sich alle zusammen die Fusball-Weltmeisterschaft im Fernseher anschauten und Wetten abgaben, wer Sieger oder Top-Torschütze wird. Der Vater erkannte das sportliche Potenzial in seinem Sohn sehr früh und dachte, er würde in seine Fussstapfen treten und auch Fussballer werden. Denis aber entschied sich für den Sport „der hohen Menschen“, wie man Basketball umgangssprachlich in der Ukraine nennt. Sein Naturtalent in diesem Sport spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Denis als junger Basketballspieler in der Sporthalle „Nadeshda“, 2007

   Denis‘ Vater ist mittlerweile pensioniert. Er war eine Militärperson, weshalb die Familie oft den Wohnort wechseln musste. So lebten die Bobrows eine Weile auf der Krim, wo der kleine Denis den Kindergarten in der Stadt Simferopol besuchte. Danach wohnten sie zeitweilig in den östlichen Städten Donezk und Dnipropetrowsk. In Dnipropetrowsk musste die vierköpfige Familie zusammengepfercht in einem kleinen Zimmerchen leben. Es war eng, doch das Wichtigste war, dass sie zusammen sein konnten. Es gelang Denis sowohl die Erwartungen seines strengen Vaters, der immer wollte, dass aus ihm ein guter Sportler wird, als auch die Wünsche seiner Mutter, ein guter Student zu sein, gleichermassen zu erfüllen. Letztes Jahr entschied er sich für eine Hochschulausbildung und erlernt nun den Beruf eines Programmierers.

Denis beim Basketballspielen, 2015

   Denis wusste bereits von klein auf, dass er eines Tages seinen Eltern helfen möchte. Er träumt von finanzieller Sicherheit und davon, seinen gesundheitlich angeschlagenen Verwandten (Beeinträchtigung der Schilddrüse bei seiner Mutter und Zuckerkrankheit bei seiner Oma) zu helfen.
  Der Alltag eines Sportlers verlangt nicht nur vollen Einsatz, sondern auch finanzielle Investitionen: Sportkleidung, Schuhe usw. müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Denis‘ sehnlichster Wunsch ist, sich eines Tages der Profi-Basketballliga anzuschliessen und wir sind uns sicher, dass er dieses Ziel erreichen wird. Wir wünschen dem jungen Talent viel Erfolg und hoffen auf grosszügige Gönner, welche ihm bei der Erfüllung seines Traumes helfen.

Vielseitiges Talent mit strahlendem Lächeln

   Die Studienanfängerin Anna Dudkina (geb. 1997) kennt das Gefühl von Aufregung und Angst von ihren Tanzauftritten auf der Bühne und sie hat mit der Zeit gelernt, damit umzugehen. Doch nun hat die junge Erwachsene mit viel grösseren Ängsten zu kämpfen: Anna und ihre Mutter Ilija (geb. 1978) leben in ständiger Sorge um den Vater, der als Militärperson im Streitgebiet der Ukraine stationiert ist. Die Mutter lenkt sich mit ihrer Arbeit als Kundenbetreuerin in einem Privatbetrieb ab und Anna mit ihrem Studium an der Universität. Abends pflegen die beiden den kranken Grossvater, der bereits zwei Hirnschläge erlitten hat. Yoga hilft dem zerbrechlichen Mädchen, das innere Gleichgewicht nicht ganz zu verlieren.

Anna mit fünf Jahren, Herbst 2002

   Am Tag unseres Interviews eilte Anna schnell aus der Schule nach Hause, denn erstmals seit langer Zeit war es dem Vater erlaubt, seine Familie zu besuchen. Das Mädchen ging zuerst in die Apotheke, wo es die Medikamente für die an chronischer Bronchitis erkrankte Grossmutter holen musste und bereitete dann das Abendessen für die Familie zu.

Anna mit ihren Eltern, Abschlussfeier im Kindergarten, Mai 2005

  Anna hatte sich schon lange gewünscht, dass ihr Vater endlich heimkommt und sie alle zusammen am Tisch sitzen und über die unbeschwerten alten Zeiten und ihre frühen Kindheitserinnerungen reden können. Zum Beispiel das eine Mal, als ihr Opa sie an einem kalten Tag im Winter von der Schule abholte und es so kräftig schneite, dass er die Zweitklässlerin auf den Armen nach Hause tragen musste. Nur das Thema Geld wurde am Tisch totgeschwiegen, denn keiner wollte sich an diesem besonderen Tag die Laune verderben lassen.

Anna mit ihrem Lieblingsgrossvater, Winter 2007

  Anna erzählte uns, dass ihr Vater sehr streng war, wofür sie heute aber dankbar sei. In Gruppen zeige sie gute Führungsqualitäten, was sie von ihm gelernt habe. Als künftige Ingenieur-Programmiererin möchte Anna den kostenpflichten Militärvorbereitungskurs machen, militärischen Dienstgrad bekommen und sich so einen guten Job im Staatsapparat sichern. Doch die Bedürfnisse der kranken Familienangehörigen stehen an erster Stelle.

Anna vor einem Auftritt in der Tanzschule, 2009

Die junge Anna neulich, 2016

  Liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, wir finden, dass wenn man ein Talent hat, dieses nicht vergeudet werden sollte. Denis und Anna gehören zu solchen seltenen Talenten und wir bitten Sie höflich, diese jungen Menschen zu unterstützen!