«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Leonid Olexenko,

geb. 1962

   Die drei Töchter Leonids – Anna (geb. 1987), Tatjana (geb. 1988) und Sneshana (geb. 1996) – heirateten und verliessen das Heimatdorf Hlebodarowka. Der Familienvater wohnte dort allein. Unter ungeklärten Umständen wurde Leonid eines Nachts in seinem Haus zum Opfer eines Verbrechens. Der Mann erlitt furchtbare Verletzungen: ein Schädel-Hirn-Trauma und Hirnödem, schwere Verbrennungen von über 20% des Körpers, zahlreiche Schnittwunden im Gesicht, auf dem Körper und in den Gliedern, Verletzungen der Brust- und Bauchwand. Die Mediziner kämpften täglich um sein Leben und machten Verbände und Infusionen. Die mehrfachen Hautverpflanzungen sowie eine lang andauernde medizinische Behandlung konnten seine Töchter finanziell nicht tragen. Deshalb wandte sich die Familie Olexenko an Schweizer Gönner mit der Bitte um eine Spende.
   Dank der wohltätigen Hilfe wurde Leonids Leben gerettet. Die Infusionen, Antibiotika, Betäubungsmittel und Verbandstoffe wurden rechtzeitig besorgt. Jetzt ist sein Leben ausser Gefahr, doch Leonid braucht eine unterstützende Behandlung, weil seine Gehirntätigkeit beeinträchtigt ist. Seine Töchter bitten noch einmal um Förderung.

   

 






Wenn Monster keine Übertreibung ist

    Zu allen Zeiten und in allen Kulturen und Religionen war und bleibt das menschliche Leben an sich unschätzbar. Demzufolge werden in allen Ländern der modernen Welt am strengsten die Verbrechen bestraft, in denen Sicherheit, Gesundheit und das Leben eines Menschen selbst gefährdet sind. Wenn die Medien über blutige, schlimme Kriminalfälle berichten, haben wir immer die gleiche Reaktion: „Gibt es doch gar nicht! Wie kann einer so kaltblütig das Leben seines Mitmenschen auslöschen?“ Und andererseits fühlen wir Erleichterung, dass hier bei uns im Normalfall alles ruhig ist, wir und unsere Familien in diesem Bereich nur wenigen Gefahren ausgesetzt sind. Aber was wäre, wenn gerade in unserer Nachbarschaft, wo alle einander jahrelang kennen, jemand brutal und gnadenlos angegriffen wird? Die Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit von Leonid Olexenko sind genau so ein Fall und stehen im Mittelpunkt unseres Artikels, auf den wir gerne Ihre Aufmerksamkeit, werte Spenderinnen und Spender der SOS GERASJUTA Stiftung, richten möchten!

Leonid, seine Ex-Frau, Tochter Anna mit ihrem Kind, in vorweihnachtlicher Stimmung, 2016



   Das Dorf Hlebodarowka mit Tausend Einwohnern liegt im Chersoner Gebiet, im Süden der Ukraine. Die meisten Dorfbewohner arbeiten dort im Agrarsektor. Aus den endlosen Feldern vor Ort werden Obst und Gemüse in alle Regionen des Landes gebracht. Im Dorf mit seinen malerischen Landschaften aufgewachsen, wollte Leonid nicht in die Stadt und blieb da, wo er geboren, liebevoll aufgezogen und erwachsen wurde. Unter den Menschen, die er von klein auf kannte. Hier gründete der Mann seine eigene Familie und seine Frau brachte drei schöne Töchter zur Welt. Tatiana (geb. 1987), Anna (geb. 1988) und Sneshana (geb. 1996) sind Leonids grösster Stolz. Der Vater arbeitete tagelang auf dem Feld bei meistens hohen Temperaturen gegen 40 Grad im Sommer, und nur mit einem Ziel – es sollte seinen liebenswürdigen Mädchen an den wichtigsten Dingen nicht mangeln. Man kann öfters hören, dass man nach der Geburt eines Kindes, in diesem Fall einer Tochter, viel sensibler und sanftmütiger wird. Bei Leonid wurden diese Eigenschaften verdreifacht, so seine Kinder während unseres Gesprächs mit ihnen. Das Einzige, was der Mann immer bedauerte, ist das Scheitern der Ehe mit seiner Frau. Jahrelang, als die Mädchen noch klein waren und beide Elternteile brauchten, gelang es dem Paar, Kompromisse zu finden und miteinander auch nach Auseinandersetzungen auszukommen. Nachdem aber die Kinder, nun erwachsen genug, aus dem Elternhaus ausgezogen waren, schafften sie es nicht, die Ehebande aufrecht zu erhalten. Die Frau traf die Entscheidung, in das nächst liegende Städtchen zu gehen und Leonid blieb in der Wohnung, wo ihn alles an sein ehemaliges Familienglück erinnerte. Der Mann arbeitete nach wie vor auf den Feldern und tat sein Bestes, um den Töchtern materiell möglichst zur Hand zu gehen. So wie vor vielen Jahren wünschte der Vater seinen Mädchen „gute Nacht, schlaf schön“, jetzt aber telefonisch. „Als spät am Abend mein Handy klingelte, dachte ich, Papa wolle mir etwas Schönes vor dem Schlaf sagen. Es war aber eine unbekannte Nummer. Ich ging ran und eine besorgte Stimme teilte mir mit, mein Vater sei in seiner Behausung halbtot aufgefunden worden“, gab uns die jüngste Sneshana, sich die Tränen abwischend, zu hören.

Leonid, seine Frau und Tochter Tatiana, 1988



Selbst erfahrene Polizisten sind schockiert

   Innerhalb kürzester Zeit waren die Töchter Leonids bei ihrem Vater im Krankenhaus. Mit einem offenen Schädel-Hirntrauma, Verbrennungen von 24% der Haut und Messerwunden im Gesicht und am ganzen Körper musste der Mann auf die Intensivstation, wo seitdem um sein Leben gekämpft wird. „Mit hundertprozentiger Sicherheit kann man behaupten, dass Herr Olexenko angegriffen wurde. In mehr als 20 Jahren meiner Arbeit bei der Polizei habe ich mehrere Delikte bearbeitet, dieses aber erstaunt in seiner Grausamkeit. Er wurde heftig geschlagen, mehrmals mit einem Messer attackiert und dann, um die Spuren zu verwischen, wurde sein Körper angezündet. Schwer zu glauben, dass dies eine menschliche Hand machte. Nein, das ist kein Mensch, das ist ein Ungeheuer!“ – war der Kommentar eines Polizeibeamten zu diesem Vorfall.
   Dadurch, dass Leonid noch nicht zu sich kam, bleibt der Name des Übeltäters unbekannt und er bleibt in Freiheit. Alle Dorfbewohner sind schockiert und verunsichert. Unter ihnen lebt jemand, der kaltblütig und blutgierig einen dreifachen Vater ermorden wollte. Bei der Befragung durch die Polizei will niemand etwas sagen oder verraten, wen er verdächtigt, wen er in letzter Zeit öfter beim Opfer gesehen hat usw. So eine merkwürdige Haltung wird damit erklärt, dass der Mörder oder seine Mittäter sich auch an ihnen oder ihren Verwandten rächen könnten.

Leonids Töchter Sneshana und Tatiana, 2016



   Es gibt keinen Zweifel daran, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann die Bestie in menschlicher Gestalt erwischt wird. Viel wichtiger ist jetzt aber Leonids Lebensrettung. Mit so vielen körperlichen Schäden überlebt man eigentlich nicht, doch unser Held kämpft hartnäckig um seine weitere Existenz. Leonids Familie zählte noch nie zu den wohlhabenden. Jetzt, wo ihr Vater zwischen Leben und Tod schwebt und eine rettende Therapie braucht, erleben seine Töchter totale finanzielle Machtlosigkeit. Leonid benötigt eine umfassende komplexe Behandlung und nur kostspielige Medikamente und Prozeduren können ihm auf die Beine helfen.
   „Papa gab uns immer sein letztes Stück Brot, war rund um die Uhr für unser Wohl da. Jetzt braucht er selber Hilfe. Unsere Geldnot ist massiv, uns sind Hände und Füsse gebunden. Warum ausgerechnet er?“, schluchzt Sneshana und richtet einen flehenden Blick auf unsere Mitarbeiter.

Leonid auf der Intensivstation mit Tochter Sneshana, heute


   Keiner weiss, was uns schon in der nächsten Sekunde erwartet. Wer hätte gedacht, dass Herr Olexenko, ein gesetzestreuer Bürger, arbeitsamer Mann und liebender Vater, gegen ein so himmelschreiendes Unglück stösst? Im Rahmen der „Retten Sie Leben“-Aktion bittet unser Team alle mitleidigen Schweizer Wohltäter um ein Mitmachen bei Leonids Lebensrettung. Wir alle sind aufgerufen, der bereits verzweifelten und entmutigten Familie Olexenko zu bezeugen, dass die Güte auch in schweren Zeiten gewinnen kann!