«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Eleonora Bagnjuk,

geb. 1977

und Sohn Damir,

geb. 2014

 

Die Erholung in einem für ein paar Tage gemieteten Ferienhaus wurde zum grossen Unglück für die Familie Bagnjuk. Vor dem Abendessen zündete der Familienvater Sergej den Grill an, die Mutter war in der Küche und ihre zwei Söhne – Igor (geb. 1998) und Damir – spielten zusammen draussen. Die Eltern waren abgelenkt, als der Junge nach dem flüssigen Brennstoff griff und ihn auf sich goss. In diesem Moment gelangte ein Stück Glutasche auf seine Kleidung, was zur sofortigen Entflammung führte. Ohne Zögern nahm Igor seinen jüngeren Bruder auf den Arm und sprang mit ihm ins Wasser. Leider bewahrte das den Jungen nicht davor, dass 40 Prozent seiner Oberfläche verbrannte. Es wurden Körperteile wie die oberen und unteren Extremitäten, der Bauch, die Brust und das Gesicht verletzt. Nun befindet sich das Kind auf der Intensivstation und braucht eine entzündungshemmende Erhaltungstherapie, Betäubungsmittel und zahlreiche bevorstehende Hauttransplantationen.
Ein bescheidenes Einkommen bringt in die Familie nur Sergej, der als Bauarbeiter tätig ist. Die Mutter bittet die Schweizer Spender um Hilfe für die Rettung ihres Sohnes.

 

   

 






Wenn die Erholung zur Lebensgefahr wird

   Was erwarten Menschen, die einen Picknick-Ausflug aufs Land vorbereiten? Gut die Zeit mit Freunden zu verbringen? Fleisch in einem Hof zu braten? Frische Luft einzuatmen und die Pracht der Natur zu geniessen? Zweifellos möchte jeder sich amüsant unterhalten und möglichst viele positive Eindrücke gewinnen. Ein Lagerfeuer und nächtliche Spaziergänge durch den Wald sind aber nicht nur eine Bereicherung. Sie können leider auch zu einem Gefahrenherd werden. Besonders wenn bei solch einer Erholung Kinder dabei sind. Wenn man die Stadt verlässt, hofft man darauf, ein schönes Wochenende zu verbringen und denkt nicht an irgendwelche Hindernisse. Doch für eine Sekunde aufsichtslos bleibende Kinder bringen manchmal viele Sorgen. Erst sitzen sie ruhig, dann verschwinden sie auf einmal aus dem Sichtfeld. Statt sich dann angenehm zu erholen, wartet plötzlich die Notfallambulanz. So passierte es Sergej und Eleonora Bagnjuk, die nur ein bisschen Abwechslung auf dem Lande wünschten. Doch schlussendlich mussten sie den Abend im lokalen Ortskrankenhaus vor dem Bettchen ihres Sohnes verbringen.

Eleonora mit Damir auf dem Stadtfest, Ende 2014

   Das Leben einer minderbemittelten Familie ist ganz schlicht und bietet keine abwechslungsreichen Aktivitäten. Fünf bis sechs Tage wöchentlich müssen die Eltern arbeiten, um die Mittel zum Überleben für sich selbst und die Kinder zu sichern. Weil es ihnen immer an Geld mangelt, gönnen sie sich kaum Freizeitmöglichkeiten, geschweige denn Urlaub. Umso mehr sind die Leute gespannt und begeistert, wenn sie einmal im Jahr ein Picknick organisieren oder sich mit der Familie für einige Tage einen Kurzaufenthalt erlauben. Eleonora und Sergej freuten sich darauf, mit den Kindern für ein Wochenende aus der Stadt zu gehen und dort in einer entspannten Atmosphäre ihre Zeit zu verbringen. Die Familie traf kleine Vorbereitungen und machte sich auf den Weg.
Die Sonne sank schon und eine kühle Dämmerung herrschte draussen. Die Familie Bagnjuk befand sich in Vorfreude auf das festliche Abendessen im Hof eines gemieteten Landhauses. Das schöne Landschaftsbild wurde zu undeutlichen Schatten und die milde Sonne beschenkte das glückliche Ehepaar und seine Kinder mit einem hübschen Lächeln. Alle waren versammelt, um sich von der Arbeit, dem Studium und dem Alltag zu erholen.
Das Fleisch war schon gebraten worden, die Salate waren aufgetischt. Als die Frau auf Geheiss des Familienoberhaupts den Tisch deckte, begann der ältere Sohn Igor (19) der Mutter in der Küche zu helfen. Sie war mit Vorspeisen und Getränken beschäftigt, der Vater mit dem Fleisch am Grill. Der kleine Damir (3) blieb für eine Minute alleine.
Hier wurden ihm seine Neugier und Beweglichkeit zum Verhängnis. Er griff nach der Flasche mit dem Brennstoff und schüttete eine Menge auf sich. Dabei wurde ein Funke aus dem Grill von einem Windstoss auf Damir geweht. In einem Augenblick entflammten die Kleidung des Kindes und die ungeschützten Hautstellen.
Zu Hilfe kam blitzschnell der ältere Bruder. Igor erinnert sich nicht mehr daran, wie er auf die Idee kam, Damir auf den Arm zu nehmen und mit ihm zum Gewässer, das ganz nah lag, zu rennen. Wäre Igor auch nur ein paar Sekunden zu spät gekommen, wäre das kleine Kind schon nicht mehr zu retten gewesen. Die Eltern riefen zur Rettung des Kleinen sofort die Notfallambulanz. Aber weder das Eintauchen in das Wasser noch die rechtzeitige Ankunft des Notfallwagens konnten Damir vor schlimmen Brennwunden auf seinem kleinen Körper bewahren.
Die Mutter musste erst zu sich kommen, bis sie wieder sprechen konnte. Eleonora Bagnjuk tröstete ihr kleines schreiendes Kind und bemerkte nichts mehr um sich herum.
„Der Notfalldienst kam, wir wurden zum Krankenhaus gebracht, die Ärzte betraten und verliessen das Krankenzimmer meines Buben, mein Mann versuchte mich zu beruhigen, während sich das Herz im Leibe zusammenkrampfte“, erzählte sie seufzend von diesem unheilbringenden Abend. Die Frau glaubt, sie trage die Schuld daran, was an jenem unglückseligen Tag passierte.
„Wäre ich nicht ins Haus gegangen… Hätten wir ihn nicht alleine gelassen… Wären wir überhaupt nicht aufs Land gefahren…“, wiederholte sie immer wieder im Gespräch.
Das Mutterherz fühlt die Schmerzen des Kindes sehr scharf. Sergej, Damirs Vater, unterstützt und beruhigt die Frau wie er nur kann. Man kann aber nicht zur Ruhe kommen, wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht. Die Mutter hat Angst davor, dass ihr Kleiner nie wieder so lustig und sorglos lächeln kann wie früher. Denn Damir war sehr positiv und aktiv. Er mochte es, in der Wohnung herumzulaufen und mit Gleichaltrigen auf dem Kinderspielplatz zu spielen.
Damir befindet sich mit 40% verbrannter Haut auf der Notfallstation, wo er entzündungshemmend therapiert wird, damit er das Geschehene überlebt. Ihm steht eine kostspielige und schmerzhafte Behandlung bevor. Die Eltern des Kindes haben keine Mittel, um alle ärztlichen Massnahmen finanzieren zu können. Eleonora ist nach dem Mutterschaftsurlaub auf Arbeitssuche, Sergej verdient nur wenig als Bauarbeiter. Die mittellosen Eltern wenden sich an gnadenreiche Wohltäter aus der Schweiz und bitten aus tiefstem Herzen um finanzielle Unterstützung bei der medizinischen Behandlung ihres Kindes. Aus ihrer eigenen Tasche können sie die Hauttransplantation und die weiteren Medikamente, die Damir so dringend benötigt, nicht bezahlen.

Der begeisterte kleine Damir auf dem Karussell, Dezember 2014

   

Damir bei einem Spaziergang, Frühjahr, 2016

Mit schweren Verbrennungen auf der Intensivstation, heute

   Eine Volksweisheit sagt, dass das Unglück immer unerwartet kommt. Blitzschnell verschwindet das sorgenfreie Glück und es kommen Dunkelheit, Angst und Verzweiflung. Nicht alle Eltern schaffen es, ihr Leid, wie bei der Familie Bagnjuk, zu ertragen. Eleonora und Sergej lassen die Köpfe nicht hängen und tun alles in ihrer Kraft Stehende. Wenn das Schicksal einem armen Menschen eine solche Misere bereitet, sollte die Gesellschaft nicht beiseite stehen bleiben. Wir bitten die Schweizer Spenderinnen und Spender, dieser in die Enge getriebenen Familie zu helfen, das Kind aus der Schlinge des Todes zu befreien und die nötige Behandlung zu finanzieren.