«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Andrej Swiridtschenko

geb. 2007

 

   Der Junge ist Invalide, er wurde mit der ZNS-Fehlbildung und symptomatischer Epilepsie geboren. Sein Vater verliess die Familie, als Andrej noch ganz klein war. Seine Mutter Elena (geb. 1975) lernte, dem Sohn die notwendige Behandlung zu leisten, und zwar ihn zu impfen, richtig zu ernähren und Epilepsie-Anfälle zu stillen.
   Einer der letzten Anfälle war der Grund, warum Andrej heute auf der Intensivstation ans Beatmungsgerät angeschlossen bleibt. Zusammen mit einer Lungenentzündung verursachte die Epilepsie einen ernsten Zustand, woraus es nur einen einzigen Ausweg gibt – eine kostspielige medikamentöse Behandlung mit viel Antibiotika, Entzündungshemmern und Windeln.
   Frau Swiridtschenko kann all dies nicht aus ihrer eigenen Tasche besorgen, deswegen bittet sie Schweizer Spender um ihre rettende Hand.


 

 

 

Über Stock und Stein um der Gesundheit des Sohnes willen

   Schon das Leben mit gesunden Kindern kann zeitweise ermattend sein. Doch wenn es in der Familie ein schwerkrankes Kind gibt, dann ist der Alltag durchgängig zäh zu bewältigen. „Ich bin eine Kämpfernatur geworden“, so Elena Swiridtschenko (geb. 1975), die Mutter eines Jungen namens Andrej (11 Jahre alt), der Hauptfigur unseres heutigen Artikels. Kampfeswille ist unentbehrlich beim oft langen Weg zur richtigen Diagnose, beim Umgang mit dem fehlenden Verständnis mancher Nachbarn, Bekannten oder sogar Verwandten, und auch bei der Bewältigung des grossen Kraftanstrengung verlangenden und entsprechend ermüdenden Alltags, weil er brechend voll mit unaufhörlichen Arztbesuchen und Behandlungen ist. Gerade da wird von kranken Kindern tagein tagaus viel Kraft verlangt. Sie müssen sich in ihre Besonderheit sozusagen einleben, mit mancher Einschränkung umzugehen lernen und sie anderen erklären. 
   Derartige schreckliche Diagnosen wie infantile Zerebralparese, Krebs, Epilepsie und Asthma verändern das Leben der betroffenen Familien total. Durch diese Erkrankungen können die Eltern auf Dauer ans Bett ihrer kranken Kinder gefesselt werden. Niemand ist in der Lage abzusehen, wann ein Rückfall oder der nächste Anfall geschehen. Dies führt dazu, dass sich die Familie in einem Zustand beständigen Wartens auf das Unvermeidliche und der Angst davor befindet. Gerade in einen solch komplizierten Fall, liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, wird Ihnen heute vorgeschlagen, Einsicht zu nehmen.

Elena Swiridtschenko und ihr zweimonatiger Sohn Andrej, 2007

 

Эльдар и Руслана на природе, осень 2017

Elena ernährt den kleinen Andrej, 2012

 

Erfüllung des langersehnten Kinderwunsches

   Welche Eltern sinnen gern darüber nach, dass ihr Kind krank, verkümmert sein oder gar keine Aussichten auf ein Leben in der Gesellschaft haben könnte? Doch wenn so etwas doch vorkommt, ist ein Nachwuchs mit auffälligem Befund für liebevolle Mütter und Väter ein besonderes Kind mit nur ihm anhaftenden Bedürfnissen. Solche eher seltenen Situationen versetzen der kindlichen Psyche einen schweren Schlag, wirken sich negativ auf das Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes aus und führen nicht selten zu einem tragischen Ausgang.
   Elena Swiridtschenko erzählte den Mitarbeitern der SOS GERASJUTA Stiftung ihre mit Schmerz und Ausweglosigkeit befrachtete Geschichte. Schon von klein auf war sie leider mit gesundheitlichen Problemen vertraut. Zuerst kam sie mit Gelenkschmerzen, womit sich Elenas Vater herumquälte, und mit Herzbeschwerden ihrer Mutter in Kontakt, und dann war Elena selbst bemüssigt, mit einer Krankheit konfrontiert zu werden – die Frau leidet an rheumatoider Arthritis (Schädigung der kleinen Gelenke). Ungeachtet all dieser Strapazen erhielt Elena die Hochschulausbildung im Fach Biopsychologie und widmete sich ihrer Arbeit mit behinderten Kindern.
   Eine eigene Familie zu gründen schlug längere Zeit fehl, doch eines Tages fand sich für Elena ein würdiger Kandidat im Kreis ihrer Bekannten, und so entstand wie oft zwischen jungen Menschen eine Beziehung. „Gleichgesinnte in allen Lebenslagen“, „Wohin er geht, muss ich auch gehen“, „Wie Pech und Schwefel“, – so redeten die Freunde halb spassig über das wahnsinnig verliebte Paar. Frucht dieser Liebe war ein Kindlein, Andrej. Obwohl die Entbindung komplikationslos verlief, stellten die Ärzte bei dem Kleinen gesundheitliche Störungen fest. Sie vermuteten eine angeborene Zentralnervensystem-Fehlbildung. Die Frischvermählten waren auf viele Dinge vorbereitet, aber durchaus nicht auf solch ein ungerechtes Schicksal.
   Das Ehepaar hatte immerhin vor, im Leid zusammenzustehen, Geduld aufzubringen und auf alles, was das Schicksal bescherte, gefasst zu sein. Jedoch ist etwas schief gelaufen, und die wiederholten Besuche im Krankenhaus sowie immerwährender Stress führten dazu, dass es dem Mann zu viel wurde und er seine Familie verliess. Nach einem Jahr kam bei Andrej mit Mikrozephalie und symptomatischer Epilepsie eine weitere Diagnose dazu. Hiernach meldete sich sein Vater überhaupt nicht mehr und hörte komplett auf, am Grossziehen und an der Pflege des Kindes teilzunehmen.

Пара влюбленных в канун Нового года, 2017

Im Rehabilitationszentrum für Invaliden, 2013

Эльдар в реанимации, сегодня

Andrej Swiridtschenko auf der Intensivstation, heute

Ein besonderes Kind

   Immer wenn der Sohn von Elena Swiridtschenko in die neurologische Abteilung der Chersoner Kinderklinik kam, war er nie launisch und hielt das Randgeschehen für gang und gäbe. Dort ist Andrej jedem einzelnen Mitarbeiter der medizinischen Abteilung bekannt.
   Bevor ihr Junge das Licht der Welt erblickte, war Elena im Rehabilitationszentrum für Kinder mit besonderen Bedürfnissen tätig. Dadurch war sie auf diesem Gebiet sehr beschlagen. Schon während des Mutterschaftsurlaubs war Elena klar, dass sie nie mehr arbeiten und folglich keine Mittel verdienen würde können. Andrej erfordert Pflege 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
   Würdevoll nahm die Frau die schwere Last und Verantwortlichkeit für jeden Atemzug ihres einzigen Sohnes auf ihre Schultern. Andrej unterscheidet sich von seinen Altersgenossen, besonders in der Beziehung zwischen Mutter und Sohn – die meisten Eltern können entspannt ihrem Nachwuchs beim Spielen zuschauen, Elena muss ihrem Sohn jedoch stets in Reichweite hinterherstiefeln. Ihre Bemühungen lohnten sich aber: Mit sechs Jahren konnte Andrej auf dem Stuhl sitzend eigenständig mit einem Löffel von einem Teller essen – wenn das keine Errungenschaft für ein Kind mit einer Fehlbildung des Zentralnervensystems ist!
   Der Junge nahm mehrere Arzneimittel zur Vorbeugung der epileptischen Anfälle ein. Elena erfüllte alle ärztlichen Verordnungen, brachte Andrej immer zeitig zur Routineuntersuchung und kümmerte sich wie selbstverständlich um seine Entwicklung. Aber wenn man auch zu glauben meint, eine Standfestigkeit erreicht zu haben, geraten manchmal die eigenen Lebensumstände ins Wanken und zeitigen mithin schwere Konsequenzen. Andrej erlitt einen plötzlichen Asthmaanfall, der im häuslichen Umfeld nicht zu hemmen war. Unvermittelt alarmierte man den Rettungsdienst, und der Junge wurde auf die Intensivstation gebracht, wo er auch jetzt noch bewusstlos liegt. Andrej ist ans Beatmungsgerät angeschlossen und wird durch eine Sonde ernährt. Die Ärzte sagen, dass er bei dem Anfall viel Speichel schluckte, der in die Lungen geriet. Daraufhin entwickelte sich bei dem Kind Pneumonie, welche unverzüglich bekämpft werden muss, damit der kleine Patient seiner primären Erkrankung – dem Asthma – weiter entgegenwirken kann.

   Liebe Spenderinnen und Spender, es steht wirklich in unserer Macht, das kleine Kind aus der Lage zu befreien, in welche es vom Schicksal unnachsichtig hineingestossen wurde. Das Leben Andrejs hängt jetzt ab von der rechtzeitigen Beschaffung der Entzündungshemmer und Pilzmittel sowie der Antikrampfmittel, und zwar in grossen Mengen. Dafür genügt die miserable Invalidenrente des kleinen Jungen überhaupt nicht. Im Rahmen der heutigen Weihnachtsaktion spricht das ganze Team der SOS GERASJUTA Stiftung die Hoffnung auf Ihre Förderung zur Rettung von Andrej Swiridtschenko aus. Alle zusammen wollen wir diesem feinen Kind aus seiner verzweifelten Lage zu helfen versuchen!