SOS GERASJUTA Obdachlosen-Hilfe Projekt Wjatscheslaw Bestschastnyj, geb. 2013, und Iwanna Startschilowa, geb. 2015

         

«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Wjatscheslaw Bestschastnyj,

geb. 2013

und Iwanna Startschilowa,

geb. 2015

 

    Im Nikolajewer Kinderheim gewannen zwei nette Kinder ihr neues Zuhause – Iwanna und Wjatscheslaw. Ihren Müttern wurde das Elternrecht wegen der Vernachlässigung der Kinder und schrecklichen Lebensbedingungen entzogen. Wjatscheslaw, wie auch seine sieben Geschwister, wurden der Mutter nach dem Tod des Vaters genommen. Beim Jungen waren deutlich psychomotorische Störungen bemerkbar, er wurde auch von einem Psychiater kuriert. Iwanna geriet im Alter von drei Monaten ins Kinderheim. Sie litt an der angeborenen Katarakt des rechten Auges, einer chronischen Herpesvirusinfektion und hatte Entwicklungsverzögerungen. Diese Schützlinge brauchten eine medikamentöse Behandlung, vitaminisierte Ernährung und allgemeinstärkende Therapie. Die Mitarbeiter des Kinderheims baten bei der Besorgung der nötigen Präparate für Iwanna und Wjatscheslaw um Hilfe, was in grossem Masse die Verbesserung ihres Gesundheitszustands fördern würde.
    Heute bedankt sich die Verwaltung des Kinderheims bei den Gönnern für die gespendeten Mittel. Durch die karitative Zuwendung wurde Iwanna beim Augenarzt behandelt und vom Logopäden unterrichtet. Sie hatte auch Haarbruch (Alopezie), aber mittels der Vitamine half man diesem Problem ab. Dem Mädchen ging es gesundheitlich viel besser, und es wurde bald darauf von einem netten Ehepaar adoptiert. Freigebige Spenden liessen eine allgemeinstärkende Behandlung bei Wjatscheslaw durchführen, jetzt kann er schon einfache Ein- oder Zweisilber aussprechen. Zwar hat der Junge dank der Förderung aus der Schweiz ziemlich gute Fortschritte gemacht, aber er ist noch auf weitere Therapie angewiesen. Das Team des Nikolajewer Kinderheims bedankt sich bei den Wohltätern für die bereits geleisteten Spenden und bittet sie um weiteren Beistand für Wjatscheslaw.

 




Eine Chance für eine bessere Zukunft

   Die Kindheit ist eine besondere Zeit im Leben jedes Menschen. Sie bestimmt meistens die Zukunft der Person. Und weil die Kinder und Jugendliche die Zukunft des Landes sind, bestimmt sie auch im Allgemeinen den morgigen Tag des Staats auch. Die Verantwortung für das Glück der heranwachsenden Generation tragen die Erwachsenen. Sie müssen optimale Bedingungen für ihre Entwicklung schaffen und ihre Rechte und Interessen schützen und vertreten. Doch komischerweise verletzen gerade die Erwachsenen am häufigsten diese Rechte. Und am schlimmsten ist es, wenn solche unverantwortlichen Leute die Eltern dieses Kindes sind. Die meisten Heimkinder in der Ukraine sind sogenannte Sozialwaisen. Sie haben noch lebendige Eltern, die aus irgendeinem Grund ihren Nachwuchs nicht würdig erziehen können. In diesem Artikel berichten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, über die Schicksale solcher Kinder anhand der Beispiele der Zöglinge des Nikolajewer Kinderheims. Iwanna Startschilowa und Wjatscheslaw Bestschastnyj wurden in so einem jungen Alter ohne elterliche Liebe und Wärme verlassen.


Iwanna freut sich über unseren Besuch, Herbst 2017

    Frühe Kindheit ist eine der wichtigsten Stufen des Lebens. Da beginnt das Kind sich selbst und seinen Platz in dieser Welt wahrzunehmen. Eine interessante Tatsache: Erst im Alter von zwei-drei Jahren nimmt das Kind sein Bild im Spiegel als sich selbst, d.h. unterscheidet sich von den anderen Leuten. In dieser Zeit bekommt das Kind erste Sozialisation, denn die Familie ist eine kleine Gesellschaft. Ausserdem hinterlassen die Eindrücke der Kindheit tiefe Spuren im Herzen für das ganze Leben. Ohne erlebnisreiche und gefüllte Kindheit wird das weitere Leben viel ärmer. Da wird der erste „Start” für die persönliche Entwicklung gegeben. Wie sich das Kind in den jungen Jahren entwickelt, hängt davon der Erfolg seines späteren Lebens ab.
    Welche Möglichkeiten hat das Kind, das heute im Kinderheim erzogen wird, ein würdiger erwerbstätiger Mitglied der Gesellschaft, der seine Familie gründet und eigene Kinder versorgt, zu sein? Laut der Statistik sieht die Situation so aus: nur wenige solcher Kinder können ihre psychologischen Komplexe besiegen und ihren richtigen Weg finden. In den meisten Fällen übernehmen die entnommenen aus den zerrütteten Familien Kinder die amoralische Lebensweise ihrer Eltern in ihrer eigenen Zukunft. Sie wiederholen den gleichen Teufelkreis: sie lernen, dann gründen eigene Familie und bekommen die Kinder. Zuerst finden sie Arbeit, aber dann haben sie keine Bestrebungen mehr, alle Hoffnungen sind auf die Sozialbeihilfe gesetzt, es folgen Alkohol- und Drogensucht, Missverständnisse in ihren Familien, manchmal sogar Gewalt und Verbrechen. Und dann kommt der Sozialdienst, der schon ihre Kinder aus dieser antisozialen Umgebung retten muss.


Wjatscheslaw betrachtet bunte Bücher, Herbst 2017

   Das Ende dieses Teufelskreises kann die Adoption werden. Die meisten potenziellen Adoptiveltern wollen aber “problemlose” Kinder, die keine geistigen und körperlichen Störungen aufweisen. Deshalb ist das grösste Problem der Heimkinder ihre schwache Gesundheit. Das Wohlbefinden der Kinder, die ins Kinderheim mussten, ist viel schlechter als das ihrer Gleichaltrigen, die in den Familien mit den Eltern leben. Man kann diese Tendenz an den Schicksalen von Iwanna und Wjatscheslaw gut sehen.
   Iwanna Startschilowa (geb. 2015) kennt keine mütterliche Liebe. Sie war ein ungewolltes Kind und, wie erfahrene Erzieher zurecht vermuten, beeinflusste dies den Charakter des Mädchens. Mal lacht sie fröhlich und mal weint sie bitter. Das Mädchen geriet im Alter von nur drei Monaten ins Kinderheim, weil die Mutter ihre Pflichten nicht erfüllte. Deswegen bekam Iwanna ernste psychomotorische Störungen. Sie kann sehr schlecht sprechen. Dieses Mädchen hat aber alle Chancen, sich bei regelmässigen Prozeduren und einer Einnahme von Vitaminen wie die anderen Kinder zu entwickeln, so der Arzt. Auch ihr Katarakt im rechten Auge und ihre chronische Herpesvirusinfektion müssen behandelt werden.


Wjatscheslaw und Iwanna spielen zusammen, vor kurzem

   Auch gefestigte Familien können böse Überraschungen wie einen grausamen Schicksalsschlag erleiden. Wjatscheslaw Bestschastnyj (geb. 2013) hat sieben Geschwister. Als sein Vater starb, ertrank seine Mutter ihren Kummer im Alkohol. Natürlich konnte sie deswegen nicht anständig für ihre Kinder sorgen und sie erziehen. Der Sozialdienst nahm sie ihr, jetzt sind sie alle im Kinderheim. Doch die elterliche Vernachlässigung hinterliess eine unauslöschliche Spur im Körper und in der Seele des Kindes. Trotz seines Alters unterhält sich der Junge nur mit Gesten und der Mimik. Dabei ist seine geistige Tätigkeit in Ordnung, er versteht alles, was ihm gesagt wird. Die Fachleute fördern jeden Tag seine Entwicklung (einschliesslich eines Psychiaters), doch er braucht auch Medikamente für sein Gehirn, die das Kinderheim wegen fehlender finanzieller Mittel nicht besorgen kann.
   Jetzt kommt die von den meisten Kindern lang ersehnte Weihnachtszeit. Ein geschmückter Weihnachtsbaum, Mamas gekochte Leckereien und natürlich viele schöne eingepackte Geschenke – so sehen die Winterferien der meisten kleinen ukrainischen Kinder aus. Die Waisen aber können das nur in den Filmen sehen… Dieses Märchen bleibt für sie leider unerreichbar. Einmal erwachsen, nehmen sie dieses frohe Fest als den Tag wahr, an dem die Einsamkeit besonders spürbar ist. Und während alle so freudig sind, werden sie bestimmt denken, ob sie vielleicht nicht auch ein bisschen Glück verdient hätten… Denn sie brauchten in der Kindheit so wenig – die Atmosphäre der freundlichen Familie und Wärme der mütterlichen Hände. Liebe Spenderin und lieber Spender! Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie gesegnete Weihnachten! Mögen alle Sorgen an Ihrem Haus vorbeigehen!


Die Kinder mit der Heimerzieherin, vor kurzem

   Am Anfang des Artikels erwähnten wir die Tatsache, dass wegen Unaufmerksamkeit und Verantwortungslosigkeit von Erwachsenen Kinderschicksale besiegelt werden können. Aber demgegenüber vermögen alle nicht gleichgültigen Leute ihnen zu helfen. Ihre potenzielle Spende könnte ihren Gesundheitszustand verbessern und einen guten Einfluss auf ihre geistige und körperliche Entwicklung haben. Dies würde ihnen die Chance schenken, würdige Mitglieder unserer Gesellschaft zu werden. Oder es kann etwas viel Besseres passieren: eine fürsorgliche Familie und ihre Kindheit wird endlich mit wieder gewonnener elterlicher Liebe erfüllt. Die Mitarbeiter der SOS GERASJUTA Stiftung hegen die Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft von Wjatscheslaw und Iwanna.