«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   




Die Jugend ist die Hoffnung eines Landes

      Liebe Leserinnen und Leser, allem voran möchten wir uns bei Ihnen für die Unterstüt-zung unserer karitativen Projekte bedanken. Die Hilfeleistung für mittellose Kranke, das Jugendprojekt und die Obdachlosenhilfe exis-tieren ausschliesslich dank den Zuwendungen der barmherzigen Schweizer Bürger. In dieser Hinsicht ist schon viel geleistet worden. Hun-derte bedürftiger Familien wurden in den letz-ten Jahren mit Spendenbeiträgen gefördert. Im Rahmen des Jugendprojektes bekamen einige Jugendliche Lebensmittel und Kleidung, ande-ren wurde das Studium finanziert. In der vorlie-genden Ausgabe werden wir Ihnen das Schick-sal zweier begabten ukrainischen Jugendlichen näher bringen.

Leidenschaftliche Tänzerin

     Die junge Ukrainerin Ekaterina Walentienko kommt einem reif und erwachsen vor. Sie las unsere Anzeige in einer Zeitung und wandte sich ohne langes Überlegen an uns. Sie erzählte eingehend von ihrer Lebenssituation und ihren Problemen. Ekaterina wurde am 19. Dezember 1995 in Nikolajew, im Süden der Ukraine, geboren. Sie stammt aus einer typischen Arbeiterfamilie. Ihr Vater Andrej (geb. 1978) arbeitet seit vielen Jahren in einem Schiffbauwerk als qualifizierter Schweisser. Trotzt schwerer körperlicher Belastung am Arbeitsplatz und Überstunden verdient er wenig. Gott sei Dank ist er gesund und kann seine Familie mit dem Nötigsten versorgen. Nichtsdestotrotz kommt die Familie nur schwer über die Runden. Ekaterinas Mutter Swetlana (geb. 1977) ist in einer Privatfirma tätig, ihr Gehalt ist aber winzig. Zu dritt bewohnen sie eine kleine 2-Zimmer-Wohnung. Sie geben sich viel Mühe, um die fälligen Wohnkosten zu decken. Besonders während der kalten Jahreszeit wird die Situation noch schlimmer, weil die Heizung für das karge Familienbudget viel zu teuer ist.

     Ekaterina ist das einzige Kind der Familie. Seit Kinderjahren war sie immer aktiv und wissbegierig. Mit Engagement nahm sie an verschiedenen Schulfesten und Veranstaltungen teil. Vor über sieben Jahren entdeckte sie ihr Talent für das Tanzen. Seither änderte sich Ekaterinas Leben. Sie wurde selbstbewusster und aufgeschlossener. An verschiedenen Wettkämpfen in lateinamerikanischen Tänzen hatte das Mädchen souveräne Auftritte. Im Sommer 2013 beendete sie die Schule mit guten Noten. Wegen der Geldnot war Ekaterina aber gezwungen, ihr Hobby nach dem Schulabschluss aufzugeben. Wie die 17-Jährige uns erklärte, sei diese Tätigkeit nur für Kinder aus reichen Familien erschwinglich. Doch sie liess den Kopf nicht hängen und schmiedet ständig neue Pläne für die Zukunft.

     Momentan lernt Ekaterina an einer Berufsschule. Als künftige Sachbearbeiterin hofft sie darauf, einen würdigen Job in einer grossen Firma zu bekommen. Erst dann würde sich ihr die Möglichkeit erschliessen, sich selbst zu versorgen und ihre Eltern nach Möglichkeiten zu unterstützen. Das Ziel ist gesteckt und der jungen Frau steht ein langer Weg bevor. Doch die jetzige Realität ist nicht so heiter, wie man es sich wünscht. Obwohl Ekaterinas Lehrgang gebührenfrei ist, gibt es trotzdem Kosten, die zu decken sind. Ekaterinas Eltern schaffen es nicht mehr, für die Fahrkosten, Lehrbücher und Lehrmaterialien aufzukommen. Ihre Grosseltern mütterlicherseits sind Rentner und selber bedürftig. Die Grossmutter väterlicherseits Sofia (63 Jahre alt) hat Probleme mit ihren Blutgefässen sowie Gelenken und kann nur mühsam gehen. Ekaterina bittet alle ungleichgültigen Menschen aus der Schweiz, sie und ihre Liebsten mit einer möglichen Spende zu unterstützen.

Ekaterina bei einem
Wettkampf, 2009
Familie Walentienko, 2004

Aussichtsreicher Sportler

     Im zweiten Teil dieses Artikels präsentieren wir Ihnen die Geschichte der Familie von Artjom Sisonenko. Der Junge ist 18 Jahre alt. Für sein junges Alter hat er bereits viel erreicht, unter anderem den Meistertitel. Artjom setzt auf eine gesunde Lebensweise und Sport. Er ist der Meinung, nur eine gesunde und aktive Jugend habe eine gute Zukunft. Wie Ekaterina Walentienko entstammt auch Artjom einer Arbeiterfamilie. Seine Schulleistungen waren eher mittelmässig. Insbesondere Sport und körperliche Aktivitäten hatte er als Kind gern. Seit der ersten Klasse lernte er in einer Sportschule. Sein Schwerpunkt ist Badminton. Seit über 11 Jahren treibt er diese Sportart – seine Leidenschaft. Mehrmals in der Woche trainiert Artjom, um seine Leistungen auf die Spitze zu treiben und an seine Grenzen zu stossen. In der Zukunft will er zur ukrainischen Badminton-Elite gehören und wenn möglich auch international für Furore sorgen. Dieses Ziel hält der junge Ukrainer für realistisch. „Um meinen Traum zu verwirklichen, werde ich alles versuchen“, so Artjom. Mit seiner Mannschaft hat er mehrere Städte hierzulande bereist und viele Wettkämpfe gewonnen. Zurzeit ist Artjom Student an der Sportfachschule. Sein Ausbildungsplatz wird vom Staat finanziert, die Sportausrüstung müssen aber die Schüler selber besorgen. Das war einer der Gründe, warum Artjom an uns sein Bittgesuch richtete. Für neue Sportschuhe und einen Badmintonschläger haben weder er noch seine Nächsten Geld.

     Artjom Sisonenko wohnt mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung. Sein Vater Vladimir (geb. 1959) ist mittlerweile arbeitslos. Obwohl er keine Berufsausbildung hat, jobbt er ab und zu als Automechaniker. Artjoms Mutter Ella (Jahrgang 1962) arbeitet in einer Firma als Wache. Sein älterer Bruder Ruslan (geb. 1989) ist Bauingenieur von Beruf. Auch er ist erwerbslos. Die Arbeitgeber wollen Fachleute ohne Berufserfahrung nicht anstellen. Die einzige Familienernährerin ist also Artjoms Mutter. Der Junge träumt davon, die finanzielle Lage seiner Familie zu verbessern und seiner Mama zu helfen. Denn neulich entdeckten die Ärzte bei ihr ein Geschwulst in der Gebärmutter. Diese Erkrankung kann für sie schwere Folgen haben, falls dagegen nichts unternommen wird. Für die Operation braucht sie jede Menge Geld, welches die Sisonenkos nicht aufbringen können. Es ist, wie wenn man auf einem Seil tanzt und ständig die Gefahr besteht herunter zu stürzen. Ausserdem ist Artjoms betagte Grossmutter Galina (geb. 1937) schwer krank. Vor vier Jahren wurde sie wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert. Der Eingriff war nicht erfolgreich und seitdem kann die Frau selbständig kaum gehen. Sie ist dazu auf einem Auge blind.

     Es ist unser Anliegen, den Bedürftigen hier in der Ukraine möglichst schnell und rechtzeitig zu helfen. Für diese zwei Jugendlichen ist das gerade der Fall. Mit grosser Hoffnung bereitet unser Team diesen Bericht vor. Wir danken allen Gönnerinnen und Gönnern, die unsere wohltätigen Initiativen mit Spenden unterstützen. Artjom Sisonenko und Ekaterina Walentienko sind jung und optimistisch eingestellt. Sie haben gute Chancen, auf ihrem Lebensweg erfolgreich zu sein, und wir wünschen ihnen Hals- und Beinbruch.

Artjom mit seinen Eltern, 2013 Der junge Artjom, 2001




Ekaterina Walentienko

geb. 1995

 

     Ekaterina ist eine Studentin aus der Ukraine. Das Studium gefällt ihr, aber das Stipendium, das sie bekommt, ist klein und reicht ihr kaum für das Dringlichste. Ihre Mutter, die im Büro arbeitet, und ihr Vater, der Schweisser von Beruf ist, verdienen nicht viel.
     Ausserdem hat Ekaterina Grosseltern, die auch Hilfe brauchen. Der Grossvater des Mädchens jobbt in einem Betrieb. Die Arbeit nimmt ihm immer sehr viel Kräfte. Die Grossmutter von Ekaterina leidet an ständigen Beinschmerzen und gibt sich viel Mühe beim Gehen. Ekaterina möchte ihren Nächsten eine Stütze sein, aber dies ist momentan für sie unmöglich.
     Darum wandte sich das Mädchen an Schweizer Spenderinnen und Spender. Die Gönner sind auf Ekaterinas Bitte um Hilfe eingegangen und haben eine Überweisung für sie und ihre Familie gemacht. Dies ermöglichte den Erwerb von nötigen Medikamenten und Vitaminen für ihre Grosseltern.
Das dankbare Mädchen meldet sich bei allen ungleichgültigen Schweizern erneut mit dem Bittgesuch, eine karitative Hilfe für ihr weiteres Studium zu leisten. Dafür wäre sie ihnen zutiefst erkenntlich.