«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Alina Maletschko

geb. 1995

 

Alina ist eine ehemalige Studentin der Nikolajewer Universität und hat in diesem Jahr mit dem erfolgreich abgeschlossenen Bachelorstudiengang in Sprachwissenschaft eines ihrer grössten Ziele erreicht. Die junge Frau ist sehr zielbewusst und begabt. Sie hat eine Musikschule besucht und spielt perfekt Gitarre.
 Alina wohnt zusammen mit ihrer Mutter Irina und Grossmutter Galina in einer kleinen Wohnung. Ihre Eltern trennten sich, als sie zwei Jahre alt war. Alinas Bruder studiert und wohnt in einer anderen Stadt, weit weg von zu Hause. Ihre Mutter Irina leidet an Hypertonie. Die Blutdruckschwankungen quälen sie schon seit langer Zeit und auch bei der Grossmutter sind ähnliche Beschwerden zu beobachten.
 Dank den Spendengeldern aus der Schweiz konnte Alina ihre Studienkosten decken und half ihrer Mutter bei der Bezahlung von Rechnungen. Ausserdem konnte sie ihre Mutter und Grossmutter mit notwendigen Medikamenten für die Regulierung der Blutdruckschwankungen versorgen. Die Frauen bedanken sich ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern für die geleistete Hilfe.
 Alina ist momentan auf der Suche nach einem Job, konnte wegen der mangelnden Berufserfahrung jedoch noch nichts finden. Sie wäre für weitere Unterstützung sehr dankbar.

   
     




Schonungsloses Schicksal in zartem Alter

   Wenn man jung und gesund ist, scheint alles möglich und man glaubt, jeder Aufgabe gewachsen zu sein.
    Liebe Leserinnen und Leser, was fällt Ihnen beim Wort „Jugend“ als erstes ein? Naivität? Mangel an Lebenserfahrung? Die Welt durch die rosarote Brille sehen? All das mag richtig sein, doch auf unsere Protagonisten Alina Maletschko und Jurij Woskobojnikow treffen diese Dinge nicht zu. Beide mussten früh erwachsen werden und die Verantwortung für ihre Familien übernehmen. Auf Ihr Verständnis hoffend, offenbaren die beiden jungen Menschen hier ihre Lebensgeschichten.

Alina auf der Bühne der Musikschule, 2001

Auch Prinzessinen weinen

   Das erste Mal seit langem nimmt sie heute wieder ihre Gitarre in die Hand, welche einsam im Ecken ihres Zimmers steht. Auf unsere Bitte hin spielt sie heimatliche Klänge, während sie uns von ihrem Leben erzählt.
   Alina Maletschko wurde im Jahr 1995 in Nikolajew geboren. Auf die Frage, wie ihre Kindheit war, schlägt sie ihre schönen Augen empor und sagt: „Doch, die war glücklich. Unsere Mutter hat alles für meinen zwei Jahre jüngeren Bruder Aleksandr und mich gemacht. Sie hat ihr Bestes gegeben.“ Alinas Mutter Irina (geb. 1974) blieb nach der Scheidung von ihrem Ehemann mit ihrer damals zweijährigen Tochter und dem vier Monate altem Sohn alleine zurück. Die darauffolgenden zehn Jahre hatte sie mit dem Trennungsschmerz zu kämpfen, konnte niemandem mehr trauen und widmete ihr Leben voll und ganz den Kindern. Früher schuftete Irina als Putzfrau, heute ist sie als Kassiererin tätig. „Solange ich denken kann, waren immer die Grosseltern mütterlicherseits da. Wir haben schon immer zusammengelebt“, erinnert sie sich. Der Opa war der einzige Ernährer der Familie und der Beschützer der beiden Enkel. Mit einem Lächeln im Gesicht erzählt Alina weiter: „Wenn wir rumwursteten, stand er uns immer zur Seite.“ Leider schied er infolge eines Gehirnschlags zu früh aus der Welt.

Alina mit Mutter Irina und Bruder Aleksandr, Frühling 2001

   Mit nur sieben Jahren erlebte Alina somit einen zweiten grossen Verlust. Ihre Trauer liess Alina in die Musik fliessen. „Mir schien, als hätte sich sogar meine Stimme beim Singen verändert“, fügt sie nachdenklich hinzu. Besonders den Auftritt ihres Chors in der Kirche im Jahr 2002 hat sie gut in Erinnerung. Als „Engelschor“ wurden die Mädchen, mit Alina als Vorsängerin (siehe Foto), bezeichnet. Zum Zeitpunkt des Auftritts war ihr Grossvater bereits verstorben und wie Alina sagt, war jenes Lied ihm gewidmet. Seit jeher verbindet Alina eine enge Freundschaft zu ihrem Bruder, doch leider lebt der Studienanfänger nun in einer anderen Stadt und das Geschwisterpaar sieht sich nur selten.

Alina als Vorsängerin des „Engelchores“, Auftritt in der Kirche, Weihnachten 2002

   Im Jahr 2008 schloss sie erfolgreich die Musikschule ab. Mit jeder Prüfung, die sie ablegen musste, festigte sich ihr Charakter noch ein Stückchen mehr. Für das Studium entschied sie sich dann für das Fachgebiet „Angewandte Linguistik, Englische Philologie.“ Die 21-jährige steht kurz vor ihrem Abschluss und freut sich auf den beruflichen Weg, der auf sie zukommt.
   „Der Glaube ist mir immer eine grosse Hilfe“, sagt die junge Frau am Ende des Gesprächs. Sie hoffe auf die Unterstützung von ehrenwerten Wohltätern für sich selbst und ihre mittellose Familie - vor allem für ihre an Bluthochdruck leidenden Grossmutter und Mutter.

Studienanfängerin Alina, Herbst 2012

Der bittere Geschmack des Leidens

   Wenn man sich mit dem 17-jährigen Studenten des Agrarlyzeums Jurij Woskobojnikow unterhält und das für ihn magische Wort „Auto“ ausspricht, leuchten seine Augen auf und er kann stundenlang über sein Lieblingsfach (Automechanik) sprechen. Er zählt verschiedenste Automarken auf, erklärt, wie man sie restaurieren und modernisieren kann und wie die einst schäbigen Fahrzeuge wie brandneu aussehen, nachdem er mit Gleichgesinnten seine Ideen in die Tat umgesetzt hat.

Klein-Jurij, 2000

   „Goldene Hände und kluger Kopf“ nennt man solche Meister. Im Fall von Jurij kommt noch ein warmes und liebevolles Herz hinzu. Das beweist unter anderem seine langjährige Freundschaft zu seinem Nachbarn. Der Mann ist Maler und wurde infolge einer Krankheit gelähmt. Jurij geht oft bei ihm vorbei, bringt ihm Rahmen für seine Bilder oder Lebensmittel mit. Manchmal basteln sie etwas zusammen – besonders das Basteln mit Metall fasziniert die beiden. Als nächstes Projekt steht eine Vogelfigur aus Uhrwerken an.

Jurij am Kindergartenfest, Sommer 2003

  In was für eine Art Familie wachsen solche kreative und herzliche junge Menschen heran, fragen Sie sich? In diesem Fall in einer einfachen Arbeiterfamilie. Jurijs Mutter Tatjana (geb. 1976) arbeitete unter anderem als Putzfrau in einem Zoo und die Grossmutter Sinaida (geb. 1950) war als Gipserin tätig. Sein leiblicher Vater ist vor langer Zeit verstorben und es ist der Stiefvater Stanislav (geb. 1976), den Jurij „Papa“ nennt. Stanislav hat schon immer die Rolle des männlichen Vorbilds für den jungen Jurij und seine beiden Brüder Witalij (geb. 2005) und Michail (geb. 2011) eingenommen. Dass die Tuberkulose, an welche Stanislav erkrankt ist, ihm so viel Kraft raubt, setzt der Familie schwer zu. Für die dringend nötige Regenerationskur für seinen Körper fehlen die finanziellen Mittel.

Jurij mit Mutter Tatjana und Bruder Witalij, 2014

  Die Pechsträhne hört hier aber leider nicht auf: Die Mutter leidet an einer kranken Schilddrüse und ist auf eine grosse Menge Hormonpräparate angewiesen. Und auch die Grossmutter braucht wegen ihrer Beschwerden mit dem Blutkreislauf, die sie seit einem Schlaganfall hat, teure Medizin. Ob Jurij sein Studium fortsetzen kann, ist im Moment fraglich, weil das nötige Geld dafür nicht vorhanden ist. „Diese verhängnisvolle Zeit wird doch irgendwann vorüber sein“, hofft der junge Mann und bittet um Hilfe bei den ausländischen Spenderinnen und Spendern.

Autoliebhaber Jurij, neben dem Wagen seines Onkels, Sommer 2015

  Wahre altruistische Freundschaft macht das Glück strahlender und vermindert das Unglück. Darauf hoffen unsere Bedürftigen, die Teilnehmer des Jugendprojekts Alina und Jurij. Liebe Spenderinnen und Spender, wir danken Ihnen im Voraus für Ihr wertvolles Engagement.