«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Maria Kamenewa,

geb. 1998

 

   Maria ist Schülerin der elften Klasse, die davon träumt, im Jahre 2015 an der Kiewer Universität immatrikuliert zu werden, um Linguistik zu studieren. Das Mädchen wuchs ohne Vater in der Familie ihres Opas, dessen Familiennamen sie trägt, auf. Ihre Lieben sind Mutter Natalia (1975), Friseurin von Beruf, und ihre pensionierten Grosseltern, die Hilfe bräuchten. Die Oma hat eine kranke Leber und kranke Nieren, der Grossvater leidet an der chronischen Krankheit Asthma. Natürlich möchte Maria, dass ihr Traum, was die berufliche Laufbahn angeht, eines Tages in Erfüllung geht. Vorrangig ist aber für sie, irgendwie der Familie zu helfen, darum hat sie sich bei der SOS GERASJUTA Stiftung gemeldet. Dank den Zusendungen aus der Schweiz wurde die Lage der Familie wesentlich erleichtert. Maria besorgte für ihre Grossmutter aufwendige Medikamente, bezahlte Ultraschalluntersuchungen. Für sich selber kaufte sie warme Schuhe und Lehrbücher. Die Schülerin hofft auf einen weiteren Beistand der offenherzigen Leute aus der Schweiz.

 

 




Ein Eisberg, der Traumschiffe zum Sinken bringt

 

Jeder Mensch hat einen Traum. Es ist etwas unfassbares, was eine Person beflügelt, und mehr Kraft das Leben weiter zu führen gibt. Ein Traum schenkt die Hoffnung, und manchmal sogar erfüllt das Dasein mit dem Sinn. Man kann ohne ihn nicht leben, nur noch existieren. Illusionen sind wie ein Schiff, der in den tiefsten Ozeanen schwimmt, bis er den Zielort erreicht. Aber manchmal trifft das Traumschiff einen Eisberg, der ihn zum Sinken bringt. Die zwei jungen Seelen, Maria Kamenewa und Witalij Nechorosch, über denen wir Ihnen, liebe Spender und Spenderinnen, erzählen möchten, haben sehnlichen Wunsch, der gleich wie ein Traumschiff die Seen überquert. Doch am Horizont ist ein Eisberg sichtbar. Und sein Name ist Armut.

Zukünftige Wissenschaftlerin

   Diesen heiligen Namen trägt ein nettes Mädchen aus Nikolajew, dessen Geschichte wir Ihnen anvertrauen möchten. Maria (geb. 1998) ist eine fleissige Schülerin einer Abschlussklasse eines lokalen Gymnasiums. Sie zeigt gute Leistungen beim Lernen, besonders leicht fallen Maria Geistwissenschaften, wie z.B. Geschichte, Englisch, ukrainische Sprache, Literatur, und diese Liste kann man locker fortsetzen. Sie redet gern sowie über ukrainische Dichter, als auch weltbekannte Klassiker der Literatur. Falls jemand mehr über Kiewer Rus oder noch etwas erfahren möchte, dann ist Maria ein guter Gesprächspartner für ihn. Sie kennt sich in historischen Ereignissen sehr gut aus, weil sie gern Bücher darüber liest.

Maria mit der Mutter zu Hause, 2009

   Maria ist mit der Grossmutter Galina (geb. 1938) und ihrer allein stehenden Mutter Natalia (geb. 1975) aufgewachsen. Ihr Vater, den sie nur ein Paar Mal gesehen hatte, verliess Maria’s Mutter als sie noch schwanger gewesen war. Er unterstützt seine Exfrau und seine Tochter auf keiner Weise. Er leistet weder psychologische, noch finanzielle Hilfe. Natalia hat Geruchsallergie, doch um ein bisschen Geld zu verdienen muss sie als Coiffeur arbeiten, und dabei chemische Stoffe einatmen sollen. Das ist schädlich für ihre Gesundheit, doch Natalia hat keine Auswahl sonst.

Marias Feierabend, 2003

   „Heutige Jugendlichen sind nicht so verantwortlich und vernünftig wie früher“ – das ist nicht über Maria. Sie hat grosse Pläne für die Zukunft. Am Anfang ist es natürlich eine gute Ausbildung zu bekommen. Ihr Traum ist es, in einer der besten Universitäten in Kiew immatrikuliert zu werden. Aber sie befürchtet, dass wenn sie keinen gebührenfreien Platz kriegt, bleibt dieser Wunsch unerfüllbar. Das ist ja nicht zu verwundern, weil das Studium in Kiew Zehntausende von Griwna kostet. Und Maria’s Mutter mit ihrem kleinen Lohn kann es sich auf keinen Fall leisten. Ein Teil des Einkommens muss die Familie für Medikamente ausgeben. Nämlich Maria’s Grossvater Garrij (geb. 1937) leidet an Bronchialasthma und Oma Galina hat Probleme mit den Nieren und mit der Leber.
   Doch Maria ist immerhin sehr optimistisch, das kann man ihr nicht absprechen. Sie sieht fröhlich aus, und motiviert sich nur auf das Bessere.

   

Maria mit Cousine und Grossvater unterwegs, 2002

Maria im Gymnasium, 2014

Sport stört das Studium nicht

   Witalij (geb. 1998) ist ein ernster junger Mann, der weiss, dass wenn man im Leben etwas erreichen will, muss man hartnäckig daran arbeiten. Er studiert im vierten Semester an einer technischen Hochschule. Schiffselektromechaniker – so heisst sein zukünftiger Beruf. Genau wie bei Maria, ist sein Traum eine ehrenvolle Ausbildung. Nach dem Abschluss der Hochschule möchte er seinen akademischen Weg weiter gehen und seine Kräfte in einer der besten Universitäten der Stadt auszuprobieren.

Witalij spielt mit der Katze, 1999

   Witalij ist ein sportlicher Junge. Er hat schon viele Sportarten versucht und überall hat er grosse Fortschritte gemacht. Solche seltene Sportarten, wie Aquathlon (Ringen unter dem Wasser) oder Rettungsschule ist ein Alltagsding für ihn. Zurzeit treibt er Feuerwehrsport. Das gefehlt ihm sehr und es wurde ihm sogar eine Trainerkarriere vorgeschlagen, aber bis er volljährig wird, kann er sich das noch überlegen. Er hat auch vor, den jüngeren Bruder an den Sport heranzuführen.

Witalij auf dem Neujahrfest im Kindergarten, 2000

   Witalij wohnt mit den Eltern und jüngerem Bruder Andrej(11 Jahrgang) in einer zweiräumigen Wohnung. Wegen des Abbaues, ist seine Mutter, Tatiana (geb. 1979), arbeitslos. Sein Vater Nikolaj (geb. 1976) ist bei einem Betrieb als Installateur teilweise tätig. Das heisst, wenn es die Arbeit gibt, dann hat Nikolaj eine Möglichkeit, ein wenig Geld zu verdienen. Sein Verdienst reicht kaum, um dem dringenden Bedarf der Familie abzudecken. Aus diesem Grund bevorzugt Witalij möglicherweise seine Eltern um Geld nicht zu bitten. An der Hochschule bekommt er ein Grundstipendium, das er für Fahrgeld und seine eigenen kleinen Bedürfnisse ausgibt. In der Wohnung musste man schon lange Reparaturen bis Winter machen. Wenn es draussen kalt ist, werden die Wände nass und wegen der Feuchtigkeit ist die Familie oft erkältet. Also, die Wohnbedingungen lassen viel zu wünschen übrig. Was auch für Witalij wichtig ist, ist Gesundheitszustand seiner Oma Natalia (geb. 1952). Nämlich leidet sie an Hypertonie, Pankreatitis und hatte dreimal Magengeschwür. Natalia braucht ständige Behandlungen und Medikamente. Witalij hat seine Grossmutter sehr lieb, und möchte ihr helfen.

Witalij mit seinem Bruder am Meer, 2006

   Deshalb entschied Witalij fest, an der Verbesserung des materiellen Zustandes teilzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er zuerst eine gute Ausbildung bekommen. Wenn er es schafft, an der gewünschten Universität zu studieren, und seinen Beruf in vollem Masse zu begreifen, kann er dann als Elektromechaniker auf einem Schiff arbeiten. Und dann wird er in der Lage sein, die Familie finanziell zu unterstützen.

Witalij in der Bibliothek, 2014

   Der Traum ist wie eine zärtliche Blume: man muss sie beschützen, mit Liebe giessen, an die fest glauben. Und nur dann blüht sie in voller Schönheit auf. Wollen wir, liebe Spender und Spenderinnen, diesen zwei jungen Leuten helfen, ihre edlen Ziele und Wünsche zu erreichen.