«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Ekaterina Melnik

geb. 1994

Sohn Egor

geb. 2015

 

        Familie Melnik musste schwere Zeiten durchleben. Es widerfuhr ihr ein grosser Kummer – Sohn Egor erlitt Verbrühungen von 60% der Hautoberfläche. Er befand sich in einem sehr ernsten Zustand und wurde im Regionalspital intensiv therapiert. Seine Eltern Anatolij und Ekaterina kommen aus einem kleinen Dorf. Dort gibt es keine Verdienstmöglichkeiten ausser Saisonarbeit auf den Feldern für geringes Geld. Im Winter ist die Familie aber erwerbslos. Egor benötigte zum Überleben mehrere Medikamente, Antibiotika und Hautverpflanzungen. Für all das hatten seine Eltern keine Mittel. Ekaterina wandte sich mit einem Bittbrief an Gönner aus der Schweiz, damit sie für ihren Sohn für die rettende Behandlung spenden.
    Frau Melnik bedankt sich innig bei allen nicht gleichgültigen Wohltätern, die sie bei Egors Therapierung unterstützt haben. Mehrere Medikamente, Hautverpflanzungen und Kompressionskleidung wurden aus dem gespendeten Geld bezahlt. Heute geht es dem Kleinen gut, wovon sein hübsches Lächeln zeugt.

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Mit dem Tod konfrontiert

   Krankheiten, Unfälle, Ungerechtigkeit, Terroranschläge sind unheimliche Themen. Im Allgemeinen spricht man nicht gern darüber. Leider kommt es im Leben aber vor, dass jeder früher oder später damit konfrontiert wird. Und dann sind das Leid und der Schmerz ungeheuer gross. All das trifft einen irgendwie unvorbereitet. Manchmal wird man davon plötzlich selbst getroffen. Solch ein trauriger Moment kann auch langsam und unaufhaltsam kommen. Wie auch immer, Stress und negative Ereignisse können einen deswegen schier erdrücken. Ein besonders vernichtender Schlag wird einem in dem Fall versetzt, wenn das Leben auf dem Spiel steht. Da ist man bereit, alle erdenklichen Mittel auszuprobieren, um es durch den Tod nicht zu verlieren. Aber nicht selten ist das fehlende Geld für die Therapie ein massives Hindernis auf dem Weg zum grössten Ziel – der Lebensrettung! Hier gibt es nur zwei Varianten – zu beten und auf ein Wunder zu hoffen. Das tut genau Ekaterina Melnik, deren Sohn Egor (geb. 2015) derzeit mit schweren Brandwunden sehr schwach im Spital liegt. Als Wunder betrachtet sie unser Hilfswerk und die Spenden der mitleidigen Leute. Hier bringen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, diese Geschichte näher.

Die frisch verliebte Ekaterina und Anatolij, Herbst 2012

   Von nichts kommt nichts und wenn man etwas haben will, muss man dafür tüchtig arbeiten. Diese Einstellung prägte sich schon vor langem in die Köpfe Ekaterinas und ihres Manns Anatolij ein. Seine Eltern, reife pensionierte Leute mit gesundheitlichen Problemen, waren nicht in der Lage, ihrem Sohn einen finanziellen Anschub zu geben und schon in jungen Jahren konnte er sich daher auf keinen Menschen auf der Welt verlassen. Auf keinen ausser sich selbst. Und er brach unter der Last der Sorgen um seine Nächsten, angesichts der Not, Krankheiten und schwachen Gesundheit der Eltern und der Verantwortung nicht zusammen. Ganz im Gegensatz wurde Anatolij sehr seriös, pflichtbewusst und arbeitsam. Als die Zeit kam, seine eigene Familie zu gründen, entschied er sich für Ekaterina, eine nette, zukunftsorientierte Frau, mit der er gleiche Ziele hatte. In der Ukraine, wo alle Branchen im Verfall sind, leben die meisten Arbeitslosen in den Dörfern. Hier sind die Leute sich selbst überlassen. Um etwas zum Essen zu haben, bauen sie Gemüse für den eigenen Bedarf an und züchten Vieh. Es gibt auch Arbeit auf den Feldern, wo Anatolij in der Sommersaison bei grosser Hitze 12 bis 14 Stunden pro Tag für geringe Mittel schuftet. Nur sehr wenige Berufstätige wie Programmierer oder hohe Beamte werden in der Ukraine gut bezahlt. Die Löhne für die anderen gleichen eher einem Hungergeld, das überwiegend nur für die Nahrung und einfache Sachen genügt. Die Melniks bildeten hier keine Ausnahme. Es hinderte sie aber nie, eine positive Einstellung zu bewahren und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Die glücklichsten Momente für die beiden waren die Geburt der Tochter Daria 2013 und des Sohns Egor 2015. Die Kinder erbten Mutters Schönheit und Vaters Kampfgeist. Je grösser sie werden, desto neugieriger und amüsanter zeigen sie sich. Daria und Egor strotzen immer vor Energie, haben stets neue Ideen. Deshalb stellten sie den Eltern unermüdlich tausend Fragen, wenn sich am Feierabend die ganze Familie zum Abendessen versammelte. Solche Momente geniessend, wünschten sich die Eltern nichts anderes in ihrem Leben. Das Paar hatte ein perfektes Verständnis, die Kinder waren gesund und das Glück schien ungestört zu sein. Leider änderte sich alles schlagartig nach einem Unfall, der heute das weitere Leben des kleinsten Familienmitglieds bedroht.

Glücklich zusammen: Ekaterina, Anatolij und Tochter Daria, 2016

«Schicksalhafter Unglückstag»

In ihrem Dorf gibt es keine Wasserleitung und nur primitive Annehmlichkeiten. Für die Wäsche muss man das Wasser auf dem elektrischen Herd oder Brennholzofen kochen. Das machte Ekaterina an jenem unglückseligen Tag, als alles passierte. Die Frau hatte einen Topf Kochwasser parat und machte Vorbereitungen zum Wäschemachen. Unauffällig schlich der Sohn Egor ins Zimmer hinein, rannte eine Runde, ging ein paar Schritte rückwärts, verlor das Gleichgewicht und stürzte mit seinem Hintern in den Topf mit dem kochend heissen Wasser. Es folgte sofort das laute Geschrei des Kindes und der Schock der Mutter. Der Notdienst aus der nahe liegenden Stadt kam erst eine halbe Stunde später. Egor wurde in die Regionalkinderklinik eingeliefert. Hier bleibt er auf der Intensivstation mit 60% verbrannter Haut an den Beinen, am Hintern und am Bauch

  

Ekaterina mit Egor auf dem Schoss, 2016

   Neben der Behandlung der Brandwunden mit viel Antibiotika und verschiedenartigen Prozeduren muss man täglich abgestorbenes Gewebe beseitigen. Schon an den ersten paar Tagen der Behandlung wurden alle geringen Ersparnisse der Familie aufgebraucht. Und das ist nur der Anfang! Für die Rettung benötigt Egor mehrere Medikamente und im weiteren Hauttransplantationen. Wenn die Behandlung wegen Geldmangel nicht ins Stocken gerät und reibungslos durchgeführt wird, erachten die Ärzte seine Überlebenschancen als gut. Der Körper ist noch jung, gleich nach dem Unfall wurde das Kind in die Klinik transportiert, es wurden sofort die wichtigsten ärztlichen Massnahmen durchgeführt. Nur etwas beschäftigt nun die trostlosen Eltern, und zwar die Finanzierung der errettenden Therapie ihres Sohnes. Sein ernster Zustand mit 60% verbrühter Haut lässt kein langes Warten zu, sonst… Hier breiten die Ärzte nur die Arme aus und pressen voller Mitleid die Lippen zusammen.

Egor nach dem Unglück im Spital, kürzlich

  In ihrem Leben mussten Anatolij und seine Frau seit früher Jugend viele Sorgen und Lasten auf ihre Schultern nehmen. Ihr bescheidenes Gehalt mit schwerer Arbeit verdienend, lernten sie, auch fremdem Leid nicht die kalte Schulter zu zeigen und mit einem lebensfreundlichen Lächeln nur vorwärts zu gehen, auch wenn der scharfe Wind der Armut ihnen ins Gesicht wehte. Das ruhige Leben der Melniks dauerte leider nicht lange und alles droht nun durch den vorzeitigen Lebensabgang ihres kleinen, unschuldigen und so liebenswürdigen Sohnes zunichte zu werden. Liebe Spenderinnen und Spender! Alle zusammen können wir es schaffen, dass der Faden von Egors Leben und die gestörte Familienharmonie nicht zerreissen. Ein schönes Sprichwort sagt: Wer auch nur einem Menschen das Leben gerettet hat, wird belohnt werden, als hätte er die ganze Welt gerettet. Besonders edel ist es, einer kleinen Seele, die erst am Anfang ihres Lebens steht, die rettende Hand zu reichen. Jeder von uns, liebe Leserinnen und Leser, kann dem leidenden, zwischen Leben und Tod schwebenden Egor einen Rettungsring zuwerfen.