«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Natalija Kusma

geb. 1981

Sohn Artur

geb. 2014

 

 Natalija und ihr Mann Alexej wohnen in einem kleinen Haus ohne Bequemlichkeiten. Sie erziehen fünf kleine Kinder. Im Haus gibt es keinen Wohnkomfort, deswegen muss man das Wasser aus dem Brunnen holen. Aber eines Tages passierte ein Unfall, der die Eltern um Hilfe zu bitten zwang. Die Mutter wollte Geschirr spülen und kochte dafür Wasser auf dem Herd. Nur für einige Sekunden ging Natalija aus der Küche raus und da ereignete sich das Unglück. Artur zog am Topf und schüttete so das siedende Wasser auf sich. 20% seines Körpers wurden verbrüht. Ein epileptischer Anfall belastete zusätzlich seinen ohnehin ernsten Zustand, so dass Artur ins Koma fiel. Er brauchte mehrere Antibiotika, Hauttransplantationen und viele medizinische Prozeduren. All das muss in der Ukraine aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Im Mutterschaftsurlaub bekommt Natalija monatlich nur eine kleine Summe vom Staat. Alexej schuftet für einen geringen Lohn als Monteur bei der Eisenbahn. Die Behandlungskosten waren für die Familie Kusma völlig untragbar und sie wandte sich an mitleidige Leute aus der Schweiz mit der Bitte um Hilfe für die Behandlung ihres Sohnes.
 Die gespendeten Mittel wurden für Arturs Behandlung ausgegeben: Medikamente, Hauttransplantation, Narbensalben sowie Arzneien gegen Epilepsie. Natalija Kusma bedankt sich herzlich bei den Gönnern für die geleistete Unterstützung.

   




 

Keiner kümmert sich um das Leid des Kindes

   „Man wird in der Ukraine kaum einen anderen Bereich finden, der so kompliziert, vernachlässigt und korrumpiert ist. Unser Gesundheitssystem verwandelt sich leider immer mehr in eine nationale Katastrophe“, zitiert der Pressedienst den ukrainischen Präsidenten Peter Poroschenko. Für die einfachen Bürger der Ukraine bedeutet das Folgendes: Sollte man krank werden und ins Spital müssen, wäre es keine Überraschung, wenn einem dort nicht geholfen wird – vor allem wenn man die Kosten für den Spitalaufenthalt und allfällige Therapien nicht tragen kann. Von den Behörden bekommt man bei Anfrage um finanzielle Unterstützung immer dasselbe zu hören: „Das Budget ist ausgeschöpft. Suchen Sie woanders nach Hilfe.“ In solchen Fällen bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als zu beten und auf ein Wunder zu hoffen. Dieses beklemmende Gefühl kennt Natalija Kusma nur zu gut: Ihr Sohn Artur (geb. 2014) erlitt starke Verbrennungen am Körper und wurde in die Regionalklinik gebracht, wo die Mutter Zeugin von staatlichem und menschlichem Versagen wurde. Das Leben des Jungen hing von einer sehr teuren Behandlung ab, welche sich die mittellosen Eltern nicht leisten konnten. Die verzweifelte Frau hat bereits an viele Türen geklopft – vergeblich. Niemand hatte ein offenes Ohr für ihren Kummer. Nur die Tür der SOS GERASJUTA Stiftung öffnete sich und bot der Mutter und ihrem kleinen Sohn die nötige Unterstützung.

Artur beim Spielen, 2015

Kindertraum wurde zur Realität

  Natalija wurde 1981 in Lettland geboren und hat bereits mit elf Jahren, als ihre Mutter starb, einen schweren Verlust erleben müssen. Plötzlich wurde die einst bunte und fröhliche Welt des Mädchens zu einem tristen Ort, wo es keinen Trost zu geben schien. Ihr Vater entschied sich, mit Natalija in die Ukraine zu ziehen. Dort stiess das Mädchen auf eine ganz neue Kultur: Im Gegensatz zu seiner Heimat, wo die Frauen emanzipierter waren und mehr Wert auf ihren beruflichen Werdegang legten, lebte sie plötzlich in einem Land mit eher konservativen Werten. Die Frauen dort waren mehr darauf bedacht, eine Familie zu gründen als Karriere zu machen. Auch Natalija träumte von einer eigenen Familie und davon, ihren Kindern jene Liebe und Wärme zu schenken, welche ihr selbst in ihrer Kindheit verwehrt blieben. Dieser Wunsch hat sich erfüllt: heute wird die 35-jährige Frau von fünf niedlichen Geschöpfen „Mama“ genannt. Während sie zu Hause bleibt, um sich um die Kinder zu kümmern, geht ihr Ehemann Alexej (geb. 1979) als Eisenbahn-Monteur arbeiten. Sein Verdienst reicht allerdings nur für das Dringlichste aus. Natalija hat nie nach Reichtum oder Luxus gestrebt; die Gesundheit und der Zusammenhalt der Familie waren stets das Wichtigste für sie. Und niemals hätte sie sich vorstellen können, dass ein böser Unfall ihr glückliches Familienleben derart zerrütten könnte.

Ausflug in die Stadt, 2002

Wunden am Leib des Kindes, sind Schrammen im Herzen der Mutter

  Während die drei älteren Kinder (Schüler der achten, sechsten und vierten Klasse) schon in vielen Alltagssituationen alleine zurechtkommen, sind die zwei Kleinsten – Sneshana (geb. 2012) und Artur (geb. 2014) – noch ganz auf ihre Mutter angewiesen. Eine spärlich eingerichtete Dorfhütte dient der siebenköpfigen Familie als Zuhause. Es gibt keine Wasserleitungen und man muss sich am Brunnen im Hof bedienen, wenn man Wasser braucht. Eines Tages kochte Natalija welches im Topf, um damit das Geschirr zu spülen. Als sie die Küche für nur höchsten 20 Sekunden verlassen hat, ereignete sich der verheerende Unfall: Der kleine Artur griff nach dem Topf und das kochende Wasser ergoss sich über seinen Körper. 20 Prozent seiner Haut wurde verbrannt, fünf Prozent sehr stark. Der Zustand des Jungen verschlimmerte sich laufend; Fieber und ein epileptischer Anfall versetzen ihn in grosse Gefahr. Die Ärzte vor Ort stiessen an die Grenze ihrer Kompetenz und schickten den Kleinen in die Regionalklinik, wo er notoperiert wurde. Zurzeit kämpft die junge Seele ums Überleben.

der glückliche Familienvater Alexej mit seinen Kindern, früher

Die Chancen stehen eigentlich gut, wenn alle Anordnungen der Ärzte – die Einnahme von Antibiotika und weiteren Medikamenten, und ausserdem Hauttransplantationen – befolgt werden. Doch mit fünf minderjährigen Kindern und nur einem Elternteil mit Einkommen, ist es in der Ukraine fast unmöglich, Geld für schwierige Zeiten auf die Seite zu legen. Auch den Kusmas fehlte es in der Stunde der Not an den nötigen Ersparnissen. Mit jeder verstrichenen Minute, in der der kleine Artur aufgrund von Geldmangel nicht behandelt werden kann, verschlechtert sich sein Zustand und die Genesung rückt immer weiter weg.

Artur mit schweren Verbrennungen auf der Intensivstation, neulich

Natalija bleibt rund um die Uhr am Bettchen von Artur, neulich

  Das Leben in der Ukraine ist aus verschiedenen Gründen nicht einfach. Doch zur grössten Schwierigkeit gehört ganz klar, dass die Menschen sozial ungeschützt sind. Weder die Krankenkasse noch die Behörden können den Bürgern die nötige Hilfe bieten. Im Rahmen unserer Buss-Betttagaktion bitten wir Sie, geehrte Leserinnen und Leser, den Hilfeschrei von Frau Kusma um die Rettung ihres Kindes nicht unerhört zu lassen und dem kleinen Jungen die Chance auf ein gesundes Leben zu schenken!