«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Weronika Mescherjakowa,

geb. 1996

 

   Weronika ist mit ihrer Mutter Olga (geb. 1974), Grossmutter Klawdija (Jahrgang 1938) und dem Stiefvater Igor (1969) unter einem Dach eingeengt. Nachdem sie den Beruf der Köchin und Konditorin erlernt hatte, hoffte die junge Frau, dass sie eine gute Arbeit finden und ihren Verwandten würde helfen können. In den meisten Cafés sind die Arbeitsbedingungen schwer und Weronikas Gesundheit liesse sie nicht mühelos eine 12-stündige Schicht schaffen. Es gelang ihr dagegen, einen Nebenjob in einem anderen Bereich, nämlich beim Korrespondenzversand, zu finden. Ihr Lohn dafür ist bescheiden. Die Familie befindet sich derzeit in schwieriger finanzieller Lage. Fast das ganze Einkommen wird für die Medikamente ausgegeben. Weronika wird von einem Magengeschwür und Zuckerkrankheit bedroht. Ihre Oma leidet an Osteoporose, einer anhaltenden Bronchitis und Zuckerkrankheit, ihr wurden auch die Gallenblase und ein Brusttumor herausoperiert, ausserdem hat die Frau kranke Nieren und ein schwaches Herz. Sie muss täglich zahlreiche Präparate einnehmen, für deren Besorgung es gar kein Geld gibt. Weronikas Mutter kann sich auch nicht bewerben, denn sie muss sich ständig um die Grossmutter kümmern. Olga zeichnet sich ihrerseits auch nicht durch eine kernige Gesundheit aus, sie hat Varikose und Senknieren, die nur mit Phytopräparaten behandelt werden können. Igor ist Alleinverdiener, der als Tischler für einen miserablen Lohn bei einem Betrieb tätig ist.
   Die von Schweizer Gönnern geleistete Hilfe linderte die Not der Familie – Weronika konnte die notwendigen Medikamente kaufen. Sie dankt allen Wohltätern und bittet um weitere Unterstützung, weil die chronischen Krankheiten ihrer Nächsten eine dauernde Behandlung erfordern.

 

 


Zielstrebig und trotzig gegen alle Hindernisse

   Ein glückliches neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser! Was wird das anbrechende Jahr 2017 wohl bringen? Von solchen Gedanken begleitet beginnen wir jeden neuen Tag. Die beiden bedürftigen Jugendlichen Weronika Mescherjakowa und Jewgenij Kucharskij offenbarten uns ihre Lebensgeschichten, die man für Sie aufs Papier gebracht hat.
   Liebe Gönnerinnen und Gönner! Von Ihrer eventuellen Spende hängt auch ab, wie erfolgreich diese neue Periode für unsere Helden und deren gesundheitlich angeschlagenen Nächsten verlaufen wird. Es gibt ja das Wort: „Wer klopft, dem wird geöffnet.“.

   
Weronika mit Spielzeug, 2000

 

«„Jeden Tag die Leute glücklich machen!“»

   Die 20-jährige Weronika hat für sich ihre eigene Glücksformel gefunden. Die junge Konditorin leistet ihren Teil dazu, indem sie mit ihrem Feingebäck oder einer Torte gelegentlich die Geburtstage ihrer Freunde und guten Bekannten verschönt. „Glücksbringer!“ hört sie dann die Menschen sagen und lächelt sie voller Freude an...

   
Die Schulanfängerin Weronika mit der Mutter, September

   Weronika (die Mutter gab ihrer Tochter diesen Namen nicht zufällig – so heissen ihre Lieblingsblumen und das neugeborene Kind war die Verkörperung von allem Schönen) wurde Mitte der 90er Jahre geboren. Damals erlebte jeder schwere Zeiten wegen Geldnot und Arbeitslosigkeit und ihre Familie bildete hier keine Ausnahme. Den leiblichen Vater kannte sie nicht, der hatte die Mutter noch vor ihrer eigenen Geburt verlassen. Die Tochter begann am eigenen Leibe zu spüren, was väterliche Fürsorge und Liebe bedeuten, als der Stiefvater Igor in ihrem Leben auftauchte. Es war immer so schön für sie, unter die schützenden Flügel der beiden Eltern zu flüchten. Die Zeit der unbeschwerlichen Kindheit verlief sehr schnell... Die kleine Weronika hatte sich inzwischen zu einer richtigen Schönheit entwickelt und steht inzwischen mitten im Leben...

   
Weronika als junge Köchin, 2016


   Die Mutter Olga (Senknieren und Krampfadern machen ihr zu schaffen) musste ihre Arbeit aufgeben, um die kranke Grossmutter Klawdija (Jahrgang 1938) zu pflegen. Die zucker-, nieren- und herzkranke Oma hat eine Brustkrebsoperation überstanden. Mehr als 40 Jahre hatte sie als Isoliererin beim Schiffbauwerk eine gesundheitsschädigende Arbeit ausgeübt. Bei diesem für eine Frau nicht typischen Beruf wickelte sie mit der Glaswatte die Rohre der Schiffe ein.
   Das gemeinsame Leid hat die drei Frauen zusammengeschweisst und lässt die zwei älteren an dem herzensguten Mädchen hängen. Sie trösten einander stets in ihrem Kummer.

   
Weronika neulich


   Als gläubige Menschen besuchen Weronikas Familienmitglieder und das Mädchen selbst zweimal pro Woche die Kirche. Die Mutter las mit ihr früher aus der Kinderbibel und brachte ihr eine der Weisheiten bei – immer ein aufrichtiger Mensch zu bleiben und das Gottesgesetz im Herzen zu tragen.
   Wie kann ich die Welt schöner machen und den Leuten Freude schenken? Dieser Gedanke beschäftigte Weronika von klein auf. So liess sie sich nach der neunten Klasse zur Köchin ausbilden, Fachrichtung „Bäckerin, Konditorin“. Ihr Steckenpferd ist die Konditorei – das Herstellen von Feingebäck. Sie schaut sich oft Videos online an, wo man sieht, wie man z. B. die Torten dekorieren kann. Die junge Frau ist mit ihrem Studium fertig und im Moment auf der Suche nach einem Job. Vor einiger Zeit versuchte sie, ihrem kreativen Beruf nachzugehen. Ihre erste Arbeitsstelle war in einem Café, aber damit hörte sie nach kurzer Zeit auf, denn die Schichtarbeit war nicht ideal und das späte Nachhausekommen um elf Uhr nachts im schlecht beleuchteten Stadtteil eine ziemlich gefährliche Sache.
   Das beschwerliche Berufspraktikum, wo Weronika schwere Töpfe mit dem gekochten Essen heben musste, beeinträchtigte ihre Gesundheit stark… So leidet sie momentan an einer Magensenkung, es wurde entdeckt, dass sich bei ihr ein Magengeschwür am Bilden ist und sie muss strenge Diät halten. Die angeborene Rückgratsverkrümmung erfordert die Kur eines Masseurs, die leider finanziell nicht tragbar ist. Das als Dankeschön erhaltene Kleingeld für die Feingebäckbestellung und der niedrige Lohn des Stiefvaters, der als Tischler tätig ist, sind die einzige Einnahmequelle von Weronikas Familie. Der komplizierten Umstände ungeachtet nimmt sich unsere Heldin für ihr weiteres Leben fest vor, weiter Süssigkeiten für die anderen anzufertigen und solcherweise Freude zu schenken. Erstmal muss aber ihre Gesundheit besser werden. Ihre Berufung fand sie bereits. Weronika selber wäre ein Weilchen glücklicher, wenn sie ihren Nächsten irgendwie helfen könnte – Mutter und Oma, die beide krank sind…

 

Zukünftiger Ingenieur


   Jewgenij (Jahrgang 1999), unser zweiter Protagonist, wurde im Dorf Nadeshdowka (aus dem Russischen übersetzt „Hoffnung“) im Nikolajewer Gebiet geboren. Jeder Mensch hofft auf etwas. Das Zutrauen ist das, was uns, die gewöhnlich Sterblichen, auf der Erde hält. Worauf hofft dieser junge Mann? Das Wichtigste ist, die gesundheitlichen Probleme seines Grossvaters, der an Lungenkrebs leidet, aus dem Weg räumen zu können. Zudem brach sich Jewgenijs Vater neulich den Arm. Das Einsetzen der Platte machte die ohnehin mittellose Familie ganz pleite, so dass sie nun hoch verschuldet ist. Als Minderjähriger hat er noch nicht viele Möglichkeiten um zu jobben.

   
Klein-Jewgenij lächelt aus seinem Kinderwagen, Juli 1999

   Voriges Jahr verliess der Jugendliche das gemütliche „Elternnest“, als er sich für die Hochschulausbildung entschied. Er schlägt zurzeit schon seinen eigenen Weg eines Erwachsenen ein, aber es ist klar, dass er noch Unterstützung braucht.

   
Jewgenij hat Spass mit seiner Cousine und ihren Haustieren, Sommer 2006

Jewgenij ist angehender Student und erlernt den Beruf des „Ingenieurs, Energetikers“. Sein Opa hat auch sein ganzes Leben lang in diesem Bereich gearbeitet.

   
Jewgenij versucht sein Talent beim Singen, Oktober 2006


   Als Dorfbursche wurde Jewgenij sehr früh eingearbeitet. Lächelnd erinnert er sich daran, als er seinen Freunden sowie auch einfach den Dorfgenossen half, den Gemüsegarten umzuschaufeln. „Die vorbildliche Familie“ nennen bis heute die Dorfmenschen seine Familie. Und das ist wahr‚ niemand von den Angehörigen hat schlechte Gewohnheiten. Sie sind auch sehr freundlich und lieb zueinander. Die ältere Schwester Ekaterina, die in dessen Kindheit zu Klein-Jewgenij schaute, erzieht jetzt ihr 1-jähriges Baby. Und Jewgenij, wenn er ab und zu am Wochenende die Nächsten besucht, mag es sehr, die Zeit mit seinem kleinen Neffen zu verbringen. Volleyball ist die Lieblingsfreizeitbeschäftigung von Weronika und Jewgenij, die sie ein bisschen von der schwierigen Realität ablenkt…

   
Jewgenij heute

 Liebe Spenderinnen und Spender, laut Statistik hat leider das Nikolajewer Gebiet am meisten Krebskranke. Bedauerlicherweise ging die böse Krankheit an den Familien unserer Protagonisten nicht vorbei. Unsere mitleidsvollen Teilnehmer des Jugendprojekts Weronika und Jewgenij bitten um Hilfe für ihre kranken Verwandten. Auch Ihr möglicher Zustupf für die Bedürfnisse eines jeden von ihnen wäre herzlich willkommen! Kurz vor unserer orthodoxen Weihnacht wünschen wir Ihnen alles Liebe und Helle und senden viel Wärme aus der Ukraine.