«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Irina Polosenko

geb. 1988

und Sohn Aleksandr

geb. 2011

 

Der ruhige Alltag von Irinas Familie wurde durch ein betrübliches Ereignis, das niemand voraussehen konnte, gestört. Der kleine Sohn Aleksandr, der eine Kanne mit heissem Kompott auf sich schüttete, erlitt Verbrennungen. 18 Prozent im Bereich des Bauchs und der Beine sind schwer verbrannt. Mit dem letzten Geld aus dem Familienbudget wurden beim Kind zwei Hauttransplantationen durchgeführt. Die weiteren Behandlungen wie die Rehabilitation und Besorgung der kostspieligen Salben war der Vater des Jungen, Aleksej (Jahrgang 1987), der als Warenempfänger für einen Hungerlohn in einem Laden arbeitet, nicht mehr imstande zu bezahlen.
   Die Familie bat gutherzige Schweizer Bürger um Förderung und bekam lebensrettende Hilfe. Doch das Kind braucht eine Behandlung gegen die Narben. Dafür sind kostspielige Salben und spezielle Kleidung, die die Narben auseinander zieht, erforderlich. Die Eltern äussern den Schweizer Wohltätern ihre innigste Dankbarkeit und bitten um weitere Unterstützung bei Alexandrs Rehabilitation.

 

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Unter vier Augen in der Ausweglosigkeit

 

Nicht bei roter Ampel über die Strasse laufen! Nicht ins Auto von Unbekannten einsteigen! Angebote zu Drogen- und Alkoholkonsum strikt ablehnen! Das sind nur einige der wenigen Warnungen von Eltern an ihre Kinder. In der traditionellen Vorstellung der Erwachsenen ist ihr Nachwuchs vor allem ausserhalb des Hauses mehreren Gefahren ausgesetzt. Draussen, wo er am ungeschütztesten und ohne die fürsorgende elterliche Kontrolle ist. Eine aktuelle Statistik gibt aber an, dass ironischerweise gerade zu Hause den Kindern der Grossteil der Unfälle passiert. Und in den meisten Fällen sind die fürsorglichen liebenden Eltern ganz in der Nähe. So war es auch bei Irina Polosenko, deren 5-jähriger Sohn schon seit fünf Tagen verzweifelt auf der Intensivstation um sein Leben kämpft.


Aleksandr lässt sich neben Dekorationen fotografieren, 2015

   Familie Polosenko besteht aus drei Mitgliedern – Vater Aleksej (geb. 1987), Mutter Irina (1988) und Sohn Aleksandr (09.09.11). Das Paar war gegen 20 Jahre alt, als sich seine Wege kreuzten. Ihre Lebensziele und Werte stimmten überein und die Erwartungen der jungen Leute entsprachen einander. Ihre Freundschaft nahm deshalb die logische Entwicklung – Heirat und drei Jahre später Kind. Die Frage, ob sich Irina für eine strenge Erzieherin hält, beantwortete sie mit einem milden Lächeln und unter Tränen: „Eine strenge Mutter bin ich nicht, anspruchsvoll und fordernd aber schon. Von klein auf muss man dem Kind beibringen, was gut und was schlimm ist. Die Kinder brauchen Vorbilder zur Nachahmung und gut ist, wenn dies die Eltern sind.“ Schon in den ersten Jahren zeichnete sich Aleksandrs Person durch ein ausgeprägtes Leaderverhalten aus. Sowohl bei den Aikido-Trainings für Vorschulkinder als auch im Kindergarten fiel der Junge sehr gerne auf und wollte immer der Erste sein. Genau das wird von den Sportlern erwartet, und die Eltern brachten das Kind zum Sportunterricht. „Sieg oder gar nichts“ – das ist bei Aleksandr genau der Fall.

   
Aleksejs und Irinas Hochzeit, 2007

   Irina und Aleksej würden gerne noch einem Kind das Leben schenken, doch die heutige wirtschaftliche Situation im Land ist alles andere als gut und ausgewogen. Ganz viele Leute in unserem Land halten es für ein sehr riskantes Anliegen, sich für zwei oder mehr Kinder zu entscheiden, weil die sonst mehr oder weniger erträgliche Not in einer mehrköpfigen Familie zum ausweglosen Elend wird. Zudem wäre das kleine 20-Quadratmeter-Zimmer im Wohnheim kein gemütliches Nest. Schon für zwei Kinder ist es eigentlich zu klein. Die letzten sechs Monate im Leben der Polosenkos waren besonders anstrengend – das Kind holte sich einen Virus nach dem anderen und blieb mehrere Wochen zu Hause mit hohem Fieber und Husten, so dass Irina, um es zu pflegen, im Laden kündigen musste.
   Der Alleinverdiener in der Familie blieb Aleksej. Der Mann arbeitet schon seit einigen Jahren als Warenempfänger im Supermarkt. Sein Verdienst für seine 12-stündige Schicht ist am Ende des Monats bescheiden klein, es reicht nur knapp für die Rechnungen und ausschliesslich ganz schlichtes Essen. Trotz alledem würde die Familie so wie tausende andere ihr einfaches Leben irgendwie meistern und wir hätten von ihr niemals gehört, wenn nicht das grosse Leid unbarmherzig an ihre Tür geklopft hätte.

   
Familie Polosenko an Weihnachten, 2016

   Nach der Medikamenteneinnahme sank bei Aleksandr das Fieber und die Mutter hatte ein paar Stunden Zeit zum Kochen. Die Kanne mit heissem Kompott stand in der Mitte des Tisches, während das Kind mit seinem Spielzeug-Auto beschäftigt war. Der Junge schob das kleine Auto an und liess es über den Tisch fahren. Unbeabsichtigt prallte das Spielzeug gegen die Kanne voller Kompott. Niemand weiss, warum das Gefäss platzte, vermutlich machten die hohen Temperaturen der Flüssigkeit drinnen das Glas beim Stoss brüchig. Das Resultat war schrecklich. Der ganze kochendheisse Inhalt wurde auf den Bauch und die Beine des am Tisch sitzenden Aleksandrs ausgeschüttet. Irinas Reaktion in jener Situation war leicht vorauszusehen – Schock, Tränen, Rufen des Notdienstes. Da die Familie in der Grossstadt lebt, wurde das Kind innerhalb kürzester Zeit in die Regionalklinik transportiert. Mit 18% verbrannter Haut wurde Aleksandrs Zustand als ernst eingeschätzt. Im Moment kämpft er auf der Intensivstation um seine Gesundheit und gar sein Leben. Eine Krankenkasse in unserem Land gibt es keine und es ist eine ganz selbstverständliche Praxis, wenn die Bevölkerung alle Medikamente aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Aber was ist, wenn man mausarm ist? In so eine ausweglose Situation ist gerade Irina getrieben worden. Die Frau und ihr Mann mussten einen doppelten Schlag auf sich nehmen – das Leiden ihres einzigen Sohnes mit ansehen und in einer der schwierigsten Etappen in seinem Leben, der Lebensrettung, den bitteren Geschmack der eigenen Machtlosigkeit fühlen.
   Aleksandr benötigt Hauttransplantationen, mehrere unterstützende Medikamente, Antibiotika, Verbandmaterial. Im Verhältnis zum tiefen Lebensstandard der Nation sind die Preise für medizinische Waren unermesslich hoch, so dass Familie Polosenko nicht in der Lage ist, dem Sohn aus der Not zu helfen.
   „Die staatlichen Institutionen haben kein Geld, um mir zu helfen, unsere Freunde sind genauso arm wie wir. Nur wenn Ihr Hilfswerk uns unterstützt, kann man den Stein ins Rollen bringen, unseren Sohn behandeln lassen und ihn aus dieser schwierigen Situation holen“, bringt Irina mit viel Hoffnung und demütigem Blick leise über die Lippen.

   
Es wird um Aleksandrs Leben gekämpft, vor kurzem

   So wie jede liebende Mutter legte Irina jedes Mal ihrem Sohn ans Herz, was für ihn gut wäre und wie er am besten die Bedrohungen vermeiden könnte. Leider ergab es sich, dass die Gefahr für das Kind zu Hause lauerte, da, wo sie am allerwenigsten zu erwarten war. Jetzt, da das Leben Aleksandrs auf dem Spiel steht, sind seine mittellosen Eltern bei der Finanzierung seiner Rettung so gut wie hilflos. Liebe Leserinnen und Leser! Es bietet sich im Rahmen der „Retten Sie Leben“-Aktion uns allen eine perfekte Möglichkeit, dem kleinen Aleksandr unser Mitleid und unsere Menschlichkeit zukommen zu lassen und auf solche Weise sein Leben zu bewahren!