«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Dmitrij Bojko

geb. 1996

 

   Dimitrij studiert Schiffselektrotechnik an der Polytechnischen Hochschule in Nikolajew. Sport ist ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, allem voran Karate. Sein Ziel ist es, Meister zu werden und den schwarzen Gürtel zu erwerben. Doch der finanzielle Zustand der Familie erschwert es ihm, diesen Traum zu erfüllen.
   Die Mutter des Jungen, Aljona (geb. 1976), leidet an einer vegetativ-zirkulatorischen Dystonie, Varikose und Bluthochdruck, weshalb es schwierig für sie ist, eine Arbeit zu finden. Die beiden Grossmütter von Dmitrij - Walentina (geb. 1950) und Alla (geb. 1947) - sind bereits pensioniert und erhalten eine sehr kleine Altersrente. Und auch sie leiden an einer vegetativ-zirkulatorischen Dystonie und Bluthochdruck. Walentina ist zudem aufgrund schwerer Hüftprobleme gehbehindert und Dimitrijs Oma Alla leidet an einer Gesichtsnerv-Entzündung. Dank der finanziellen Hilfe aus der Schweiz konnte Dimitrij die notwendigen und teuren Medikamente für seine Familie besorgen, allerdings nur für eine gewisse Zeitspanne. Einen Teil des Geldes hat der Junge auch in seine sportlichen Aktivitäten investiert. Der Student bedankt sich bei den Gönnern für den Beistand und wendet sich erneut an alle gutherzigen Menschen, mit der Hoffnung auf weitere Unterstützung.

 

 




Auf rauhen Pfaden zu den Sternen

   Man fragte einmal einen geschickten englischen Gärtner, was das Geheimnis seines Erfolges und seines perfekten Jobs wären. Ohne lange nachzudenken erwiderte der Mann: „Ich habe keine besonderen Tricks. So wie meine Verfahren mähe ich den Rasen jeden Tag, bei jedem Wetter und so Jahrzehnte lang. Und das lohnt sich. Das Resultat spricht für sich selbst – alle können von dem Werk meiner Hände begeisternde Blicke nicht abreissen.“ Ja, so ist unser Leben. Keine grossen Leistungen können von sich selbst vorkommen oder Produkt der Zufälligkeit sein. Das Sprichwort „Ohne Fleiss kein Preis“ klingt jedem von uns vertraut. Demzufolge ist der Mensch selbst der einzige Urheber seines Glücks. Wie muss man aber darauf reagieren, wenn die unüberwindlichen Schwierigkeiten auf den Weg treten, auf die wir keinen einzigen Einfluss haben? Und jeder neue Versuch, den Hindernissen Widerstand zu leisten, endet sich stabil mit einer Niederlage. Die zwei Jugendlichen, die unsere wohltätige Stiftung unter die Obhut nahm, werden als zielbewusste, kreative, zukunftsorientierte Personen charakterisiert. Leider spielen ökonomische Krise in unserem Land und totaler Rückgang in allen Lebenssphären eine erste Geige, und so schade, dass niemand daran interessiert ist, ihnen für die Realisierung ihrer würdigen Vorhaben einen Schub zu geben. Liebe Gönnerinnen und Gönner, wir bieten Ihrer Aufmerksamkeit den Artikel, in dem wir Ihnen zwei junge Seelen beschreiben, zwei Persönlichkeiten, die sicherlich viel Nutzen für unsere Gesellschaft bringen könnten. Wir stellen Ihnen Anna Sarafim und Dmitrij Bojko vor!

Engel mit eisernen Flügeln

   Diese Kennzeichnung passt zu Anna Sarafim (1999) am besten. Harmloses, zartes und vielleicht naives Mädchen mit dem Neugierfunken in den Augen. Der Poet würde sie als einen hübschen Engel schildern. Doch im Laufe des Gesprächs gewinnt man auch einen anderen Eindruck über sie. Ihre innere Stärke, sozusagen eiserne Flügel, der Fleiss, ihre feste Überzeugung den einmal ausgewählten Weg zu gehen und die Bereitschaft, den Schwierigkeiten mutig entgegenzutreten, verdienen Lob und Bewunderung.

Anna vor dem Training, 2013 Annas Auftritt mit der Band, 2012

   Wie erwähnt, bietet das Leben hier in der Ukraine keine rosigen Aussichten. Einige Leute finden sich mit dem tiefen Sozialstand ab, die anderen begeben sich nach der Suche nach einem besseren Leben. Jahrelang mussten Annas Eltern in die Hauptstadt gehen und sich da an beliebige, auch wenig bezahlte Arbeit machen, um die Kinder grosszuziehen. Ausser Anna haben sie noch zwei kleine Töchter Elisaveta (10) und Kristina (1). Anna versteht die Lage ihrer Familie mit bescheidenen Möglichkeiten und verlangt von ihr keine grosse Unterstützung und Investitionen in ihre Zukunft. Das Mädchen hat eine sehr reiche innere Welt, die ihren Ausdruck im Tanzen findet. Annas Grazie, wie sie die Musik fühlt und ihren Körper beherrscht sind einfach verblüffend! Dann setzt sie sich ans Klavier und musiziert eine schöne rührende Melodie. Sie fühlt jeden Akkord und man sieht, wie jeder Klang ihre Seele mit Harmonie einfüllt. Anna studiert in Nikolajewer Fachschule Choreografie. Da wird sie als eine begabte Studentin bezeichnet. Der Staat ist leider nicht in der Lage, die Bürger mit allem Nötigsten zu versorgen, auch wenn es junge, für gute Vorhaben offene Talente sind. Das Mädchen hat keine Möglichkeit, seine Begabung weiter zu entwickeln und es zu realisieren. Die Kostüme für die Auftritte werden von eigener Tasche finanziert. Hat man keine, nimmt man an den kostspieligen Trainings und Aufführungen nicht teil. So bleibt man als Tänzerin von den anderen ein Schritt zurück.
   Annas Traum ist es, ihren Job gut zu beherrschen und die Tanzschule für die Kinder zu gründen. Ihrer Meinung nach könnte sie die Kleinen sinnvoll beschäftigen, sie vom „Einfluss der Strasse“ schützen, d.h. wenn die Kinder ohne Aufsicht der Älteren sich selbst überlassen sind und dadurch keine richtigen Freunde finden, dazu noch Alkohol, Drogen... Anna würde so gerne kleine Herzen mittels Tanzen mit Ästhetik und geistlicher Schönheit ausfüllen und sie zu den würdigen Bürgern ihres Landes vorbereiten…

Anna, neulich Anna nach dem Unterricht, Herbst 2015

Kämpfer auch im Leben

    Dmitrij Bojko (1996) ist der Junge, über den man sagt, ein kräftiger Körper stärkt den Geist. Er treibt professionell Karate und hat es in den Plänen, den schwarzen Gürtel zu bekommen. Dabei vergisst er sein Studium nicht und beherrscht in der Berufsschule das Fach „Elektromechanik“. Der Mittelpunkt seines Lebens bleibt aber die Familie – allein stehende kranke Mutter Aljona (geb. 1976) und betagte, von Schmerzen und Alterskrankheiten geplagte Grossmütter Walentina (Jahrgang 1950) und Alla (1947). Dmitrijs Vater verliess die Familie vor circa 8 Jahren. Wie viel Mal Dmitrij ihn vermisste, wie väterlicher Rat ihm fehlte! Unser Held wurde von Vernunft her ziemlich früh erwachsen. Er verstand, dass sich niemand ausser ihm um seine Familienangehörigen kümmern würde. Er versprach sich, alles zu machen, was in seinen Kräften liegt, um ihr Leiden zu mildern. Er träumt davon, Mamas Varikose und Hypertonie gründlich heilen zu lassen, sowie einen würdigen Lebensabend den beiden Omas zu sichern. Als Mittel dazu würde ihm sein Job dienen. Man muss gute Leistungen haben, um sich im Weiteren professionell auf dem Arbeitsmarkt zu zeigen. Ohne Ausbildung in der Zeit der vernichtenden Krise sind seine Chancen, den Nächsten Halt zu bieten, so gut wie Null. Die Gesundheit Dmitrijs Verwandten wird von Tag zu Tag nicht besser. Er weiss nicht, was er weiter machen könnte, um die Lage zu verbessern. Dmitrij sieht sich in der Zukunft als gesetzhörigen Mann, Stütze für seine Familie, Freunde, seine Stadt, sein Land, die Gesellschaft insgesamt, dem die Worte Mitleid, Hilfe als wichtigste Kennzeichen seiner Person wären.

Dmitrijs Sieg im Karate-Wettkampf, 2013 Dmitrijs Einschulung, 2002

   So passiert es öfters, dass die Schwierigkeiten und Not Talent sowie hellste humanitäre Bestrebungen nicht realisieren lassen… Wir wären sehr glücklich, mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, unseren zarten Küken – Anna und Dmitrij – zur rechten Zeit Hand zu reichen und die Beiden ihre Schwingen entfalten zu lassen! Wohl für die Anderen, hohe Moralprinzipien und Altruismus – genau das fehlt unserer heutigen Gesellschaft. Und wie erfreulich ist es zu begreifen, dass es junge kraftvolle Seelen gibt, die bereit sind, diese Werte grosszügig zu säen!



Dmitrij pflegt seine kranke Grossmutter, vor kurzem Dmitrij, später Herbst 2015