«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Anastasija Saporoshez

geb. 1992

mit Sohn Kirill,

geb. 2013

   Die Familie Saporoshez wohnt im Städtchen Kalantschak des Chersoner Gebiets. Infolge einer schweren Hautverbrennung geriet der kleine Kirill auf die Intensivstation des Spitals. Der Junge brauchte Hauttransplantationen und mehrere Medikamente, die seine Mutter nicht bezahlen konnte.
   Fast die Hälfte von Kirills Haut wurde verbrüht. Der Rücken, der Sitz- und Dammbereich, Arme und Beine waren am schlimmsten betroffen. Die allein stehende Frau und ihre Kinder leben von dem Kindergeld, das nicht immer für das Nötigste reichte. Anastasija hat auch einen jüngeren Sohn Ewgenij (geb. 2014) und eine ältere Tochter Karina (geb. 2010). Die verzweifelte Frau bat um Hilfe für ihren Sohn und schickte den Bittbrief an die Spenderinnen und Spender in die Schweiz.
   Dank der Unterstützung der fremden Menschen, die dem Unglück der Familie nicht gleichgültig gegenüber standen, wurde Kirill behandelt. Fast alle Wunden auf seinem Körper sind verheilt, ausser der Schramme auf seinem Ellbogen.
   Anastasija bedankt sich bei allen Spendern für die geleistete Hilfe.

 

     






Gebranntes Kind, gebranntes Leben

   Liebe Leserinnen und Leser, dank unserer fruchtbaren Kooperation und Ihrer aktiven Teilname an dem Projekt „Mittellose Kranke“ der SOS GERASJUTA Stiftung wurden viele Leben unserer bedürftigen ukrainischen Mitmenschen und die ihrer Kinder gerettet. Was fühlen und denken Sie, wenn Sie ihre Dankesbriefe mit den Fotos, auf denen sie lächeln und sich wieder des Lebens freuen, erhalten? Wir können nur raten, aber bestimmt das Folgende: „Mein Dasein ist sinnvoll, weil ich jemandes Herz erneut schlagen lassen habe.“ Wir hegen die Hoffnung, dass Sie die arme Familie Saporoshez, und zwar das verbrühte 2-jährige Kind Kirill Saporoshez, auch nicht ausser Ihrer Acht lassen.

Blick voller Hoffnung des kleinen Kirill, Winter 2015


Im trauten Zwiegespräch

   Anastasija Saporoshez, Kirills Mutter, wurde im Jahre 1992 in der Siedlung städtischen Typs Kalantschak im Chersoner Gebiet geboren und stammt aus einer kinderreichen Familie. Sie hat vier Geschwister: Schwester Alisa (geb. 1995), die Zwillinge Aljona und Anna (geb. 1989) und Bruder Alexandr (geb. 1988), mit dem sie und die Kinder zusammen wohnen. Er ist ihre engste Bezugsperson. Eine glückliche, freundliche Familie. Alisa wurde später Patentante von Ewgenij (Jahrgang 2014), Anastasijas kleinstem Sohn.
   In ihrer Kindheit lebte Anastasija lange Zeit bei den Grosseltern, die sie anhimmelten, besonders der Opa. Er verwöhnte seine liebe Enkelin. Unbeschwerte Zeiten… Nach Omas Tod kehrte Anastasija wieder zu ihrer Mutter zurück.
   „Der innige Wunsch Kinder zu haben, war bei mir, wie bei meiner Mutter, immer gross und unbändig“, sagt sie. „Mit der Geburt jedes weiteren Kindes war ich überglücklich“, gesteht Anastasija. Und setzt fort: „Wir, fünf Kinder, waren immer für unsere Eltern da. Die Nachbarn sagten, ich gleiche ganz der Mutter. Das stimmt. Ich habe auch meine lieben Kinder, doch es gibt einen Unterschied zwischen uns – Mama und Papa verbrachten das ganze Leben zusammen, ich aber war nie verheiratet.“ Entweder hatten die Männer – die Väter ihrer drei Kinder – keine Heiratsabsichten oder aber, wie Anastasija selber sagte, ist es für sie nicht so wichtig, ob sie sich vermählt oder nicht. Es ergab sich einfach so, dass sie in so jungem Alter allein stehend ist. Jedem ist das Seine gegeben.
   Mit Sergej, dem Vater von Karina (Jahrgang 2010), verband sie sich nicht ehelich. Er war jung, frech, hatte heisses Blut und dachte, er wäre allen Sachen gewachsen. Eines Tages brachte er sich mit „Freunden“ unter Alkoholeinfluss in die Zwickmühle: Sie machten einen Diebstahl. Anastasija weinte, bat Sergej, nirgendwohin mit jenen unzuverlässigen Menschen zu gehen, als ob sie etwas Böses geahnt hätte. Er hörte ihr nicht zu. Der Mann wurde als Dieb festgenommen und ins Gefängnis gesteckt.
   In der Jugend träumte Anastasija davon, Köchin zu werden – doch mit der Ausbildung klappte es nicht. Bald wurde die kleine Karina geboren. Die 4-jährige Tochter ist eine echte Kleidernärrin. Sie probiert Mamas Kleider und Schuhe und sagt, sie sei erwachsen. Anastasija hat eine besondere Begabung für Näherei und fertigt manchmal Bekleidung für ihren Nachwuchs sowie für Karinas Puppen an. Oder sie bereitet zusammen mit ihrer Tochter etwas Leckeres zu. Die Kleine hat ihren Bruder Kirill sehr lieb. Gemeinsames Spielen ist ihre Lieblingsbeschäftigung.
   Das alltägliche Dorfleben war und bleibt heutzutage auch nichts Einfaches. Anastasija wuchs in einer Arbeiterfamilie auf – der Vater (er starb im Jahre 2005) war auf der Baustelle tätig, die Mutter arbeitete zuerst bei einem Fleischwerk in Kalantschak. Nach dem Abbau wurde sie sowie mehrere Dorfmitbewohner arbeitslos. Danach schuftete sie auf den Feldern in der sogenannten Gemüsebrigade, wo sie Tomaten und Gurken erntete. Momentan ist sie erwerbslos. Nun drängt sich die Frage auf: Wo findet Anastasija Unterstützung?
   Wladimir (Jahrgang 1988), der Vater von den Jungs, wurde vor zwei Wochen zum Militärdienst einberufen und ging in den Osten, wo momentan Krieg geführt wird. Nach dieser Nachricht beschleunigte sich der Herzschlag der niedergedrückten jungen Mutter, und sie hörte das Blut in ihren Ohren rauschen und fühlte, wie sich ein Gefühl unendlicher Traurigkeit in ihrem Herzen ausbreitet…

Kirill mit seiner Mutter, Herbst 2014



Wenn das Kinderleben an dünnem Faden hängt

   Das Unglück überrumpelte Anastasija und brachte ihr davor schon nicht einfaches Familienleben ins Wanken. Es schlich unauffällig heran. Opfer wurde der ältere Sohn Kirill (geb. 2013).
   „Ich wollte die Kids baden“, erzählt die Frau. An jenem Abend waren sie zu viert – die Mutter und drei Kinder – in einem Zimmer. Anastasija wechselte ihrem achtmonatigen Kind Ewgenij die Kleidung. Karina und Kirill spielten in der Nähe. Die beiden alberten gedankenlos herum, bis zu jenem fatalen Hineinstürzen, als Kirill am Eimer mit kochender Flüssigkeit riss und dieser auf ihn stürzte… Der Knabe erlitt schwere Verbrennungen von fast der Hälfte seiner Hautoberfläche: Der Rücken, das Gesäss, der Damm, die Arme und Beine waren am schwersten betroffen.
   Die Last der Verantwortung für die Kinder sowie deren Versorgung ruht auf Anastasijas schmalen Schultern und denen ihres Bruder Alexandr. Anastasija bezieht staatliches Kindergeld. Alexandr erhält zeitweilig ein kleines und wechselndes Einkommen als Bauarbeiter, weil sein Job auf den Feldern saisonbedingt ist.
   Die Ärzte sagen, ihr Sohn könne nur überleben, wenn rechtzeitige finanzielle Hilfe geleistet wird. So meldete sich die Frau bei uns.
   Zurzeit hält sie 24-Stunden-Wache im Spital…

Kirill mit seiner Schwester Karina, 2015



   Die Kosten für die erforderliche Behandlung kann die bedürftige Familie Saporoshez nicht selber decken. Die Heilung muss schnell und unmittelbar vorangetrieben werden. Die sofortigen Massnahmen werden durchgeführt, aber weitere müssen noch ergriffen werden. Die Anschaffung von Antibiotika und kostspieligen Arzneimitteln für den kleinen Kirill ist lebenswichtig. Ihr Beistand kann das Kind am Leben erhalten und es wieder auf die Beine bringen! Wir hoffen, liebe Wohltäterin und lieber Wohltäter, dass Sie an Kirills Rettung mitwirken und seine Mutter finanziell begünstigen werden!

Auf der Intensivstation, neulich