«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Swetlana Gorewa

geb. 1990

Sohn Maxim

geb. 2014

 

      Swetlana Gorewa aus dem ukrainischen Städtchen Weselinowoje ist eine allein stehende Mutter mit zwei Söhnen – Maxim (geb. 2014) und Nikolaj (geb. 2010). Die Frau muss alleine für ihre Familie sorgen, weil der Vater der Kinder an der Erziehung nicht teilnimmt.
     Eines Abends liess Swetlana Maxim nur für einige Minuten in der Küche. Der Junge machte die Backofentür auf und liess sie zuklappen. Infolgedessen geriet der Gasherd ins Wackeln, und der daneben stehende Teekessel fiel direkt auf das Kind. Kochendheisses Wasser verbrannte 25% des Körpers des Jungen. Maxim brauchte eine rettende Therapie, für die seine Familie keine Mittel besass. So musste sich Swetlana mit einem Hilfegesuch an die Schweizer wenden. Einige Wochen wurde Maxim auf der Intensivstation künstlich beatmet. Ihm wurde Haut verpflanzt, insgesamt unterzog sich das Kind fünf Operationen. Maxims Leben ist inzwischen nicht mehr in Gefahr, aber die verletzten Körperteile – die Narben – brauchen noch Pflege.
      Dank den Mitteln der Schweizer Gönner konnte Swetlana die Behandlung finanzieren und das Leben des Kindes ausser Gefahr bringen und auch die Salben für Maxim, Schulsachen für Nikolaj, Medikamente für ihre an Bluthochdruck leidende Mutter Tatjana (geb. 1956) und Nahrungsmittel besorgen. Für all das spricht die Familie ihre riesige Dankbarkeit aus.

       






„Doktor, ich bitte Sie inständig…“

   - Die Lage des Patienten ist ziemlich ernst. Nur effiziente Präparate lassen die Situation nicht endgültig ausser Kontrolle geraten. Hier bitte die Medikamentenliste. Ich würde Sie auffordern, sie so schnell wie möglich zu besorgen.
   - Aber Doktor, hier steht der Preis, und der entspricht dem jährlichen Einkommen unserer Familie! Für uns ist es ganz und gar unmöglich, diese Summe aufzubringen!
   - Es tut mir sehr leid. Dann bleibt uns allen nur abzuwarten und auf die Gnade Gottes zu hoffen.

Solch ein Dialog zwischen Ärzten und Angehörigen von mittellosen Kranken wundert niemanden in der Ukraine. In einem Land, in dem es mit der Wirtschaft unentwegt bergab geht und die Bevölkerung von Tag zu Tag in immer grösseres Elend stürzt, ist der Lebensstandard sehr tief. Die Familien, die allgemein schon nur sehr mühsam über die Runden kommen, empfinden ein unerwartetes Unglück wie einen Unfall oder eine plötzliche Erkrankung eines Familienmitglieds wie einen lähmenden, das Herz zerreissenden Schlag. Es ist menschlich und selbstverständlich für jeden von uns, auf dem Altar unseres Wohls für unsere geliebten Nächsten alle erdenklichen Mittel einzusetzen. Doch wie aus dem am Anfang illustrierten Dialog folgt, stossen viele ukrainische Mitbürger gegen die Wand der eigenen materiellen Machtlosigkeit und dadurch wird das Leben einer erkrankten Person aufs Spiel gesetzt. Noch viel dramatischer ist der Sachverhalt, wenn es um minderjährige Kinder geht, die noch nicht richtig angefangen haben zu leben. Die Geschichte des 2-jährigen Maxim Gorew handelt genau von solch einem Fall. Liebe Leserinnen und Leser! Dieser von unserem Team verfasste Artikel hat den Zweck, das Leben einer kleinen schutzlosen Seele mittels unseres gemeinsamen Mitleids zu retten!



Maxim mit Bruder Nikolaj lassen sich für Familienkalender 2016 fotografieren



„Nur den Söhnen zuliebe gebe ich nicht auf!“




Maxim zu Hause, 2016

    Solche Worte liess Svetlana Gorewa (geb. 1990) über die Lippen kommen, als der geliebte Mann sie und die zwei Söhne vor die Tür setzte und von der Familie nichts mehr hören wollte. Die Hälfte der Summe für den Hauskauf wurde durch die jahrelang durch schwere Arbeit ersparten Mittel von Svetlanas Eltern gestemmt. Das Paar liess die Ehe nicht registrieren und das Eigentumsrecht für die Behausung wurde allein auf den Mann angemeldet. Damals verliebt und glücklich, hatte die junge Frau nicht den Hauch eines Verdachts, dass der Vater ihrer Kinder einmal so gemein handeln und in der Stunde der Not ein Jahr später einfach von allem kaltblütig die Finger lassen würde. Zum Glück liessen ihre Eltern die zweifache Mutter nicht zusammenbrechen. So hiessen drei neue Bewohner in einem kleinen Haus sie herzlich willkommen. Mit dem Baby auf dem Arm und dem älteren Sohn, dem Kindergärtner Nikolaj (2010), wäre die Frau nicht allein durchgekommen, aber dank der liebenden Güte der Grosseltern hatten die Kinder wenigstens ausgewogenes Essen und mehr oder weniger erträgliche Bedingungen für eine harmonische Entwicklung. Die grosse Familie hatte zwar nur sehr beschränkte Möglichkeiten, freute sich aber aus ganzem Herzen über ganz einfache Dinge wie Zusammensein, starke gegenseitige Unterstützung und eine freundliche Atmosphäre im trauten Heim. „Im Zwiegespräch mit Gott bat ich immer nur um das Eine – dass meine ganze Familie gesund bleibt. Ich war dafür immer sehr dankbar“, so Svetlana. Leider war der heimtückische Verrat des Mannes, das danach folgende arme Dasein im Elternhaus sowie das Herzensleid nicht die letzte Probe für die junge Frau. Das Wertvollste – die Gesundheit – und zwar des kleinsten Familienmitglieds, wurde neulich stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass sein Leben in grosser Gefahr ist.



Maxim mit der Mutter im Hof, Anfang Winter 2016



Maxim wird auf der Intensivstation nach Verbrühung therapiert, neulich



Das Leid kommt wie immer unerwartet

   Es war ein gemütlicher Feierabend. Die Grossmutter hatte Spätschicht als Wächterin bei einem Unternehmen, die Jungs blieben zu Hause mit der Mutter und dem Grossvater. Alle zusammen waren in der Küche und hatten riesigen Spass am Zeitvertrieb miteinander. Nikolaj rannte schnell ins Schlafzimmer und rief Mama, sie solle auch kommen. Der Grossvater und der kleine Maxim blieben in der Küche sitzen. So wie alle Kinder seiner Altersgruppe ist Maxim sehr beweglich und neugierig. Im Bruchteil einer Sekunde griff der Junge nach der Backofentür. Der Backofen geriet ins Wackeln, so dass die daneben stehende Teekanne mit dem Kochwasser drinnen direkt auf den Körper des Buben ausgeschüttet wurde. Höllisches Geschrei unterbrach die friedliche Stille und, wie sich Svetlana erinnert, durchbohrte wie ein zweischneidiges Schwert jede Zelle ihres Körpers. Durch die unachtsame Bewegung wurden 25% von Maxims Körper verbrüht, am meisten wurden die Beine, der Dammbereich und die linke Schulter in Mitleidenschaft gezogen. Im Moment befindet sich das Kind auf der Intensivstation und benötigt täglich überlebenswichtige Medikamente und ärztliche Prozeduren. Svetlanas Zustand charakterisiert ihr Aufruf dem Arzt gegenüber: „Doktor, ich bitte Sie inständig, retten Sie mein Kind! Ich habe kein Geld, doch ich will es nicht sterben lassen!“
Die SOS Gerasjuta Stiftung hat Kontakt zu den meisten Krankenhäusern der Stadt und erweist sich als zuverlässiger Partner bei der Lebensrettung von mittellosen Kranken. Auch diesmal richtete das Ärzteteam eine Bitte an unsere Organisation, den kleinen Maxim in seinem ernsten Kampf um sein Leben zu unterstützen. Die Verfassung unseres Landes garantiert jedem Bürger das Recht auf ein würdiges Leben und kostenfreie medizinische Versorgung. Solch ein lobenswertes Vorhaben ist leider nur auf dem Papier geschrieben, doch in der Wirklichkeit sieht alles ganz anders aus. Verfügt eine Familie über keine Mittel, muss sie jederzeit bereit sein, die Seele ihres geliebten Verwandten in die Klauen des unerbittlichen Todes zu übergeben, auch wenn es sich um kleine Kinder handelt. Liebe Spenderinnen und Spender! Die Mitarbeiter unseres Hilfswerks haben Frau Svetlana versprochen, all unsere Ressourcen zu mobilisieren und ihr Kind auf die Beine bringen zu helfen. Nun hoffen wir alle auf Ihr Mitmachen bei unserem würdigen Anliegen! Am Ende unseres Gespräches kann die verzweifelte Mutter kaum die Tränen unterdrücken. Sie sieht auf und wiederholt immer wieder „Bitte, lieber Gott…“ Die Kleine benötigt zahlreiche teure Medikamente, ohne die ihr Leben in höchster Gefahr ist. Jede kleine Spende kann Angelina aus den Klauen der Krankheit entreissen. Seien Sie bitte nicht abseits bei dieser Tragödie der Sitkewitschs!