Natalja Rusnak,

geb. 1963

mit Sohn Jewgenij,

geb. 1986

 

   Eines Abends wurde Jewgenij von Räubern überfallen, als er von der Arbeit nach Hause ging. Die Feuerwehr hatte ihn in einem rauchenden Schacht der Fernheizleitung gefunden. Der junge Mann wurde in bewusstlosem Zustand in die Intensivstation der Abteilung für Verbrennungen eingeliefert. Er hatte schwere Verletzungen: Sein rechter Arm war am Ellbogen tief bis zum Knochen verbrannt, ausserdem hatte Jewgenij eine Kohlegas-Vergiftung und konnte anfangs wegen der Atemwegs- und Stimmbänderverletzungen nicht sprechen. Die Ärzte verschrieben ihm teure Antibiotika und verschiedene unterstützende Arzneien, damit sich die Entzündung an seinem Arm nicht ausbreitet. Zudem musste sein Arm noch ein paar Mal operiert werden. Aber für seine Nächsten wäre diese kostspielige Behandlung ohne fremde Hilfe unerschwinglich gewesen.

    Natalja wohnt mit ihrem Ehemann und mit ihrer Tochter Rimma (geb. 1994) sowie den beiden Söhnen Sergej (geb. 1981) und Jewgenij in einem Wohnheim. Sie ist wegen angeborener Störungen im Bewegungsapparat behindert und kann keiner Arbeit nachgehen. Ihre Invalidenrente ist sehr klein. Nataljas Mann ist in einer Baufirma tätig. Der ältere Sohn Sergej geriet im Herbst 2008 in einen Verkehrsunfall. Bis heute hat er ernsthafte Gesundheitsprobleme, ist fast blind und arbeitsunfähig. Jewgenij jobbte vor dem Unglück auf dem Bau und verdiente so etwas Geld für Lebensmittel.

    Dank dem von barmherzigen Schweizern gespendeten Geld konnte Jewgenij mit den notwendigen Medikamenten versorgt und mehrmals operiert werden. Seitdem sind viele Monate vergangen, die Wunden vernarbten, und der junge Mann fühlt sich schon besser. Trotzdem kann er weder schreiben noch einen Löffel in der rechten Hand halten, denn die Finger funktionieren noch nicht richtig. Er braucht eine zusätzliche Operation am Ellbogen.