«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Witalij Glebow

geb. 2002

 

   Der Junge kommt aus Nikolajew, aus einer gewöhnlichen Familie. Nach seiner Geburt wurde bei ihm eine Fehlentwicklung des Kleinhirns diagnostiziert. Bald wurde eine Zyste aus dem Kopf Witalijs herausoperiert. Danach entwickelte er sich normal. Er ging in den Kindergarten, dann in die Schule, wo er gute Leistungen zeigte.
   Einmal kriegte der Junge häufige Kopfschmerzen und plötzliche, sprunghafte Blutdruckschwankungen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Nach der Untersuchung war er auf Infusionen angewiesen, die leider ergebnislos verliefen. Witalij lag reglos auf dem Krankenbett ans Beatmungsgerät angeschlossen. Er brauchte eine kostspielige medizinische Behandlung, und zwar Antibiotika, virenhemmende Mittel, neuroprotektive Präparate und eine intravenöse Ernährung. Der Junge kriegte noch Hautausschlag am Rücken, der zum Absterben von Gewebe führte. Diese Wunde benötigte auch Versorgung.
   Aus ihren minimalen Löhnen konnten Witalijs Eltern leider die kostspielige Therapie nicht bezahlen. Dank der Spende von Schweizer Wohltätern bekam der Patient alle nötigen Medikamente. Dem Jungen geht es im Moment leidlich – er kann selbstständig atmen und essen, sein Rücken sieht auch besser aus. Er bleibt jedoch ans Krankenbett gefesselt und braucht Fürsorge sowie eine Antibiotikatherapie. Frau Glebowa dankt den Gönnern für die Rettung des Lebens ihres Sohnes und bittet höflich um nochmalige finanzielle Unterstützung.

 


   
 

 

Unser Mitleid kann ein junges Leben retten

   Gute Taten beglücken. Sie verleihen dem Leben einen echten Sinn. Wenn man von Herzensgüte bewegt jemandem hilft, kommt das Gute früher oder später wie ein Bumerang zu einem zurück. Die Theorie, dass Güte nie übersehen und reichlich belohnt wird, gilt seit mehreren Jahrtausenden und ist auch heute noch gültig.

Liebe Leserinnen und Leser, aus Anlass der kommenden Ostern organisiert die SOS Gerasjuta Stiftung eine spezielle Spendensammlung. Auf dem Spiel steht das Leben des 17-jährigen Jungen Witalij Glebow aus der Ukraine, dessen Geschichte wir nachstehend in Augenschein nehmen. Bei Anteilnahme Aller von uns bekäme der junge Mann in seinem Todeskampf gute Chancen aufs Überleben.

Руслана и Эльдар на прогулке, 2016

Die dreijährigen Witalij und Wadim Glebow spielen im Garten, 2005

 

Эльдар и Руслана на природе, осень 2017

Die Erstklässler bringen ihrer ersten Lehrerin Blumen, Herbst 2008

 

Nach dem Mutterleib direkt in Lebensgefahr

   Womit geht die Sorglosigkeit, abgelöst von ersten Existenzschwierigkeiten, zu Ende? Mit dem Abitur und der Tatsache, sich für irgendeinen Beruf entscheiden zu müssen? Oder ist es erst dann der Fall, wenn die Eltern durch die Altersschwäche niedergeschlagen auf den Rückhalt des Nachwuchses angewiesen sind? Eines steht fest: Die Turbulenzen des Daseins machen dann und wann jedem zu schaffen. Am härtesten jedoch trifft ein Schicksalsschlag die jungen Lebensgeber, deren Kind, anstatt die neue Welt leichten Herzens geniessen zu können, den bitteren Geschmack von Schmerzen verfrüht zu kosten bekommt. Witalij und Wadim kamen 2002 in der Familie Glebow zur Welt. Ihre Mutter Natalia war ausser sich vor Freude, als sie während des Ultraschalls die seligen Neuigkeiten erfuhr. „Sie bekommen Zwillinge, machen Sie extra Platz im Schlafzimmer!“ Diese Worte des Arztes kündigten den Beginn einer neuen Epoche im Leben des jungen Paars an. Die beiden waren begeistert, besprachen jede Einzelheit der Erziehung ihrer langersehnten Kinder und versprachen sich hoch und heilig, die besten Eltern auf der Welt zu werden. Um würdige Lebensverhältnisse für seine Familie zu gewährleisten, stürzte sich der Vater Alexander kopfüber in die Arbeit, machte bereitwillig Überstunden und kam erst spätabends heim. Eine Alltäglichkeit für die alte, grosse Erde und gleichzeitig das schönste Wunder für die Verliebten liess nicht lange auf sich warten – an einem warmen Herbsttag erblickten zwei süsse Jungen hintereinander das Licht der Welt! Der um Haaresbreite ältere Bruder Wadim war kerngesund, doch Witalij hatte leider weniger Glück. Bei dem kleineren Bruder entwickelte sich noch im Leib eine erbbedingte Anomalie des Kleingehirns, die vor allem in Koordinationsstörungen ihren Ausdruck fand. Mit nur drei Wochen stand sein Dasein auf der Kippe, als mit einer dringenden Operation zur Entfernung der Hirnzyste eingegriffen wurde. Damals hatte das Witalij alles tapfer durchgestanden und hatte somit seinen Platz an der Sonne erkämpft. Nur war es ihm leider nicht vergönnt, die heimtückischen Umtriebe des Schicksals für lange Zeit hinter sich zu lassen. Die wichtigste Willensprobe stand ihm noch bevor.

Mit 17 an der Todesschwelle

  Natalia und Alexander bilden ein Ehepaar, welches man vielen anderen Familien als Vorbild hinstellen darf, so hartnäckig und verbissen kämpfen sie um das Wohl ihres Nachwuchses. Sie wollen das brutale Los einfach nicht hinnehmen und gönnen sich keine Verschnaufpause beim Kampf um die Rettung ihres Sohnes. Die Erziehung eines Kindes aus der Risikogruppe sowie die Versorgung der Zwillinge mit allem Nötigen ist mit der Zeit für die moralisch einwandfreien Eltern zur Ehrensache geworden. Sie haben dazu beigetragen, dass die Brüder einander für beste Freunde halten, wie es zu Zwillingen auch passt.
   „Mama, wirst du auch irgendwann sterben?“ Die Frage des damals noch 7-jährigen Wadim liess seine Mutter für einen Moment die Fassung verlieren. Es kostete die Frau eine Menge Selbstbeherrschung und Mühe, den Knaben zu beruhigen und die trüben Gedanken zu verjagen. Damals konnte Natalia nicht im Geringsten ahnen, was für ein bitteres Unglück auf ihren anderen Sohn lauerte.
   Als Witalij 17 wurde, traten merkwürdige Beschwerden in seine Existenz: Intensive Kopfschmerzen, scheinbar grundlose Schwankungen des Blutdrucks, Schwachheit. Da die Probenentnahmen und ärztlichen Untersuchungen auf keine eindeutige Diagnose hinwiesen, wurde, wie ganz oft in ähnlichen Fällen, eine Infusionstherapie in Anspruch genommen. Bedauerlicherweise stabilisierte sich der Zustand des Jungen überhaupt nicht, ja die Situation geriet danach sogar völlig ausser Kontrolle.
   Die Verschlimmerungen traten in einer raschen Abfolge ein: Zunächst Übelkeit und heftige Bewegungsstörungen, dann auch ausbleibender Stuhlgang sowie intensive Atembeschwerden. Aus dem einst lebensfrohen, optimistischen Jungen wurde infolgedessen ein ans Beatmungsgerät angeschlossener Schwerkranker mit einer überhaupt nicht hoffnungsvollen Prognose. Bei der nachträglich gestellten Diagnose wurde Enzephalomyelitis – eine akute Entzündung im Innenraum des Gehirns – festgestellt. Laut den Medizinern wurde diese durch eine Vireninfektion, und zwar Herpes verursacht, die zu einer Wassereinlagerung im Hirn, Ausschlag am Rücken und dort zu Hautnekrose führte. Die behandelnden Ärzte gehen miteinander darin konform, man dürfe mit dem Überleben ausschliesslich in dem Falle rechnen, wenn die dringend notwendige und aufwendige Operation zum Absaugen der Flüssigkeit mit anschliessender medikamentöser Therapie stattfindet. Zudem würde eine Elektrostimulation der Harnblase und Peripherie gepaart mit regelmässigen Massagen und Heilgymnastik Witalijs Chancen verbessern.

 

Пара влюбленных в канун Нового года, 2017

Die besten Freunde Witalij und Wadim lassen sich fürs Klassenalbum fotografieren, Frühling 2018

Эльдар в реанимации, сегодня

Witalij Glebow in ernstem Zustand auf der Intensivstation, heute

  Wer will mit nur 17 sterben? Trotz totaler Hilfslosigkeit bei der Finanzierung der Behandlung hat sich Familie Glebow fest vorgenommen, das Wort „aufgeben“ auch in den hintersten Ecken ihres Bewusstseins zu löschen. All des Ernstes der Lage ungeachtet, wird keiner von ihnen müde, nach Möglichkeiten zu suchen, wo andere schon längst genug Gründe gefunden hätten, in tiefste Verzweiflung zu stürzen. Liebe Spenderinnen und Spender, vor uns liegt heute die Wahl, sich den mutigen Glebows in ihrer Standhaftigkeit anzuschliessen oder aber sie ihrem Verhängnis zu überlassen. So wie aus einem Körnchen Hoffnung ein fester Glaube wird, sammelt sich aus wenn auch kleinen, aber aufrichtigen einzelnen Spenden ein ausreichender Betrag. Ihre Hilfe könnte von entscheidender Bedeutung sein!