«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Tatjana Krawtschuk

geb. 1992

und Sohn Konstantin

geb. 2014

 

   Die Familie Krawtschuk besteht aus fünf Personen: Das sind Mutter Tatjana, Vater Nikolaj (geb. 1991), die zwei Töchter Aljona (geb. 2009) und Sneschana (Jahrgang 2011) sowie Sohn Konstantin. An einem normalen Abend bereitete Tatjana das Essen zu und liess eine Kanne mit kochendem Wasser auf dem Boden stehen. Dann ging sie kurz hinaus, um ihrem Mann im Hof zu helfen. Konstantin blieb für eine Weile ohne Aufsicht der Mutter. Konstantin krabbelte auf dem Küchenfussboden und kippte unglücklicherweise die heisse Kanne um, was zu schrecklichen Folgen geführt hat. Seine vordere Körperseite (Bauch, Beine und Arme) war am schwersten verbrannt. Konstantins Behandlung wurde dank der Hilfe von tugendhaften Bürgern aus der Schweiz finanziert. Jetzt hat sich sein Allgemeinbefinden verbessert, obwohl die Rehabilitationsphase immer noch andauert. Familie Krawtschuk bedankt sich bei allen Wohltätern für die materielle Unterstützung in der schwierigsten Periode.

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Sorglose Jahre

   Tatjana Krawtschuk wurde am 15. Februar 1992 im Dorf Majtowo in der Ukraine geboren. Unsere Heldin sehen Sie auf dem ersten Foto. Tatjanas Vater arbeitete als Traktorfahrer, ihre Mutter war in einem Kindergarten als Hausmeisterin tätig. Tatjana war das zweite Kind der Familie, ihre ältere Schwester Oksana hatte die Welt zwei Jahre zuvor erblickt. Obwohl die Familie nicht reich war, wuchsen die zwei Mädchen Tatjana und Oksana in einer Atmosphäre der Liebe und des Friedens heran. Seit den Kinderjahren wurde Tatjana ein Gefühl für Verantwortung und Kinderliebe beigebracht. Im Gespräch teilte sie mit, dass sie nicht gut in der Schule war. Sie zog dem Klassenunterricht den Sport vor, und zwar Volleyball und Basketball. Als Schachspielerin nahm sie an Wettkämpfen teil und bereiste seinerzeit die ganze südliche Region.
    2007 beendete sie die Schule. Bis 2010 erlernte Tatjana den Beruf der Köchin in einer Berufsschule im kleinen Städtchen Domanjewka. Gerade in dieser Zeit begegnete Tatjana ihrem künftigen Mann, einem Jungen namens Nikolaj (geb. 1991). Zarte Fäden spannten sich zwischen den jungen Leuten, als sie zusammen das Berufspraktikum an der Schwarzmeerküste machten. Dort befand sich ein Ferienzentrum, wo sie ihre theoretischen Fähigkeiten und Fertigkeiten in einer unspektakulären Speiseanstalt anwenden durften. An die weiteren drei Monate erinnert sich Tatjana mit unverhohlener Freude. Vom Beginn ihrer Beziehung an wusste die junge Frau, sie werde bald ihre eigene Familie gründen würde. Auch Tatjanas Eltern empfingen Nikolaj mit offenen Armen.

Tatjanas Töchter Sneschana (links) und Aljona, (rechts), Sommer 2014

Tatjana mit ihrem Mann Nikolaj, 2014

Der Schritt ins Erwachsenenleben

    Die Kinderjahre waren schnell vorbei und im Jahre 2013 zog Tatjana zusammen mit Nikolaj ins Nachbardorf Mostowoje, wo sie immer noch wohnen. 2009 wurde ihr erstes Kind Aljona geboren. Zwei Jahre danach erblickte Sneschana (Jahrgang 2011), die jüngere Tochter, das Licht der Welt. Am 25. Januar 2014 kam das dritte Kind auf die Welt. Das glückliche Paar nannte es Konstantin. Der Familienvater war besonders glücklich, als er erfuhr, dass er einen Jungen und männlichen Nachfolger bekommt. Diesen Namen haben die Krawtschuks nicht einfach so gewählt. Der Name Konstantin kommt aus dem Griechischen und bedeutet der Standhafte bzw. der Beständige.

Nichts deutete auf etwas Schlimmes hin

Tatjana mit der Tochter Sneschana (2011)

    Die Familie Krawtschuk war bis vor kurzem frei von Kummer. Nikolaj arbeitete in einer Wachfirma in der Regionalstadt, etwa hundert Kilometer von seiner Familie entfernt. Obwohl es ihm finanziell schwer fiel, zwischen Dorf und Stadt zu pendeln, reichte sein Verdienst für das bescheidene Dasein der Familie. Als Nebenerwerb hält sie eine Kuh, deren Milch auf dem Markt verkauft wird. Im Herbst 2014 begann für Tatjana und Nikolaj eine Pechsträhne. Zuerst verlor der Mann seine Stelle in der Grossstadt und dann passierte ein Unfall, der das Leben von Konstantin in grösste Gefahr brachte. Tatjana erzählte uns im Spital, dass ihre Kinder früher keine gesundheitlichen Probleme hatten. Sie kann die Situation immer noch nicht begreifen und weint jedes Mal, wenn es ihr die Ärzte erlauben, das Krankenzimmer von Konstantin zu betreten. Seit Jahren fördern wir junge Patienten mit Verbrennungen und in mehreren Fällen haben wir dank den grossherzigen Gönnerinnen und Gönnern aus der Schweiz ihr Leben gerettet. Es ist jeweils eine grosse Freude für uns zu sehen, dass diese Kinder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder gesund und fröhlich sind.
    Der Unfall geschah im Familienhaus. Tatjana bereitete das Abendessen zu und liess aus Unachtsamkeit eine Teekanne mit Brühwasser auf dem Fussboden stehen. Konstantin spielte indes im Nebenzimmer. Für eine Weile ging Tatjana aus dem Haus, um Arbeiten im Hof zu erledigen. In diesem Moment blieb der kleine Konstantin ohne seine Mutter und kippte den Behälter mit Kochwasser auf sich. Das fast einjährige Kind zog sich schwere Verbrennungen zu. Bis zu 45 Prozent seiner Hautoberfläche sind verbrüht. Ob das Kind am Leben bleibt, ist eine Frage der Finanzierung. Die Behandlungssumme ist hoch, der voraussichtliche Betrag beläuft sich auf mehrere hundert Franken. Diese Summe ist für die Krawtschuks unerschwinglich. Sie haben niemanden an ihrer Seite. Ihre Verwandten sind selber arm und können in dieser Lage nicht helfen. Konstantins Bauch, Arme und Beine sind schwer in Mitleidenschaft gezogen, und der Knabe liegt derzeit in bewusstlosem Zustand auf der Intensivstation. Er kann noch nicht einmal atmen und ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen. In allernächster Zeit sind eine Reihe von Hauttransplantationen geplant, deswegen bitten wir alle Spenderinnen und Spender, unser Projekt „Mittellose Kranke“ mit einem Beitrag zu unterstützen. Es gibt zudem einen dringenden Bedarf an Verbandstoff und teuren Antibiotika. Die untröstliche Tatjana befindet sich 24 Stunden im regionalen Kinderspital an der Seite ihres Sohnes Konstantin, während ihr Ehemann nach den Töchtern im Dorf schaut. Nach Angaben der Mediziner sind die Chancen auf einen Heilungserfolg sehr hoch, es bleibt nur eine offene Frage – die rechtzeitige Finanzierung.

Tatjanas Sohn Konstantin, Spital 2014

   Unser Team hegt die Hoffnung, dass diese Geschichte die barmherzigen Schweizerinnen und Schweizer nicht kalt lässt. Machen wir in enger Zusammenarbeit mit der heutigen Weihnachtsaktion die Genesung des Kindes möglich!