«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   



Wenn die Last untragbar wird

Heutzutage, wenn die Krise mit Siebenmeilenstiefeln voranschreitet und in alle Bereiche des Lebens hineindringt, wird es für die Familien immer schwieriger, sich für ein Kind zu entscheiden. Da wimmelt es nur so von Fragen im Kopf: schafft man es, dem Nachwuchs eine sorglose Zukunft zu sichern und was wird aus den eigenen Kindern, wenn es den Eltern nicht gelingt, ihnen eine anständige Versorgung zu garantieren? Noch viel komplizierter ist es, wenn die ganze Last der Verantwortung auf den eigenen Schultern zu tragen ist, weil sonst keine hilfsbereiten Verwandten zur Seite stehen. Als Beispiel dafür präsentieren wir Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, die Geschichte einer Frau namens Elena Blazhej, deren innerer Frieden im Moment von Armut und Trauer gestört wird. Ihrem Baby passierte ein fürchterliches Unglück und erfahrene Ärzte bemühen sich mit allen Mitteln, um einen tödlichen Ausgang zu verhindern. Der Zustand des kleinen Andrej bleibt immer noch kritisch. Er braucht eine kostspielige Therapie. Das Ziel dieses Artikels ist es, Ihre Aufmerksamkeit auf diese Familie zu lenken und mittels Ihrer möglichen Spende das Leben des armen Kindes zu erhalten.

Wir haben Elena zu uns ins Büro eingeladen. Sie präsentierte sich uns so: Unsere Aufmunterungen und das freundliche Gespräch wirken auf die Frau wohltuend und ihr stressiges Gesicht entspannt sich langsam; obwohl ihr die ganze Zeit die Tränen in den Augen stehen, versucht sie soweit es geht, nicht die Fassung zu verlieren, und antwortet möglichst ausführlich auf unsere direkten Fragen. In unserer vertraulichen Unterhaltung erzählt sie uns von ihrem Leben, von ihren Kindern, die sie alleine grosszieht, von Familientraditionen. Wir bewundern die Tapferkeit dieser dreifachen Mutter. Die Schwierigkeiten, die ihr seit Jahren zu schaffen machen, liessen sie sich nicht zusammenbrechen, sondern ganz im Gegenteil machten sie stark und widerstandsfähig. Die Geschichte dieser wunderbaren Frau mit schwerem Schicksal möchten wir Ihnen nun weitergeben.

Andrej 2013 Elenas Mutter mit den Enkelinnen Oxana und Ekaterina, Schulfest 2012

Alles fing so schön an

Elena kommt aus dem malerischen Dorf Wozsijatskoje, das im Süden der Ukraine liegt. Ihre Eltern waren für sie ein Vorbild zur Nachahmung. Sie sah, wie selbstlos sie ihre Pflichten erfüllten und sie, das Mädchen, in einer Atmosphäre der Liebe grosszogen. Sie träumte davon, auch zu einer fürsorglichen Mutter zu werden und sich ein gemütliches „Familiennest“ einzurichten. Sie musste aber zuerst mit dem Studium fertig werden. Nach dem Schulabschluss lernte sie in einer Fachschule und wollte Näherin werden. Den Jugendlichen stehen viele Wege offen und sie entscheiden sich nur für einen, der ihr Leben dann bestimmt. Damals traf sie ihre grosse Liebe und die junge Frau war sich sicher, dass Witalij der Richtige wäre und sie mit ihm durch dick und dünn gehen würde. Kurz danach gründete das Paar die Keimzelle der Gesellschaft – eine eigene Familie.

Die Realität bringt Korrekturen

Nach dem Tod von Elenas Vater wohnte das Ehepaar bei Elenas Mutter, deren Gesundheit immer öfter Alarmsignale gab. Die Epilepsie bereitete ihr sehr viele Sorgen und jeder Anfall deprimierte nicht nur sie, sondern auch ihre Tochter. Durch ein ganz schönes Ereignis – ihre Schwangerschaft – konnte die junge Frau sich wieder positiven Gedanken widmen. Elena sagt uns, es sei einer der glücklichsten Momente ihres Lebens gewesen. Das Töchterchen Natalia kam zur Welt und die frischgebackene Mutter war vom Glück beflügelt. Die Kleine lebte aber nicht lange - nur zwei Monate... Nach ihrem Verlust stürzte Elena in eine tiefe Depression. Erst drei Jahre später (2003) kam die Tochter Oxana zur Welt. Das Mädchen war gesund und liess die Mutter wahre Freude empfinden. Kopfüber beschäftigte sich Elena mit den Sorgen um das Kind, Witalij aber war dem Familienleben nicht gewachsen und zeigte dafür kein grosses Interesse. Er hielt es nicht für seine Pflicht, seine Angehörigen materiell zu versorgen. Elena hoffte sehr darauf, dass es sich ändert und lebte mit dem Motto des Bibeltextes aus 1 Korinther 13:4-7: „Die Liebe ist langmütig und gütig. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles“. Die Zeit verging und noch zwei Kinder – Ekaterina (2010) und Andrej (2012) – erblickten das Licht der Welt. Die grosse Familie war für Witalij eine echte Herausforderung, der er nicht standhielt. Er verliess seine Familie endgültig. Mit zwei Töchtern und einem Säugling auf dem Arm blieb Elena alleine sitzen. In der wirtschaftlich schwachen Ukraine ist für die durchschnittliche Familie die Versorgung nur schon eines Kindes problematisch, geschweige denn für eine allein stehende Frau mit drei. Elena gab aber nicht auf, und ihre Liebsten sahen eine fröhliche und selbstbewusste Mama.

Oxana mit Andrej zu Hause, 2013 Elena mit Andrej im Spital, 2013

Zutiefst getroffen

Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen, die Mutter erledigte ihre Hausarbeit, während die Kinder in der Küche spielten. Die Töchter malten und passten auf das in der Nähe krabbelnde Brüderchen auf. Plötzlich vernahmen die Ohren der Schwestern einen schrecklichen Schrei. Andrej sass auf dem Boden und vor ihm befand sich eine leere, umgefallene Teekanne. Das Kind hatte unabsichtlich am elektrischen Kabel gezogen und die Kanne mit zwei Litern Kochwasser war umgekippt. Der arme Knabe wurde mit dem heissen Wasser verbrüht und erlitt schwerste Verbrennungen.

Andrejs Zustand wird momentan als ernst eingeschätzt. Er braucht unzählige Medikamente, Antibiotika, Salben und mehrere Hauttransplantationen. Für die ersten Noteingriffe gab die alleinstehende Mutter ihre bescheidenen Ersparnisse aus. Für die weitere Therapie kann sie leider keine Mittel mehr aufbringen. In dieser Situation bleibt ihr nichts übrig, als auf Gottes Hilfe und unsere Unterstützung zu hoffen. Ihre Mithilfe, liebe Leserinnen und Leser, ist in jedem Umfang herzlich willkommen.



Elena Blazhej

geb. 1980

und Sohn Andrej

geb. 2012

    Elena wandte sich an die SOS GERASJUTA Stiftung, weil ihr Sohn Andrej mit einer ernsten Hautverbrennung auf der Intensivstation des Kinderregionalspitals lag. Er brauchte viele Medikamente, Antibiotika und mehrere Hauttransplantationen. Für die ersten Noteingriffe gab die alleinstehende Mutter ihre bescheidenen Ersparnisse aus. Via Hilfswerk richtete die arme Frau ihre flehende Bitte an die Schweizer Bürger, die ihr Flehen erhörten und die dringende finanzielle Hilfe leisteten. Von ihren Beiträgen wurden spezielle Prozeduren bezahlt. Andrejs Leben ist jetzt ausser Gefahr. Dafür ist Elena den Spenderinnen und Spendern sehr erkenntlich. Das Schrecklichste ist vorbei, aber damit der Gesundheitszustand des Jungen nicht schlimmer wird, muss man teure Salben für die Heilung der Narben besorgen. Elena bittet die gutherzigen Menschen erneut um finanzielle Unterstützung für ihren Sohn.

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