«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Nadeshda Dedjuch,

geb. 1980

und Sohn Valerij,

geb. 2002

 

     Vor einigen Monaten passierte eine Tragödie in der Familie Dedjuch: Valerij, der einzige Sohn von Nadeshda und Vitalij (geb. 1973), geriet wegen einer Unachtsamkeit unter das Schneidewerk eines Schleppers und schwebte auf der Intensivstation des Kinderregionalspitals zwischen Leben und Tod. Die Eltern des Jungen sind Bauern und nur ihr Gemüsegarten sichert ihnen einen kleinen Verdienst. Deshalb hatten sie keine Möglichkeit, ihrem Sohn die nötige lebenswichtige Behandlung zu leisten. Nadeshda wandte sich verzweifelt an die Schweizer Wohltäterinnen und Wohltäter, und ihre gnädige Hilfe hat dem Jungen ein zweites Leben geschenkt. Familie Dedjuch bedankt sich bei den Spendern für die Stütze während dieser schwierigen Periode und wünscht ihnen alles Beste.

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Stunde der Not

        Das Leben ist unvorhersehbar. Alles läuft wie gewohnt und geregelt und in der nächsten Sekunde wird es plötzlich zum Chaos. Und niemand weiss, wann diese schicksalhafte Stunde der Not kommt. Die Geschichte, die wir Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, hier unterbreiten, ist hierfür eine praktische Bestätigung. Eine glückliche Familie schaut uns aus den Fotos entgegen. Alle lächeln und man sieht ihre Harmonie und Zufriedenheit. Nichts betrübt ihre stille Häuslichkeit. Sie ahnen nicht, welch eine harte Prüfung sie noch erwartet.

Die Regungen der Liebe

Ihr ganzes Leben verbrachte Nadeshda Dedjuch in ihrem Heimatdorf Podo-Kalinowka. Dort wuchs sie auf, ging zur Schule, lernte viele Freunde kennen und traf ihre erste und einzige Liebe. Sie kannte Vitalij schon lange, weil er aus demselben Ort stammte. Doch eine engere Beziehung entwickelte sich erst in den oberen Klassen, als die beiden allmählich verstanden, dass sie ohne einander nicht mehr leben konnten. Nadeshda wartete gar zwei Jahre lang, bis ihr Geliebter aus dem Militärdienst zurückkam und beendete in der Zwischenzeit die Schule. Die Leute sagen, das Getrenntsein mache die echten Gefühle nur stärker. Als der Mann endlich zu Hause war, zögerte er nicht und machte sofort einen Heiratsantrag, welchen Nadeshda freudig annahm. 1999 gründeten sie ihre Familie. Das war ein hoffnungsvoller Anfang für eine lange und glückliche Ehe.

Nach der Hochzeit wohnte das Brautpaar für eine Weile bei Nadeshdas Eltern. Während dieser Zeit sparte es ein wenig Geld an. Nach ein paar Jahren kauften sie sich ein schönes Haus in demselben Dorf und zogen dort ein. Endlich konnten die Liebenden ihren eigenen Haushalt führen und sich ernste Gedanken über Kinder machen. Es gibt sehr wenige Arbeitsplätze in der Ortschaft, deswegen nahmen sie sich ein Stück Boden und bauten verschiedene Obst- und Gemüsesorten an, um sie später zu verkaufen und davon ihr eigenes Brot zu verdienen. So machte die junge Familie ihren ersten Schritt ins Erwachsenenleben.

 

Der kleine Valerij mit Mutter Nadeshda, Anfang 2003 Vater Vitalij mit Sohn, 2004

Nichts wird einem umsonst gegeben

        Kurz nach dem Umzug war Nadeshda in guter Hoffnung, die Eheleute waren überglücklich. Dann allerdings wurde die Fröhlichkeit von Unruhe gestört: Nadeshda wurde schwanger, die Schwangerschaft verlief aber nicht ohne Komplikationen und alle machten sich Sorgen um das Kind und seine Mutter. Nadeshda selbst hatte Angst vor der Zukunft, weil sie den Gedanken einfach nicht aushielt, dass ihrem Schätzchen etwas passiert oder, was sie sich gar nicht vorstellen konnte, dass sie es verlieren könnte. Der liebe Gott schien ihre Gebete erhört zu haben und schliesslich gebar Nadeshda am 25. November 2002 einen Sohn. Die glücklichen Eltern gaben ihm den Namen Valerij. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet er „gesund und stark“.
Der Name passte aber leider im wirklichen Leben nicht so gut zum Neugeborenen. Das Baby war von seiner Geburt an gesundheitlich schwach und wog zuerst nur zweieinhalb Kilo. Seine Entwicklung war gestört. Bis zum Alter von vier Jahren konnte der Bub nicht sprechen, obwohl der Rest in Ordnung war – so konnte er zum Beispiel mit eineinhalb Jahren gehen. Er erkältete sich oft, weil seine Abwehrkräfte zu gering waren. Die Eltern waren voller Sorgen um ihr einziges Kind und suchten nach einem Ausweg. Als Valerij plötzlich zu sprechen begann, atmeten alle erleichtert auf und schickten ihn in den Kindergarten. 2009, zwei Jahre später, ging der 6-jährige Knabe in die Schule. Sein beliebtestes Schulfach ist Mathematik: er mag es, verschiedene Beispiele durchzurechnen und komplizierte Aufgaben zu lösen. Er hat aber kein rechtes Sitzfleisch, so wie es vielen Jungen in seinem Alter an Ausdauer fehlt.

Dennoch war der Junge von klein auf an Arbeit gewöhnt, weil es im Dorf keine Sitte ist, viel zu faulenzen. So half er seinen Eltern schon immer im Haushalt. Nadeshda und Vitalij pflegten wie früher ihren Gemüsegarten. Das ist die grösste und zugleich einzige Quelle des Familieneinkommens. Es ist nicht viel, jemand sagt vielleicht, es sei gar nichts, aber für diese Familie ist das Geld nicht so wichtig. Zumindest war dies so, bis ein grausames Ereignis das ruhige Leben dieser freundlichen Familie zur Hölle machte.


Valerij beim Spielen, 2005

Spaziergang wird zur Katastrophe

An jenem schrecklichen Abend kam Valerij aus der Schule zurück nach Hause und ging mit seinem Freund aufs freie Feld, wo ein Arbeiter einen Traktor fuhr. Die Jungen spielten neben dem Traktor und liefen um ihn herum. Es war ein schöner sonniger Tag und die beiden Freunde genossen das Spiel. Aber dann passierte etwas ganz Furchtbares: in seiner Heiterkeit reagierte Valerij nicht rechtzeitig auf den Richtungswechsel der Maschine und geriet unter die Fräse des Traktors. Da die Felder den Häusern gegenüber liegen, hörte sein Vater Vitalij sofort das schreckliche Geschrei und rannte zum Unfallort, wo er seinen Sohn blutüberströmt auf dem Boden vorfand. Die entsetzten Eltern verloren keine Zeit: der Junge wurde sofort in die Klinik transportiert, wo man ihm die erste Hilfe leistete. Nadeshda bleibt seitdem Tag und Nacht bei Valerij, weil die Entfernung von ihrem Sohn und die Ungewissheit für die arme Frau unerträglich sind. Valerijs Behandlung erfordert ständige Investitionen, besonders die ersten Tage waren teuer. So wurden alle winzigen Familienersparnisse auf einmal ausgeschöpft.

Jetzt befindet sich Valerij mit mehreren Verletzungen im Kinderregionalspital der Stadt Cherson, die schlimmsten sind zwei Löcher in der linken Lunge, die Verschiebung des Herzens, ein Schlüsselbeinbruch und Rippenfrakturen. Der Schmerzschock hat ständig negative Auswirkungen auf den Blutdruck. Der Junge benötigt eine Reihe von wichtigen Operationen sowie eine ganze Menge von teuren Medikamenten, um eine Überlebenschance zu haben.

 


Valerij im Spital der Stadt Cherson, 2013

Es tut uns sehr Leid, den Kummer seiner armen Eltern zu beobachten, so wenden wir uns mit diesem Notschrei an jeden ungleichgültigen Menschen und bitten unsere sehr verehrten Gönnerinnen und Gönner, alle Kräfte zu bündeln und gemeinsam ein unschuldiges Kinderleben zu retten!