«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Aleksej Schamraew

geb. 2004

 

   Aleksej ist ein Schüler der 9. Klasse aus Nikolajew. Er ist fleissig und selbstbewusst, schon heute weiss er, was er von Beruf werden möchte und hat feste Pläne, wie er die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben will. Der Junge träumt davon, sein Leben mit Transportlogistik zu bestreiten. Aleksej versucht auf jede mögliche Weise, selbst Mittel für das Studium zu finden.
   Es gibt keine entsprechende Hochschule in seiner Heimatstadt, darum muss er den Aufenthalt in einer anderen Stadt bezahlen. Dazu sind noch die hohen Studiengebühren zu begleichen. Aleksejs Eltern sind leider nicht imstande, ihm dabei zu helfen. Ihre bescheidenen Löhne einer Verkäuferin und eines Möbelmonteurs reichen kaum dafür, die ständig steigenden Rechnungen für Versorgungsleistungen zu decken, geschweige denn etwas für das künftige Studium des Sohnes zu sparen.
   Aleksej wendet sich an alle nicht gleichgültigen Gönner und bittet um jeweilige Förderung. Dies kann seinen sehnlichen Traum in Erfüllung bringen. Für jede Hilfe ist der Junge unendlich dankbar.

  


Jugendliche unter Leistungsdruck

   Zu allen Zeiten gab es Helden, die ihre Epoche prägten und als Vorbilder zur Nachahmung für die junge Generation galten. Erwähnt man das Mittelalter, fallen einem die Legenden und die Werke der Schriftsteller über tapfere, zuverlässige, kriegserprobte Kämpfer - die Ritter - ein. Wie steht es damit heute, im Zeitalter des Technologiebooms und der grossen Möglichkeiten, wenn mit nur einem Mausklick am PC vertrauliche Daten publiziert und weltweit bekanntgegeben werden?

   Die jungen Leute begeistern sich für die Stars unserer Gegenwart - Mark Zuckerberg, Evan Spiegel, Sergej Brin. Kein Wunder, dass diese Figuren in den Augen der Teenager so beliebt und bewunderungswürdig sind - sie sind jung, talentiert, weltbekannt, finanziell unabhängig und der Stolz ihrer Familien. Gerne verraten sie in Interviews ihre Erfolgs- und Glücksrezepte und geben den jungen Leuten zu verstehen, sie müssten aus ihrem Leben das Beste herausholen, viel Erfolg haben, also genug Geld verdienen und eine viel versprechende Laufbahn einschlagen. Schritt für Schritt versuchen die Jugendlichen, ihre Idole nachzuahmen, aber fast immer scheitert dieses Vorhaben. Ihre Niederlage kann Folge mangelhafter Motivation und unzureichender Bemühungen sein. Manchmal aber können sie nichts dafür - sie wurden in einem Land der dritten Welt geboren, ihre Familien kommen mit Müh und Not über die Runden, nahestehende Leute erkranken und es bildet sich in solchen Fällen ein riesiges Loch im ohnehin schon kargen Familienbudget. Als Folge entsprechen die jungen Leute ihren eigenen Erwartungen nicht, leiden unter Leistungsdruck, es bildet sich ein idealer Nährboden, um sich als minderwertig und nicht selten als Verlierer abzustempeln. In unserem heutigen Artikel schildern wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Geschichten zweier junger Geschöpfe - Elena Babak und Aleksej Schamraew, denen das Leben von klein auf immer wieder Steine in den Weg gelegt hat.

Noch jung, aber schon selbstдndig

   Jeder, mit dem Aleksej auch nur einmal zu tun hatte, war von dem Jungen total angetan. Er wirkt sehr seriös und klug für seine zarten 14 Jahre. Obwohl er ein echter Sportfreund ist und im Fussball, Basketball und Fahrradfahren seine Klasse zeigen kann, eilt er nach der Schule öfters heim. Dafür gibt es einen guten Grund - seine kranke Grossmutter Ljudmila. Bandscheibenhernie, Bluthochdruck und immer schmerzende Gelenke lassen die Rentnerin keinen schmerzlosen Tag erleben. An manchen Tagen geht es der Frau so schlecht, dass sie es kaum über das Zimmer schafft. "Ich bin erst 14, meine Möglichkeiten sind noch begrenzt, aber einiges kann ich doch machen - einkaufen gehen, aufräumen. Allein neben ihr zu sitzen und Oma die Hand zu halten ist auch sehr wichtig, das tut ihr gut", so der Junge. Sehr schade findet Aleksej, dass seine Eltern von früh bis spät arbeiten und trotzdem mittellos bleiben. Nicht nur seine Familie, sondern das ganze Land ist von starken ökonomischen Schwankungen betroffen. Auch mit bestem Willen können die Eltern der Oma keinen schmerzfreien Lebensabend schenken.


Erstklässler Aleksej mit den Grossmüttern Ljudmila und Ewgenija, September 2010


Bootsfahrt – die Lieblingsfreizeitaktivität der ganzen Familie Schamraew, Sommer 2014

  Aleksej fand für sich die Glücksformel und hat schon seine Zukunft geplant. Er möchte nach der Schule Logistik studieren, gutes Geld verdienen und das Wort "Armut" aus dem Wortschatz seiner Nächsten ausradieren. Was für ein würdiges Vorhaben, nicht wahr? Bis seine Pläne aber wahr werden, müssen mindestens acht bis zehn Jahre vergehen. Keiner weiss, ob es für die Oma nicht zu spät sein wird...


Aleksej im Landeskundemuseum, vor kurzem

   So wie ein aufrichtiges Lächeln ist die Güte ansteckend. Wurde man von jemandes Herzlichkeit erwärmt, fühlt man ein inneres Verlangen, die Wärme weiterzugeben und jemand anderen damit zu beschenken. Liebe Spenderinnen und Spender! Wir sind im Rahmen der Weihnacht-Aktion höflich aufgefordert, zwei vielversprechenden reinen Seelen zur Hand zu gehen und ihnen in ihrer so komplizierten Lebensphase Anschub zu geben. Wer weiss, um welches Vielfaches sie dann die ihnen einmal geschenkten Werte wie Mitleid, Verständnis und Liebe an die anderen Mitmenschen weiterverleihen und unsere Welt besser gestalten werden!