«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Die eigene Bürde ist die schwerste


Alina (rechts) und Schwester Natalia (in der Mitte), Weihnachtsfeier 2003

Was macht den Menschen glücklich? Die meisten würden sagen: “Wenn man bei guter Gesundheit ist, weder die Nächsten leiden sieht noch selber Not erleidet.“ Und das stimmt. Wenn bei jemand anderem etwas in die Brüche geht, tut es uns sehr leid, geht aber nicht so tief unter die Haut wie das eigene Leiden, denn die eigenen Probleme scheinen am schwersten lösbar zu sein. Bei den Jugendlichen sieht es noch extremer aus. Wegen ihres Alters und des Mangels an Lebenserfahrung kann es vorkommen, dass sie angesichts ihrer Stolpersteine ganz ratlos sind. Nehmen wir als Beispiel zwei junge Leute, die unser Hilfswerk als die einzige Lösung, ihre Hindernisse zu überwinden betrachten. Das sind Alina Kotik und Aleksej Muntjanu. Die beiden haben ganz verschiedene Schicksale, mit Höhen und Tiefen. Das Gemeinsame an ihren ganz unterschiedlichen Schwierigkeiten ist, wie es in unserem Titel erwähnt wurde, dass jeder seine Bürde für die schwerste hält und ohne fremde Hilfe keinen Ausweg aus der Sackgasse findet. Wir möchten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen kleinen Einblick über ihr Leben geben. Das Ziel wäre, mittels Ihrer Hilfe unseren Schützlingen einen Hoffnungsstrahl zu schenken, damit die Machtlosigkeit der Betroffenen ein Ende finden kann.


Alina mit Natalia, Frhling 2014

So viel Schmerzen in den Augen

Wenn man Alina, eine hübsche junge Frau (geb. 1992) mit sanftem Lächeln, anschaut, ist nicht erkennbar, wie viel Leid sie zu ertragen hat. Nur die Augen, in denen ihr stummer Schmerz erstarrte, verraten, was ihr auf dem Herzen liegt. Seit einem knappen halben Jahr ist ihre Ruhe gestört, und jeder Tag ist für sie eine harte Probe. Es gab aber nicht immer so schwarze und dunkle Wolken über ihrem Kopf…
Nach dem Abschluss der Fachschule freute sich Alina auf eine Arbeitsstelle, die ihr zur rechten Zeit angeboten wurde. Zu ihren Pflichten gehörte es,  Informationen auf Webseiten zu verbreiten. Alina bekam alles ganz schnell in den Griff – sie hatte eine gute Kompetenz und falls etwas nicht klappte, war ihre Schwester Natalia (Jahrgang 1986), mit der sie eine Mietwohnung teilte, immer da – sie arbeitete in derselben Organisation und konnte Alina jederzeit beraten. Eine freundliche Familie, ein fester Job, treue Freunde. Kann man sich noch etwas übrig wünschen? Dementsprechend hielt sich Alina auch für einen glücklichen Menschen. Aber das sollte sich ändern.
Eines Tages ging Natalia zum Arzt zur Untersuchung. Wie kann man darauf reagieren, wenn man erfährt, dass eine junge Frau, die ihren Aufstieg planen und eine Familie gründen wollte, an Krebs der Eierstöcke des dritten Grades leidet? Danach folgten unzählige Arztbesuche, Chemotherapien und eine teure Behandlung. Die ganze Familie setzte sich für die Rettung Natalias ein. Die Krebszellen erreichten auch andere Organe. Die Arme musste noch eine zusätzliche Operation am Magen überstehen – ein Teil davon wurde so wie die Eierstöcke herausoperiert. Seitdem sieht man nicht mehr die einst optimistische Natalia mit der zarten Röte auf den Wangen – sie wiegt nur noch 30 Kilo und kämpft hartnäckig ums Überleben. Die Familie ging nach der hohen Zahlung der Therapie pleite. Weil die Mutter wegen ernsthafter Herzprobleme nicht arbeiten darf, bleibt nur der Stiefvater – er ist Traktorfahrer mit niedrigem Gehalt – der einzige Ernährer. Die Frage, wie man die Schwester retten kann, umtreibt Alina Tag und Nacht.


Einschulungsfest von Aleksej mit Bruder Aleksandr, 2004

Viele Träume – kleine Möglichkeiten

Die Situation in Aleksejs Familie ist Gott sei Dank keine ganz schlimme. Man kann aber sein Leben auch nicht als sorgenfrei bezeichnen. Es ist ganz schön schwierig für jedes Kind, den elterlichen Verrat am eigenen Leibe zu spüren. Der Junge (geb. 1998) fragte sich mehrmals, was bei ihm und seinem um 5 Jahre älteren Bruder Aleksandr nicht stimmt, nachdem ihr Vater mit ihnen nicht mehr leben wollte und entschied, die Familie für immer zu verlassen. Aleksej träumte davon, einmal erfolgreich, stark und selbstbewusst zu werden, um seinem Vater zu beweisen, dass er es wert ist, seine Aufmerksamkeit und Anerkennung zu geniessen. Seit vielen Jahren sieht er, wie schwer es der Mutter fällt, zwei Söhne zu ernähren und für die an Herzproblemen leidende Grossmutter zu sorgen. In den Familien, wo es nur einen Elternteil gibt, werden die Kinder früher erwachsen und versuchen, Verantwortung zu übernehmen. Aleksej ist erst sechzehn. Man kann aber seine Zielstrebigkeit, Fleiss und Ambitionen nur bewundern. Nach der Schule will der Jugendliche sein eigenes Brot verdienen. Sein Traumjob ist Zivilschützer. Dazu muss man in guter körperlicher Form sein und tüchtig trainieren. Der Schüler würde so gerne ein Fitness-Studio besuchen und eine spezielle Ernährung für Sportler befolgen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Dazu hat Aleksej alle Voraussetzungen – er boxte und belegte erste Plätze in dieser Sportart. Jetzt ist aber seine Leidenschaft das Bodybuilding. Wenn darüber gesprochen wird, funkeln seine Augen, Aleksej kann so viel davon erzählen. Danach zuckt er mit den Schultern und gesteht voller Bedauern, dass seine werten Wünsche mit den finanziellen Möglichkeiten seiner Mutter im Kontrast stehen. Das Schlimmste ist für den jungen Sportler, seinen Traum aufzugeben. Ohne dessen Verwirklichung sieht er seine Zukunft nur in grauen Farben. Was für den einen ganz selbstverständlich ist oder keine grosse Bedeutung hat, ist für den anderen die ganze Welt, so wie bei Aleksej.


Aleksej nach der Schule, Sommer 2014

Alina und Aleksej. Die beiden gehen ihren eigenen Lebensweg und die Frage „Was ist das echte Glück?“ würden sie anders beantworten und jeder von ihnen hätte Recht. Wir wollen Sie, liebe Spenderinnen und Spender, herzlich auffordern, diesen zwei Teilnehmern des Jugendprojekts unserer Stiftung zur Hand zu gehen und sie auf solche Weise näher zum Glück zu bringen!

 

Aleksej Muntjanu

geb. 1998

   Aleksej lernt in der Schule und wohnt zusammen mit seiner Mutter Wiktorija (geb. 1972) und seinem Bruder Aleksandr (Jahrgang 1993). Wiktorija ist Krankenschwester und Aleksandr Student. Der Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen. So bildet nur Wiktorijas bescheidenes Gehalt das Familienbudget. Aleksej mchte in der Zukunft Zivilschtzer werden. Dafr muss er viel trainieren. Dank der Frderung vom Hilfswerk konnte der Junge das Abonnement fr den Kraftraum bezahlen sowie in den Genuss einer gesunden Sporternhrung kommen. Ausserdem half Aleksej der herzkranken Oma Walentina (geb. 1947), die stndig Arzneien braucht.
   Aleksej wendet sich erneut via SOS GERASJUTA Stiftung an alle Schweizer Spenderinnen und Spender, um mgliche Hilfe fr seine Sportbedrfnisse sowie fr den Erwerb warmer Sachen zu bekommen.