«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Maria Manezkaja

und Sohn Aleksandr

 

Ein Leben voller Herausforderungen

Über 7 Milliarden Menschen leben laut neusten Statistiken auf unserem Planeten. So gesehen ist die Not einer einzelnen Person für die ganze Menschheit im Grunde genommen von keiner bedeutenden Relevanz. Aber können wir, liebe Leserinnen und Leser, uns vorstellen, wenn unserer Mutter, unserem Sohn, dem Grossvater oder dem besten Freund etwas Schreckliches passieren und ihr Leben an einem dünnen Faden hängen würde? Wie reagieren und was unternehmen wir dann? Die Probleme unserer Nächsten werden dann auch für uns persönlich zu einer echten Tragödie, weil wir uns um das Wohlergehen unserer engen Angehörigen grosse Sorgen machen und ihnen nur das Beste wünschen. Die folgende Geschichte erzählt von einer Frau, deren kleiner Sohn jetzt zwischen Leben und Tod schwebt. Damit wir ihren Kummer möglichst nah spüren und ihr Leid besser verstehen können, wollen wir versuchen, uns in die arme Frau zu versetzen.

Der steinige Weg

Maria Manezkaja stammt aus dem westukrainischen Lvov-Gebiet. Ihre Eltern zogen ins Dorf Baschtanka nach Süden um, als sie zwölf Jahre alt war. Fünf Jahre später hat sie das erste Unglück getroffen. 1993 bei einem Spaziergang wurde Marias Vater Ivan zum unfreiwilligen Zeugen eines Mordes. Um nicht erkannt zu werden, haben die Schläger auch ihn zu Tode geprügelt. Die Mutter Alexandra wollte ihre Tochter vor der tragischen Nachricht vorerst verschonen, so erfuhr Maria die ganze Wahrheit viel später.

Das Leben ohne Familienernährer war hart, aber es ging trotzdem weiter und 1996 hat Maria ihre erste Tochter Julia zur Welt gebracht. Die Beziehung mit Julias Vater hat leider nicht gehalten. Er ging weg und liess nichts mehr von sich hören. Die lange Zeit hindurch gewöhnte sich die allein gelassene Frau langsam daran, ohne männliche Stütze zu leben und das Kind alleine grosszuziehen. Doch eines Tages war das Schicksal gnädig und Maria lernte einen netten Mann kennen, was zu einer neuen Familiegründung und der Geburt von Töchterchen Anastasia im Jahre 2005 führte. Das Glück war aber leider nur von kurzer Dauer und eine neue schwierige Herausforderung liess nicht lange auf sich warten. Ein Unfall endete fatal: Anastasias Vater wurde von einem Auto erfasst und starb an seinen schweren Verletzungen. Nun blieb Maria mit zwei Kindern erneut alleine.

Neue Hindernisse

Um den Nachwuchs zu ernähren, fand Maria eine Arbeit im Agrarsektor. Da begegnete ihr ein Mann namens Sergej, der sie und ihre Kinder lieb behandelte. Doch 2009 wurde Marias Leben aufs Spiel gesetzt. Sie litt an beidseitiger Meningitis mit nachhaltigen Komplikationen und überstand einen schwierigen und gefährlichen medizinischen Eingriff. Gott sei Dank blieb die Frau am Leben, obwohl die Auswirkungen der Krankheit nicht ganz verschwunden sind und sich von Zeit zu Zeit immer wieder melden. Während des Spitalaufenthalts zeigte sich Sergej ganz und gar behilflich und passte voller Engagement auf die kleinen Töchter auf. Nach der Krankenhausentlassung lebten sie alle friedlich zusammen.

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Maria und Sergej arbeiteten auf dem Feld und verdienten zwar nicht viel, aber genügend, um über die Runden zu kommen. Im September 2010 fühlte Maria plötzlich ein Bewegen im Bauch. Nach der Untersuchung erfuhr sie überraschend, dass sie schwanger war! Fünf Monate später, am 13. Januar 2011, erblickte der kleine Aleksandr das Licht der Welt. Die Frau ging in den Mutterschaftsurlaub, womit sich das Einkommen drastisch verringerte; der familiäre Lebensunterhalt blieb nun alleine auf Sergejs Schulten.

Aleksandr war von Geburt auf ein gesunder und lebhafter Junge. Mit sechs Monaten fing er an zu laufen und entwickelte sich im Allgemeinen überdurchschnittlich schnell. Malen gefiel ihm besonders gut. Im September 2013 ging der Bub in den Kindergarten, wo die Unterhaltsbedingungen nicht gerade günstig waren. Das Kind erkältete sich oft und im Dezember hatte Aleksandr sogar Windpocken und musste den ganzen Monat zu Hause bleiben. Diese kleinen Probleme störten aber den ungetrübten ruhigen Familienalltag kaum. Freudig sah Maria ihre drei Kinder wachsen und dankte dem lieben Gott dafür.

Im Sommer 2013 hatte das Schicksal noch ein Hindernis für Maria parat. Das Geld war in der Familie besonders karg, und der verzweifelte Sergej fand keinen besseren Ausweg, als einen Diebstahl zu begehen. Dafür geriet er ins Gefängnis und so ist die Frau mit drei Kindern alleine sitzen geblieben. Die entmutigte Maria dachte, tiefer gehe es gar nicht mehr. Wenn sie nur gewusst hätte, was für ein Unglück sie noch erwartete…

Ein schwarzer Tag

Die Familie Manezkaja bewohnt ein altes Häuschen im Dorf und wie üblich gibt es dort keine Leitung für heisses Wasser. So müssen sie es auf dem Herd erwärmen. An jenem Tag wollte Maria ein Bad für Aleksandr bereiten. Das Wasser war schon siedend heiss, und die Frau ging ins Badezimmer, um etwas kaltes Wasser zu holen. Der Bub malte etwas in seinem Zimmer. Dann rannte er in die Küche, sah den Stuhl neben dem Herd und aus unerklärlichen Gründen stieg er darauf. Er verlor das Gleichgewicht. Um nicht zu fallen, fasste er reflexartig nach dem 5 Liter-Becken und die kochende Flüssigkeit ergoss sich über den armen Bub. Maria hörte sein schrilles Geschrei, stürzte ins Zimmer und wurde rot vor Schrecken. Sie rief den Notdienst und alarmierte die Nachbarn. Aleksandr wurde erst ins lokale Spital, wo ihm erste Hilfe geleistet wurde, dann weiter in die Regionalklinik transportiert.


Jetzt befindet sich Aleksandr auf der Intensivstation der Nikolajewer Kinderregionalklinik, 60% seiner Haut sind verbrannt. Sein Zustand wird als ernst bezeichnet. Das Kind benötigt dringend Mittel für Hauttransplantationen und Therapien. Maria wandte sich mit einem Bittgesuch an das Sozialamt und an den Bürgermeister im Wohnort Baschtanka. Vergeblich. Niemand leistete dem verunglückten Kind und seiner Mutter Beistand. Ihre letzte Hoffnung bleiben Sie, liebe Gönnerinnen und Gönner! Seien Sie bitte so barmherzig und bieten Sie dieser Familie Ihre hilfreiche rettende Hand!




Maria Manezkaja,

geb. 1976

und Sohn Aleksandr

geb. 2011

 

   Aleksandr wurde mit 60% Hautverbrennungen in das Kinderregionalspital transportiert. Seine Mutter, Maria Manezkaja, erhitzte auf dem Gasherd ein Becken mit Wasser, um den Sohn zu baden. Als das Wasser zu kochen begann, rannte der Bub in die Küche, versuchte auf den Stuhl zu steigen und zog, das Gleichgewicht verlierend, mit beiden Händen an den Rändern des Beckens. Dessen Inhalt goss sich folglich über Aleksandr.
   Aleksandr überstand kostspielige Hauttransplantationen. Für ihn wurden auch aufwendige Medikamente, Infusionsflaschen sowie später Kompressionskleidung besorgt. Die von den Schweizern überwiesenen Geldmittel ermöglichten das. Die allein stehende Mutter, die ausser Aleksandr seine zwei Schwestern erzieht, ist äusserst dankbar. Bald steht Aleksandr die postoperative Regenerationskur in der Klinik bevor. Frau Manezkaja bedankt sich erneut bei allen mitfühlenden Schweizern für die finanzielle Unterstützung.