«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Swetlana Mamontowa,

geb. 1972

 

   Swetlana ist eine dreifache Mutter, die die Tochter Wiktoria (geb. 1990) und die zwei Söhne Wladislaw (geb. 1998) und Artem (geb. 2004) hat. Sie wurde Opfer eines Verkehrsunfalls. Die Frau wohnt in einem entlegenen Dorf des Nikolajewer Gebiets, das sie oft per Anhalter erreichen muss. So auch an jenem unglückseligen Tag, als sie von einem Wagen erfasst wurde. Swetlana erwachte aus ihrer Bewusstlosigkeit auf der Intensivstation, wo sie von ihren erlittenen Verletzungen erfuhr – den zahlreichen Beckenbrüchen, dem rechten Schenkelbruch, dem Durchbruch des Zwölffingerdarmgeschwürs und der Fettembolie. Ihre pensionierte Mutter Maria (geb. 1946) verkaufte das Vieh, um die nötige kostspielige medikamentöse Behandlung bezahlen zu können. Dank der Anteilnahme und grosszügigen Hilfe der Wohltäter konnte bei Swetlana Mamontowa eine erfolgsreiche Operation zur Stabilisierung des Becken- und Schenkelknochens durchgeführt werden. Dabei wurde die Möglichkeit der Weiterentwicklung des Geschwürs ausgeschlossen, und es wurde die positiv wirkende Pharmakotherapie durchgeführt. Infolgedessen konnte die Patientin einige Monate später aus dem Krankenhaus entlassen werden.
   Die Spende von Schweizer Gönnern ermöglichte die Bezahlung der Kur, und die ganze Familie äussert dafür ihre tiefste Dankbarkeit. Bald kommt die Periode von Swetlanas Rehabilitation, nach der die gewünschte Genesung erwartet wird.

   


Um jeden Preis wieder gesund werden

   Bekannte ukrainische Dichter und Schriftsteller sangen schon im 18. Jahrhundert ein Hohelied auf einheimische Frauen, die vor dem Hintergrund der Not und des Elends gezwungen waren, für ein Stück Brot hart zu arbeiten, um ihre Kinder zu ernähren. Auch heute sind sie des Öfteren immer wieder genötigt, auf ihren zierlichen Schultern alle Beschwerden des Lebens zu tragen. War das vor Jahrhunderten durch den 25-jährigen Dienst ihrer Ehemänner in der Zarenarmee und die Leibeigenschaft bedingt, so ist das heute eher die Folge der Verantwortungslosigkeit ihrer Ehepartner sowie der Lückenhaftigkeit des ukrainischen Familiengesetzbuches. Swetlana Mamontowa (geb. 1972) aus dem Dorf Schurino im Nikolajewer Gebiet, um die es sich im Weiteren handelt, gehört zu jenen achtenswerten Frauen, deren Leben einem einzigen Ziel gewidmet war – ihre Kinder grosszuziehen.

   Swetlanas Jugendjahre fielen in den Untergang der Sowjetunion und deren folgenschweren Zerfall, was für die Ukraine anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit bedeutete. Im Laufe der damaligen Umstellung zur Marktwirtschaft galt die Buchführung neben Jura als die populärste und aussichtsreichste Beschäftigung. Wie viele junge Leute jener Zeit wollte Swetlana ihre Zukunft bestmöglichst aufgleisen, deshalb entschied sie sich unter Einwirkung der Agiotage auch, den Beruf der Buchhalterin zu erlernen. Wie sich später herausstellte, war diese Entscheidung falsch. Da Anfang der 90er Jahre viele Betriebe am Rande der Insolvenz standen, konnte sie ihrer erlernten beruflichen Tätigkeit später nicht nachgehen. Wegen totaler Arbeitslosigkeit musste sie viele Jahre lang in einem Weingarten ihr mehr als bescheidenes Geld mühevoll verdienen.

Swetlana und ihre Kinder feiern den Schulbeginn, September 2005

   Swetlanas Familienbeziehungen sind wirklich zu einem Klassiker der letzten Jahrzehnte geworden. Bedauerlicherweise gleichen alle vom Unglück betroffenen ukrainischen Familien einander: Ein dem Alkohol verfallener Mann, der den Lebensunterhalt nicht verdienen will und dabei seine Familienangehörigen misshandelt. Die Arbeitsscheu des Mannes hat die Familie von Swetlana in eine missliche Lage gebracht, und die Frau war gezwungen, die Arbeit beim Weinbaubetrieb kurz nach der Geburt ihrer älteren Tochter Wiktoria (geb. 1990) schnellstmöglich anzutreten. Seitdem liess sie sich alle Familiensorgen einschliesslich des Geldverdienens aufbürden, so dass sie jahrelang nichts Anderes als schwere Arbeit kannte. Es liegt ein Schleier darüber, warum sich Swetlana von ihrem Mann Oleg, der für die Familie zum richtigen Ballast wurde, nicht trennen liess und seine Gewalt und seinen Alkoholismus demütig erduldete. Doch eines Tages verliess er seine drei Kinder Wiktoria, Wladislaw (geb. 1998) und den neugeborenen Artem (geb. 2004) auf Eigeninitiative. Auf der Suche nach einer sorgloseren Existenz verschwand Oleg aus ihrem Leben ein für allemal, ohne danach irgendeine finanzielle Unterstützung zu leisten.

Die glückliche Grossmutter Swetlana und ihre Enkelin Weronika, 2010

   Die dreifache Mutter bekam weder vom Staat noch von Verwandten ihres Ex-Mannes Beistand. Nur ihre Mutter Maria (geb.1946) war immer bereit, der Tochter die helfende Hand zu reichen, indem sie den Kindern schaute, wenn Swetlana bei der Arbeit war. Trotz der widrigen Umstände liess die Frau die Verzweiflung und Verlorenheit nicht die Oberhand gewinnen: Mit ihren letzten Kräften versuchte Swetlana, den Kopf über Wasser zu halten und ihre Familie mit dem Notwendigen zu versorgen. Trotzdem musste ihr Sohn Wladislaw wegen des Geldmangels seine Ausbildung im Fach Kochkunst aufgeben. Aus denselben Gründen gelang es der Tochter Wiktoria nur mit grosser Mühe, das Diplom einer Grundschullehrerin als Fernstudentin zu erlangen und eine Stelle in einer Dorfschule zu finden. Die Selbständigkeit der älteren Kinder – die Heirat von Wiktoria und der Wehrdienst von Wladislaw – verschaffte Swetlana ein bisschen Luft. Sie freute sich darauf, dem jüngsten Artem mehr Aufmerksamkeit schenken und sich auf seine Erziehung konzentrieren zu können. Sie pflegte die Hoffnung, das Schlimmste hinter sich gelassen zu haben.
   Swetlana träumte auch davon, genug Geld zu sparen, um sich mit Artem und ihrer Enkelin eines Tages am Schwarzen Meer im Sommer zu erholen, wo sie ungeachtet der Nähe des Kurortes wegen der prekären Verhältnisse noch nie in ihrem Leben gewesen war. Sich einmal zu entspannen und diese Pläne in Erfüllung gehen zu lassen gelang ihr bisher aber nicht…

Weronikas Abschlussabend im Kindergarten, 2016


Zwischen Leben und Tod

   An jenem schwarzen Tag brachte Swetlana Artem zu seinen Grosseltern ins benachbarte Dorf und stand an der Autobahn, um per Autostoppen nach Hause zurückzukehren. Plötzlich wurde sie von hinten von einem vorbeirasenden Wagen erfasst... Die bewusstlose Frau wurde am nächsten Morgen mit zahlreichen Knochenbrüchen und Bauchverletzungen im Hof des Krankenhauses entdeckt, wohin sie vermutlich der geflohene Geisterfahrer gebracht hatte. Swetlanas Lage war äusserst ernst, die Frau schwebte zwischen Leben und Tod, so dass die Ärzte Tag und Nacht unablässig um ihre Rettung kämpfen mussten. Sie wurde mehreren Notoperationen unterzogen und lag viele Tage auf der Intensivstation. Zuweilen gab es Bedenken, ob das Ergebnis dieser Bemühungen erfolgreich sein würde... Mit Gottes Willen blieb die Frau zum Glück am Leben. Ihre betagte Mutter Wiktoria und Wladislaw mobilisierten alle möglichen Mittel für die Rettung von Swetlana, unter anderem wurde die Kuh – die grösste Geldanlage der armen Familie – verkauft. Dadurch konnten sie nur mühsam die nötigsten Medikamente für die chirurgischen Eingriffe besorgen. Es stehen ihr noch die Operationen an der Hüfte sowie weitere langfristige Therapien bevor.

Swetlana nach dem Unfall im Spital, Winter 2017

   Swetlana erträgt tapfer alle notwendigen medizinischen Massnahmen. Denn ihr sehnlichster Wunsch ist es, zu einem normalen Leben ohne Schmerzen und Leiden zurückzufinden, ihre Nächsten wieder umarmen und bei der Arbeit den Weintraubengeruch einatmen zu können. Ob ihr dies letztlich gelingen wird, steht noch in den Sternen geschrieben. Derzeit sind den Ärzten die Hände zum Teil gebunden, und die Behandlung kann nicht in vollem Masse fortgesetzt werden, denn die finanziellen Mittel der Familienangehörigen sind so gut wie erschöpft. Liebe Leserinnen und Leser, Sie haben eine gute Gelegenheit, an der Therapie dieser mutigen Frau finanziell teilzunehmen. Das menschliche Leben und die Gesundheit gehören naturgemäss nicht zu den Gütern, die mit Geld gekauft werden können. Doch in diesem Fall würde Ihre wertvolle Spende Swetlana die Hoffnung auf zukünftige Genesung geben.