«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   





Jana Pilipenko,

geb.1998

 

Dem Mädchen ist ein schreckliches Unglück passiert. An einem Abend bekam Jana Kopfschmerzen, die fast zwei Tage dauerten. Ihr Zustand wurde immer schlechter, und sie musste ins Spital. Am Anfang litt das Mädchen an Gesichtskrämpfen, dann verlor es das Sprachvermögen und schliesslich fiel Jana ins Koma. Sie hatte Hirnödem. Der Spitalaufenthalt inklusiv der medikamentösen Behandlung erforderte täglich viel Geld. Ausser Jana hat ihre Mutter Irina (Jahrgang 1963) noch zwei Töchter. Janas Vater starb 2006 wegen Alkoholmissbrauch, so dass Irina von niemandem Beistand zu erwarten hatte. Lange Zeit war Jana im Koma, vorübergehend wurde ihr Gesundheitszustand ein bisschen besser. Aber danach kam es zu einer akuten Verschlechterung. Trotz aller Anstrengungen der Ärzte hat Janas Herz aufgehört zu schlagen. Irina bedankt sich bei allen gnädigen Leuten aus der Schweiz, die das Leiden ihrer Tochter gelindert haben.

 




Leben im Schlaf: Bitte erwache, liebe Jana!

 

Es ist schwer, Worte zu finden, wenn man wirklich etwas zu sagen hat“ – so lautet das berühmte Zitat aus „Drei Kameraden“ von Erich Maria Remarque. Die Geschichte von Jana Pilipenko, dem im Koma liegenden 16-jährigen Mädchen, lässt kaum jemanden kalt. Wir beginnen sofort mit der Schilderung. Liebe Leserinnen und Leser, ohne rechtzeitige Hilfe besteht bei der Verunglückten wahre Lebensgefahr. Für jede Zuwendung Ihrerseits wäre Janas Mutter höchst dankbar!

Die kleine Jana im Kindergarten, 2000

Der Anblick von Irina Sedych (geb.1963), der Mutter von Jana Pilipenko, zeigt eine Frau, die von grosser Traurigkeit erfüllt ist. Sie kann kaum die Tränen unterdrücken. „Ich wäre zu allen menschenmöglichen Opfern bereit, damit sie nur lebt“, gesteht Irina seufzend.
Es wird von ihr als ungerechter Schicksalsschlag empfunden, dass ihre schöne und noch so schrecklich junge Tochter, die momentan kein Lebenszeichen von sich gibt, sich in dieser Situation befindet. Noch vor kurzem war alles anders…
Der Anblick von Irina Sedych (geb.1963), der Mutter von Jana Pilipenko, zeigt eine Frau, die von grosser Traurigkeit erfüllt ist. Sie kann kaum die Tränen unterdrücken. „Ich wäre zu allen menschenmöglichen Opfern bereit, damit sie nur lebt“, gesteht Irina seufzend.
Das Mädchen ist in vielen Bereichen talentiert. Wir können nur einige seiner Lieblingsbeschäftigungen erwähnen: Strickerei, Perlenstickerei, Häkeln oder Quilling (Basteln aus Buntpapier). Die Figur eines Schwans, die auf seinem Schreibtisch steht, ist ihrer Mutter besonders lieb und wert. Das ist eine der letzten Arbeiten Janas. Symbolisch, nicht wahr? Ein zarter schöner Vogel, der unbedingt von uns Menschen beschützt werden muss…
Die Kleine ging in die sechste Klasse, als bei ihr die grosse Leidenschaft fürs Kochen entstand. „Sie hat es selber gelernt“, sagt ihre Mama. In jener Zeit bauten sie das Haus um. Die Mutter fehlte oft zu Hause, sie musste wegfahren, um Baumaterialien zu kaufen. Jana blieb alleine mit der jüngeren Schwester Daria (Jahrgang 2000) und besorgte den Haushalt. So überraschte sie einmal ihre Mutter mit einem Entenbraten. Irina gibt zu: „Es ist erstaunlich, aber ihr gelangen die Gerichte viel leckerer als mir.“ Nach der Ausstellung ihrer Teigfiguren begann sie sich im Ernst zu überlegen, Köchin zu werden, um einmal ihre eigene Gaststätte zu gründen.
All die Träume gingen aber in die Brüche.

   

Sanatorium, Nowaja Kachowka, 2008   Mit dem Lieblingshund Sam, Januar 2014

Jana und Schwester Daria, Schuljahrbeginn 2013

Wenn sich das Schicksal einmischt…

Alles begann mit gewaltigen Kopfschmerzen, die mehrere Tage dauerten. Der plötzliche Verlust des Sprachvermögens und die entstandenen Krämpfe auf Janas Gesicht setzten die beiden in Furcht und Schrecken. Das Mädchen wurde sofort auf die Notfallstation der Chersoner Klinik eingeliefert.
„Mein Herz klopfte wild und das Blut rauschte in meinen Ohren“, sagt die Mutter, „als ich im Empfangsraum auf die Diagnose der Ärzte wartete.“
Eine Gehirnentzündung und ein Hirnödem versetzten Jana in ein tiefes Koma. Das Mädchen hatte sich einen Herpesvirus eingefangen.
Die Mutter, die als Putzfrau bei einer Bank arbeitet, kann es sich nicht leisten, die kostspielige Behandlung ihrer Tochter vorauszubezahlen. Die Fürsorge für die anderen zwei Töchter lastet auch allein auf ihren Schultern.
Janas Freundinnen aus der Schule sammeln für die Behandlung so viel Geld wie sie können. Das ist natürlich wenig, weil sie alle noch unmündige Schülerinnen sind, aber dieses Mitgefühl wirkt berührend. Für sie ist Jana ein geselliger lieber Mensch und eine wahre Freundin.<

In der Schule mit den Freundinnen, Mai 2014

Eine Woche vor der Tragödie, 2014

„Dialog“ in Stille am Krankenbett

„In Gedanken nehme ich mit meiner Tochter jeden Kontakt auf, um sie zurück ins Bewusstsein zu holen. Mir wurde erlaubt, sie auf der Intensivstation erstmals am zweiten Tag nach dem Vorfall zu besuchen. Berührungen, Gespräche – ich bin sicher, sie spürt alles und nimmt meine Anwesenheit wahr. Ich streichle ihr das reglose Gesicht, rede viel mit ihr oder sitze einfach still daneben, damit sie sich nicht allein gelassen fühlt. Ich erzähle ihr von den Leuten, die sie liebt, Oma und Schwestern, von meinem Tag, was ich erlebt habe und wie die Arbeit läuft.
Es ist immer schön für einen Menschen, wenn in so einer Situation jemand dabei ist und in irgendeiner Form Wärme und Geborgenheit vermittelt.
Das Pflegepersonal winkt mir bereits. Diese Geste kenne ich schon: Die Besuchszeit ist beendet und ich muss das Bettenzimmer verlassen. Ich darf hier nicht länger bleiben. „Gib die Hoffnung nie auf!“, flüstere ich ihr ins Ohr vor dem Heimfahren. Ich bin ganz in meine Gedanken versunken. Es wird alles gut werden…, versuche ich mir selbst einzureden.

Mutter Irina bei der Tochter im Spital, neulich 2014

Alle möglichen lebenserhaltenden Massnahmen werden ergriffen. Jana hängt komplett an Schläuchen, ihr Körper wird künstlich beatmet und ernährt. Die Mittel sind aber begrenzt und werden bald aufgebraucht sein. Für jeden neuen Tag sind teure antivirale Medikamente und Antibiotika dringend nötig. Wir alle beten zu Gott für sie, und die Worte „Jana, lass dich nicht unterkriegen!“ sind in aller Munde. Wir hoffen, dass das Mädchen aus der tiefen Bewusstlosigkeit aufwachen kann. Liebe Gönnerinnen und Gönner, Ihre Ungleichgültigkeit und Barmherzigkeit spielen gerade jetzt eine entscheidende Rolle!