«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   





Tatjana Fedkiw

geb. 1969

und Sohn Sachar

geb. 2008

    Sachar spielte mit seinem jüngeren Bruder Nasar (2009) draussen. Er nahm seinen Bruder mit und näherte sich aus Neugier einer Transformator-Zelle, die sich unweit ihres Hauses befindet. Das Kind kletterte über den Zaun, und es passierte ein Unglück: Eine sehr hohe Spannung verbrannte seinen rechten Arm, der später im Krankenhaus wegamputiert werden musste. In ganz ernstem Zustand wurde er in die Regionalklinik eingeliefert, und für die Notoperation wurden alle Familienersparnisse aufgebraucht. Nun ist der Junge in der Rehabilitationsphase, die ihm seine allein stehende Mutter Tatjana (geb. 1969) nicht finanzieren kann.
   Sachar benutzt eine Armprothese, die für ihn aber unbequem ist, und man muss  sie korrigieren lassen. Ausserdem braucht Sachar eine orthopädische Matratze für die Skoliosevorbeugung. Seine Mutter ist arbeitslos und hat keine Mittel, um seine ganze Kur zu bezahlen. Zudem ist Tatjana von ihrem Ehemann geschieden, so hat die arme Frau keine Unterstützung.
     Tatjana bittet die Wohltäter aus der Schweiz um Hilfe für ihren verletzen Sohn.





Wie viel kostet ein Kindesleben?

        Das Kind ist und bleibt zu allen Zeiten das Symbol für Reinheit, Unschuld und den neuen Beginn. Denn die Kinder sind unsere Zukunft und die Verkörperung all unserer Hoffnungen. Und wie furchtbar und bitter ist es, wenn ein kleiner Mensch, der seinen Weg in dieser Welt kaum angefangen hat, plötzlich in die lebensgefährliche Situation gerät. Die Leute sagen, das menschliches Leben sei unschätzbar. Aber es kommt irgendwann die Stunde, wenn es mit dem Geld ja gemessen sein kann – dem Geld für die entscheidende Operation oder dringende Behandlung.
         Die Geschichte, die wir Ihnen, sehr geehrte Spenderinnen und Spender, heute zum Lesen anbieten, ist gerade der Fall, wenn die rechtzeitig geleistete Hilfe dem Kind die Rettung bringen kann.

Unter einem guten Stern geboren

Tatjana Fedkiw (geb. 1969) kommt aus dem Dorf Bugskoje, das sich im Süden der Ukraine befindet. Wasilij (geb. 1966) hat sie kennengelernt, als sie schon geschieden war und die Tochter hatte. Ihr erster Ehemann hat die Familie verlassen, diese bittere Erfahrung entnahm ihr aber auf keinen Fall die Hoffnung auf die glückliche Ehe und die Überzeugung, dass es noch irgendwo würdige Männer gibt. Und da hat sie sich nicht geirrt. Wasilij lebte damals im Nachbardorf Dilnytsche. Nach dem Bruch der Sovjetunion war es für dörfliche Bewohnern besonders problematisch, einen Job zu finden. Darum suchte Tatjana nach irgendeinem Saisonverdienst auf den Feldern, an die ihre Heimatregion reich war. Eines Tages während der Ernte hat sie Wasilij kennengelernt. Diese Bekanntschaft entwickelte sich schnell in ein reines Gefühl. Im Jahr 2007 zog sich Wasilij in Bugskoje um und das Liebespaar feierte eine schöne Hochzeit. Das war der Beginn einer neuen Periode für Tatjana.

Sachar mit seiner Mutter Tatjana, Sommer 2011 glьckliche Geschwister, Februar 2013

Kinder sind die Blumen des Lebens

         Der sechzehnte April 2008 wurde zum Glückstag für Tatjana und Wasilij – es erblickte das Licht der Welt ihr erster gemeinsamer Sohn Sachar. Der Bub war vom Anfang an gesund und munter, entwickelte sich schnell und ohne Komplikationen. Zudem war er immer sehr neugierig und aktiv. Niemand wusste, dass gerade dies ihm eines Tages einen losen Streich spielen wird...
         Ein Jahr später hat Tatjana Sachars Brüderchen Namens Nasar zur Welt gebracht. Die Knaben wuchsen zusammen und freuten ihre Eltern. Jeder Tag brachte etwas Neues. Als Sachar zwei Jahre alt wurde, ging er in den Kindergarten. Da er sehr kontaktfreudig und offen war, fiel es ihm nicht besonders schwer, dort neue Freunde zu gewinnen. Und letztes Jahr ist die Familie Fedkiw um ein Person grösser geworden: Tatjana bekam noch ein Kind. Das Mädchen kriegte einen schönen Namen Kamila. Den Eltern ist es nur mühsam gelungen, eine sechsköpfige Familie zu ernähren, weil sich Tatjana ständig um die Kinder kümmerte und den Haushalt führte. Dazu hatte Wasilij einen unregelmässigen Verdienst, sodass die Familie über kein festes Einkommen verfügte. Aber, wie die Leute sagen, reich ist nicht der, wer über viel Geld verfügt, sondern der,wer zufrieden mit dem bleibt, was er hat. Und in dieser Familie herrschte eine stille Harmonie und Einigung, die viel mehr als Geld zu schätzen ist.


Brьder und die besten Freunde, Januar 2013

Unerwartete Tragödie

Der Abend, an dem alles geschah, unterschied sich von allen anderen kaum. Die Kinder spielten im Hof und die Mutter erledigte Hausarbeit und passte auf die kleine Kamila auf. Nach einiger Zeit wurde das Nachbarmädchen nach Hause gebracht und Sachar mit Nasar mussten auch zurück. Das haben sie aber zum tiefsten Leid nicht getan. Nicht weit von ihrem Haus befindet sich eine Umspannerzelle, die nichts ausser dem einfachen Zaun begrenzt. Tatjana verbot Sachar mehrmals, sich diesem Platz zu nähern. Man weiss aber, dass verbotene Früchte am besten schmecken. Zudem war Sachar immer ein Rutscher. So nahm er seinen Bruder mit und ging dorthin. Er kletterte leicht über den Zaun und fing an, die Zelle zu steigen. Hier passierte das Schrecklichste: die Spannung war so hoch, dass Sachar den Kabel noch nicht berührt hat, als der Strom durch alle seine Glieder zuckte und ihn weg schleuderte. Das erste Wunder besteht darin, dass der Knabe so einen starken Schlag überlebte. Und das zweite – sofort nach dem Unfall wurde der Strom abgesperrt und die Notstromversorgung hat nicht funktioniert. Sonst hätte das ihn sicherlich umgebracht.
         Im schweren Zustand wurde Sachar in die Regionalklinik transportiert. Bis jetzt liegt er in der Intensivstation und die Ärzte kämpfen um sein Leben. Sein rechter Arm nahm so starken Schaden an, sodass er nicht mehr geeignet war, behandelt zu werden. Danach folgte die Amputation. Dazu hat der Strom alle innere Organe beschädigt und an den Stellen, wo er rausging, wurde das Hautgewebe stark zerrissen und verbrannt.


Sachar im Spital, Juli 2013

         Das Leben ist unvorhersehbar. Die menschliche Natur ist so gestalten, dass man ständig etwas plant und auf die bessere Zukunft hofft. Aber auf einmal kann das alles wegen einer achtlosen Tat verloren gehen. Da bleibt der Mensch ganz ratlos. Der Fall von Sachar Fedkiw ist ein sprechendes Beispiel dafür. Die Ärzte können bis jetzt keine klare Diagnose stellen. Von der Hautverpflanzung und Besorgung der Armprothese kann momentan gar keine Rede sein. Das wichtigste ist es jetzt das Leben dieses armen Kindes zu erretten. Wir, die Mitarbeiter der SOS GERASJUTA Stiftung, erkennen es als unser Pflicht, Ihnen diese rührende Geschichte mitzuteilen. Und wir hoffen innig darauf, dass unsere gemeinsame Bemühungen es schaffen, die Tragödie in dieser Familie zu vermeiden.