«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Philipp Baltschenko,

geb. 1983

   Philipp wohnt bei seiner Grossmutter Tatjana (geb. 1931) in Skadowsk, einer Stadt am Schwarzen Meer. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, musste der Mann schwer körperlich arbeiten. Seine Gesundheit erlitt Schaden, eine Zyste der Bauchspeicheldrüse war die Folge. Die Ärzte vor Ort schickten den Mann für die Behandlung in die Regionalstadt Cherson. Seines Aufenthalts im Krankenhaus ungeachtet blieb sein Zustand ernst. Philipp erlitt eine innere Blutung. Dann überstand er eine Bluttransfusion und seine Zyste wurde herausoperiert. Jetzt braucht er zahlreiche Medikamente, für die weder er noch seine Grossmutter Geld haben.
Philipp bittet die Schweizer Spender um finanzielle Unterstützung für seine Behandlung.

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Im harten Kampf um eine gesunde Zukunft

   Die Krankheiten treffen ihre Opfer ganz wahllos. Sie bestürmen das Leben von älteren Menschen wie jenes von jungen, dasjenige von Frauen wie jenes von Männern mit der gleichen Kaltblütigkeit. Viele von uns glauben fest daran, dass die Heimsuchungen, die täglich hunderte, tausende Menschen weltweit ereilen, sie unberührt lassen. Diese Leute träumen von einer glücklichen Zukunft und schmieden Pläne für den kommenden Tag. Und in einem Augenblick bricht etwas Unheilvolles herein, stellt die ruhige Routine auf den Kopf und zwingt einen, sich von seinem vorher ausgewogenen Alltag zu verabschieden ein ungebetener Gast betritt die Schwelle. Er kommt ohne Einladung herein, „setzt sich“ arglistig an den Tisch, greift nach einem Tintenstift und beginnt aus der Liste mit Zukunftsplänen einen Punkt nach dem anderen zu streichen, sich dabei selbst auf die Prioritätenliste setzend…

Der kleine Philipp im Stadtzentrum an Weihnachten, Ende 1999

   Das Gesundwerden ist die erste Sache, wovon ein kranker Mensch träumt. Im Vergleich zu schlimmen Beschwerden scheinen andere Probleme sofort zweitrangig. Um als Sieger aus dem nicht immer äquivalenten Kampf hervorzugehen, ist es von grosser Bedeutung, treue Gehilfen zu finden. Genau diese braucht der Protagonist unseres Artikels – der junge Mann aus der Ukraine Philipp Baltschenko (34 Jahre). Seine Einstellung, sich völlig der Arbeit hinzugeben, hat ihm einen üblen Streich gespielt: Eine chronisch komplizierte Bauchspeicheldrüsenentzündung kostete ihn beinah das Leben.

Glücklich mit der Grossmutter, Sommer 1992

Die Gesundheit duldet keine Ausreden

 

   Philipp kam am 22. Juli 1983 zur Welt. Viele alleinerziehende junge Mütter betrachten ihre Aufgabe als höchst kompliziert. Die fehlende männliche Unterstützung, verschiedene andere Sorgen und finanzielle Schwierigkeiten konnten Philipps Mutter Olga aber nicht davon abhalten, ihrem Sohn ihre doppelt grosse elterliche Liebe und Pflege zu schenken. Sie schickte den Jungen in die allgemeinbildende Schule, brachte ihm die Liebe für Bücher bei, versorgte ihn mit schlichtem, aber sättigendem Essen. Nach dem Schulabschluss verstand Philipp, dass eine Immatrikulation in der derzeitigen Lebensetappe nur Zeitverschwendung wäre. Es gab immer einen spürbareren Geldmangel in seiner Familie. Der Junge fühlte sich verpflichtet, seiner Mutter so gut wie möglich zu helfen und für sich selbst einen festen Boden unter den Füssen zu kriegen.
Die Möbelrestauration ist überhaupt kein gut bezahltes Gewerbe, trotzdem ist es immer noch angesagt. Philipp traf die Entscheidung, sein Glück zu versuchen. Für die Arbeit solcher Art gibt es gewöhnlich keine festen Arbeitszeiten: um die grosse Menge an Aufträgen zu erledigen, musste Phillipp häufig Mahlzeiten verschieben. In den seltenen kurzen Pausen nahm er verschiedene ungesunde Fast-Food-Speisen zu sich, und im Grossen und Ganzen ass er nur ein- oder zweimal pro Tag, was für einen jungen Körper viel zu wenig ist. Jeder von uns weiss, dass die Nahrung der Grundstoff für den menschlichen Körper ist: je bekömmlicher, nährreicher und frischer das Essen ist, desto kräftiger wird unser Körper. Die gegenwärtige Realität ist aber unerfreulich – der grösste Teil des Einkommens eines Durchschnittsukrainers wird für Wohnungsmiete und Nebenkosten ausgegeben. Unter solchen Bedingungen muss man mit wenig zufrieden sein. Doch die Gesundheit kann dies nicht lange ertragen und bricht nach einer Weile komplett zusammen…

Philipp kurz vor Krankheitsausbruch, Oktober 2017

Gefährlicher als auf den ersten Blick

 

   Noch vor 50 Jahren galt die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung als eine selten vorkommende Beschwerde, unter welcher meistens Menschen mittleren Alters und Ältere litten. Heutzutage sind Umweltbelastungen, die Überschwemmung der Supermarktregale mit Lebensmitteln mit schädlichen Komponenten und chemischen Konservierungsmitteln der Alltag. Dazu kommen noch zahlreiche Stresssituationen, die den modernen Menschen Tag für Tag begleiten. So greift diese Krankheit auch nach viel jüngeren Generationen und erfasst immer grössere Landflächen.
Man schrieb das Jahr 2008. Die Beziehungen zwischen Mutter und Sohn wurden schrittweise kühler: Die Frau kümmerte sich um ihr eigenes Leben mit ihrem Partner und pflegte den Kontakt mit Philipp immer seltener. Neben der Möbelrestauration entschied der Junge, mit Arbeit auf dem Bau dazuzuverdienen. Die körperlich anstrengende Arbeit war eine zusätzliche Belastung, die einen zerstörerischen Prozess in Gang setzte. Philipp kam immer erschöpfter nach Hause: ihm war übel, seine rechte Seite tat ihm weh, er nahm rapide ab. Der junge Mann ging bald darauf zum Arzt, der eine Sammlung von Flüssigkeit in der Bauchspeicheldrüse des Patienten diagnostizierte. Philipp wurde notoperiert. Im Laufe von zwei Wochen regenerierte der Mann, und danach wurde er wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Die Notwendigkeit, Geld zu verdienen und Mittel für das Überleben zu haben, führten dazu, dass der Mann sich schon nach einem Monat nicht mehr schonte und sich wieder in die übliche harte Arbeitsordnung integrierte. Er vergass sogar den Schmerz, der ihn vor kurzem nicht schlafen liess.
Man schreibt das Jahr 2017, die Geschichte wiederholt sich: Der Mann wurde mit unerträglichen Schmerzen in der Seite ins Gebietskrankenhaus transportiert. Die Ultraschalluntersuchung bestätigte die ärztlichen Vermutungen: der Grund der Beschwerden war eine Zyste in seiner Bauchspeicheldrüse. Die Ärzte entschieden, mit einem operativen Eingriff abzuwarten und nur das Zielorgan zu dränieren. Die Dränage ist eine Prozedur, die den Zysteninhalt abfliessen lässt, was folglich zu ihrer Regression führen soll. Zwanzig Tage verbrachte Philipp im Bett in den vier Wänden eines Zimmers. Die Ärzte steiften ihm den Rücken und hatten die Hoffnung auf schnelle Genesung. Trotzdem ging etwas schief…
Seitdem Philipp hospitalisiert wurde, bekam er Schlafstörungen: Mehr als drei bis vier Stunden pro Tag konnte er sich nicht erholen. In jener verhängnisvollen Nacht erwachte der Junge wie immer um zwei Uhr. “Ich hatte einen Albtraum – ich wollte davon so schnell wie möglich loskommen. Ich glaube, das war so etwas wie eine Warnung des Himmels für mich“, erzählte Philipp nachher. Er warf seinen Blick auf den Dränagebeutel, der durch einen Katheter mit dem Zysteninhalt gefüllt wurde. Der Mann erschrak: Das Reservoir war voll mit Blut gefüllt. Es wurden sofort Rettungsmassnahmen getroffen: Die Ärzte fanden einen Blutspender, führten die nötige Bluttransfusion durch und operierten die Zyste heraus. Die komplexe Operation verlief relativ gut. Trotzdem ist dieser Schritt nur der Anfang eines dornigen Weges zur Genesung dieses jungen Mannes…

Philipp im Krankenhaus, vor kurzem

   Unterstützende Antibiotika, Infusionstherapien sowie regelmässige Verbände sind alles Voraussetzungen für Philipps Lebensrettung. Der junge Mann hat nur einen Traum: die richtige Frau zu treffen, eine Familie zu gründen und ein vorbildlicher Vater für seine künftigen Kinder zu werden. Die innere Stärke macht den Mann bereit für Grosstaten, während sein schwacher Körper dafür eine gewaltige Bremse ist. Die Situation wird aber durch eine Tatsache verschärft: er kann sich nicht auf die Hilfe der Verwanden verlassen. Seine Mutter und die Oma verfügen nur über eine ganz geringe Summe, die kaum für die nächste Monatszahlung genügt. Wir bitten Sie, liebe Gönnerinnen und Gönner, im Rahmen des „Retten Sie Leben“-Projektes Ihre Aufmerksamkeit auf die trostlose Geschichte dieses jungen Mannes zu lenken und ihm eine Chance zu schenken, sein Leben zu bewahren und seine Träume wahr werden zu lassen.