«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Oksana Nagirnaja,

Sohn Iwan

 

Wenn Fehler der Anderen beinahe das Leben kosten

Bei ihren karitativen Einsätzen versucht die SOS GERASJUTA STIFTUNG, soweit es möglich ist, allen armen und benachteiligten Leuten, die sich fortwährend an uns wenden, die dringend nötige Hilfe zu leisten. Priorität Nummer eins waren und bleiben für uns die prekären Fälle, bei denen es um Leben und Tod eines Menschen geht. Wenn die weitere Existenz an einem dünnen Faden hängt und zu erlöschen droht, macht es keinen Sinn mehr zu diskutieren, ob der Verunglückte am Geschehenen selbst schuld ist oder die Möglichkeiten, um die tragischen Folgen zu vermeiden, nicht in vollem Mass ausgeschöpft worden sind. Und was ist, wenn unschuldige Leute Opfer fremder Unachtsamkeit werden? Solch ein Fall kam neulich vor unsere Augen, als Oksana Nagirnaja, die Mutter des neunjährigen Iwan, unser Hilfswerk kontaktierte. Liebe Leserinnen und Leser, die Geschichte dieses tapferen Jungen, der trotz allem die Oberhand über das Unheil zu gewinnen versucht, möchten wir Ihnen mittels dieses Artikels näher bringen!

Das Glück beginnt in der Familie

Eine glückliche Familie ist ein sicherer Hafen. Der Mensch ist erfolgreicher, ausgewogener und freundlicher, wenn er sich zu Hause geborgen fühlt und es gemütlich hat. Als 1994 Oksana und Iwan ihre Ehe schlossen, setzten sie sich als Grundprinzip das Ziel, das gemeinsame Leben so zu meistern, dass jedes Familienmitglied glücklich ist und vom Anderen beschützt wird. Oksana brachte zwei gesunde Söhne, Iwan (2004) und Aleksandr (2007), zur Welt, und der Alltag ging seinen ruhigen Weg. So wie man es sich wünscht.

Zusammenstehen in guten wie in schlechten Zeiten

Vor der Wirtschaftskrise 2008 sah die Situation auf dem Arbeitsmarkt rosig aus und eine Stelle mit würdigem Gehalt zu finden war im Vergleich zu heute viel weniger problematisch. Statt über eine längere Zeit nach einer lebensunterhaltenden Beschäftigung zu suchen, entschieden die Eheleute, der Mutter des Ehemannes auf dem Markt zu helfen. Bei jedem Wetter mussten sie draussen täglich bis zu zehn Stunden Gemüse verkaufen. Es war kein leichter Verdienst, doch er liess die Familie nicht in Not stürzen und die Kinder konnten dadurch mehr oder weniger mit dem Allerwichtigsten versorgt werden. In der letzten Zeit lief das Geschäft aber alles andere als befriedigend. Die Söhne waren sich der selbstlosen Opferung ihrer Eltern bewusst und schätzten dies sehr. Sie hatten schon immer Freude daran, mit ihren guten Manieren, ihrem korrekten Verhalten im Kindergarten und den guten Leistungen in der Schule den Eltern Freude zu bereiten. Iwan zählte zu den besten Schülern seiner Klasse, hatte gute Noten in allen Fächern und erzählte immer voller Begeisterung, was er im Unterricht Neues lernte.

Endlich Urlaub

Im Sommer 2013 bot sich endlich die Möglichkeit, für ein paar Wochen zusammen nach Moskau, die Hauptstadt Russlands, zu fahren, um Verwandte zu besuchen. Die ganze Familie wartete darauf mit Ungeduld. Die Erwachsenen bekamen so eine gute Gelegenheit, sich für eine Weile von ihrer harten Routine abzulenken und geliebte Leute wieder zu sehen, die Kinder konnten erstmals im Leben ein anderes Land entdecken. In Moskau wurde die Familie Nagirnaja von den Verwandten herzlich willkommen geheissen und konnte schon an den ersten Tagen ihres Aufenthalts die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigen und sich mit der Lebensweise der Metropole vertraut machen. Dann kam Oksanas Cousine auf die wunderbare Idee, am Wochenende in einem nah gelegenen Wald zu picknicken. Oksana und ihr Ehemann aber wollten noch etwas anderes erledigen, und blieben deshalb in der Stadt zurück.

Wer hätte gedacht…

An jenem verhängnisvollen Tag war das Wetter sehr sonnig und schön. Es herrschte eine tolle Stimmung und alle freuten sich auf den gemeinsamen Zeitvertrieb auf dem Lande. Die Erwachsenen der Familie der Tante brieten auf offenem Feuer Fleisch und die Kinder halfen ihnen und amüsierten sich mit Spielen.

Als sich die älteren Familienangehörigen für wenige Minuten ihren Gesprächen widmeten und die Grillstelle für einen Moment ausser Acht liessen, passierte ein schrecklicher Unfall, der Oksanas mütterliches Herz immer noch in tausend Stücke zerreissen lässt. Die Kanne mit flüssigem Brennstoff stand ganz nah am Feuer, erhitzte sich und explodierte mit einem lauten Knall, als Iwan sich gerade mit dem Grillen beschäftigte. Die glühende Feuerwelle griff auf Iwans Kleider über und im Nu stand der ganze Körper des Kindes in Flammen. Die schockierten Anwesenden reagierten blitzschnell und versuchten, den Körper von den brennenden Kleiderstücken zu befreien. Die gnadenlosen Flammen beschädigten jedoch 85% der Hautoberfläche. Der Verunglückte wurde sofort in eine russische Klinik eingeliefert. Dort verbrachte Iwan fünf lange Monate. Um das Kind, das ums Überleben kämpfte, nicht zu verlieren, mussten seine Eltern ihre Ersparnisse komplett ausgeben. Iwans Lebensgier war aber viel stärker als seine Verletzungen und der Junge blieb am Leben. Nach den Noteingriffen erlaubten die Ärzte in Russland die Heimreise in die Ukraine. Damit war aber die Behandlung noch lange nicht zu Ende. Die tiefen Narben setzen Iwans Gesundheit immer noch höchster Gefahr aus und die schmerzenden Wunden machen das Leben des armen Kindes zur Hölle. Damit die Haut komplett verheilt, benötigt der Junge eine ständige und effiziente Therapie, die sehr teuer ist. Leider sind die vor Kummer verzweifelten Eltern nicht im Stande, die Kosten dafür zu tragen. Um das Kind fast täglich ins Krankenhaus zu bringen, wo ihm jeweils ein neuer Verband gemacht wird, musste Iwans gleichnamiger Vater seine Arbeitszeit massiv herunterfahren und sein Gehalt wurde drastisch gekürzt. Was die Finanzierung von Iwans weiterer Behandlung anbetrifft, ist die Familie ganz und gar machtlos. Um die Behandlung fortzusetzen, haben sich die Eltern entschlossen, an mildherzige westeuropäische Wohltäterinnen und Wohltäter das schriftliche Hilfsgesuch zu richten.

Im Moment bleiben viele schicksalhafte Fragen ohne vernünftige Antwort: Warum die Kanne mit dem Brennstoff zum Anzünden so unachtsam nah beim Feuer stand, wieso Iwans Eltern ausgerechnet am Picknicktag in der Stadt blieben und nicht mit der Familie der Tante mitgingen und so weiter. Das Wichtigste ist es zur Zeit aber, auf Oksana Nagirnajas Geschichte aufmerksam zu werden und dem armen Kind eine Chance für eine glückliche Zukunft ohne Qual und Beschwerden zu schenken. Unser Team hofft darauf, mittels unserer fruchtbaren Kooperation, liebe Gönnerinnen und Gönner, dieses höchste humanitäre Ziel zu erreichen!




Oksana Nagirnaja,

geb. 1979

Sohn Iwan,

geb. 2004

 

Iwan ist Schüler der fünften Klasse. Ein schrecklicher Unfall passierte ihm im Sommer 2013, als er bei seiner Tante Larissa in Russland zu Besuch war. Sie machten Picknick im Wald. Zum Anzünden der Kohlen benutzten die Erwachsenen eine spezielle Brenn-Flüssigkeit. Dabei kam es zu einer gewaltigem Explosion. Die brennende Anzündflüssigkeit verbrannte etwa 85 Prozent seiner Hautoberfläche. Der Junge hat fünf Operationen überstanden. Dank den Finanzen, die er via SOS Gerasjuta Stiftung bekommen hatte, besuchte Iwan das Sanatorium in der Stadt Nemirow, wo er eine intensive Therapie bekam. Wenn das Befinden des Kindes bis zum Herbst in Ordnung ist, kann er mit seinen Altergenossen in die Schule gehen. Die Mutter des Jungen ist den Wohltätern aus der Schweiz für die Hilfe sehr dankbar.

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