«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Tatiana Chimenko

geb. 1989

 

   Die vierfache Mutter erzieht alleine drei Söhne – Alexander (geb. 2010), Danil (Jahrgang 2011), Wladimir (2012) sowie die Tochter Bogdana (geb. 2016). Das Baby wurde leider krank geboren. Es hat einen angeborenen Herzfehler und muss operiert werden. Tatiana ist selber Waise. Der leibliche Vater der Kinder, der alkoholsüchtig wurde und Tatiana oft verprügelte, liess sie mit dem Nachwuchs hocken. Vom Staat bekam sie seinerzeit ein Zimmerchen im Wohnheim, wo sie mit den Kids zusammengepfercht lebt. Von einer Reparatur welcher Art auch immer hier kann sie nur träumen… Wegen der schweren Krankheit ihrer Tochter, die ihr Leben bedroht, kann sich Tatiana keine ruhige Minute gönnen.
   Die Mittel der gutherzigen Schweizer wurden für die medikamentöse Behandlung von Bogdana ausgegeben. Die Prozeduren stimulierten den Blutzufluss und normalisierten den Herzrhythmus. Sohn Wladimir erlitt eine Bindehautentzündung, der Junge kann schlecht sehen und Tatiana macht sich Sorgen um sein Sehvermögen. Aber dank grosszügiger Hilfe der Schweizer Gönner wurden die notwendigen Untersuchungen beim Jungen durchgeführt und der erste Schritt im Rahmen der Therapie getan. Es gelang Tatiana auch, durch den Erwerb von qualitativen Lebensmitteln ihre Kinder vor Hunger zu bewahren. Die mehrfache Mutter und ihre Kids äussern den mitleidigen Schweizern ihre tiefste Dankbarkeit fürs Mithelfen.

 



Im Kampf für das Familienglück

   Seit eh und je wird die Familie im Leben des Menschen als eine der wichtigsten Säulen, die Schutz, Sicherheit, Geborgenheit und Liebe bietet, angesehen. Wie bekannt, ist die familiäre Umgebung für unser Wachstum, unsere Entwicklung sowie das Herausbilden der bedeutsamen sozialen Kompetenzen verantwortlich. Schon vor vielen Jahren wurde wissenschaftlich bewiesen, dass fast alles Spätere im erwachsenen Alter auf die Kinderjahre zurückzuführen ist. Aber was ist mit den Waisenkindern? Sie hatten kein würdiges Vorbild beim Erwachsenwerden. Meistens müssen sie die Dinge durch Versuch und ihre Fehler lernen, auch wenn es um das Gründen ihrer eigenen Familie geht. Dies genau ist der Fall der mittellosen kinderreichen Mutter Tatiana Chimenko. Sie weiss keinen Rat, wie sie es schaffen könnte, aus der Sackgasse ihrer Probleme raus zu kommen.


Tatiana mit allen Kindern in der Stadt, 2016

   Die verwaiste Tatiana Chimenko (geb. 1989) aus Nikolajew, das im Süden der Ukraine liegt, hatte nicht das Glück, die Elternliebe zu geniessen. Wie es in ihren Akten geschrieben steht, verzichtete die Mutter auf das Neugeborene, der Vater ist am Tag ihrer Geburt gestorben. Keiner der Verwandten meldete sich bei der Kleinen bis zu ihrem letzten Tag im Waisenheim. In der Kindheit, die auf die unsicheren 90er Jahre fiel, erlebte sie neben finanziellem Engpass auch viel Herzlosigkeit und emotionale Vernachlässigung. Diese düstere Zeit prägte sich in Tatianas Seele tief ein, deshalb wurden ihr Wunsch und Bedarf nach einer eigenen Familie, wo Glück und Liebe vorherrschen, immer stärker. Damals schwor sie sich, ihre künftigen Kinder wenn immer möglich vor den Bitterkeiten des Schicksals zu beschützen und immer bereit zu sein, für ihr Wohlbefinden jede Mühsal des Lebens auf sich zu nehmen und zu überstehen.

   Wie es zuweilen geschieht, bleiben die sehnlichsten Wünsche nicht unerhört… Eines schönen Tages traf Tatiana ihre erste Liebe – Alexander. Der Mann war einer der wenigen Leute auf dieser Welt, die ihr gegenüber je Gutherzigkeit und Zuneigung zeigten, so Tatiana. Die junge Frau war so glücklich, endlich die fehlende familiäre Wärme geniessen zu dürfen. Die finanzielle Schwäche des Partners und der vergebliche Traum von der Hochzeit mit dem typischen weissen Kleid taten der Begeisterung unserer Heldin keinen Abbruch. Wichtig war für sie die menschliche Wärme, an der sie so viele Jahre einen riesigen Mangel verspürt hatte. Der glücklichste Tag im Leben der jungen Frau war die Geburt des ersten Kindes Alexander (geb. 2010). Kurz danach wurden die Söhne Danil (geb. 2011) und Wladimir (geb. 2012) geboren. Einerseits erfüllte sich Tatianas grosser Kindertraum: Sie hatte drei süsse Kinder und ihren Ehemann, mit einem Wort eine grosse, eigene Familie. Und sie war immer bereit, alles für sie zu tun und sich aufzuopfern. Andererseits war da aber die Armut, das Leben in einer kleinen Stube ohne Komfort und auch die stetig wachsende Passivität von Alexander. Tatiana gab sich immer Mühe, dass die Flamme der Begeisterung nicht erlischt und hielt das alles nur für vorläufige Hindernisse.


Die Chimenkos auf dem Spielplatz, Frühherbst 2016

   Mit der Krise im Land und den sich damit verschärfenden materiellen Problemen liess ihr Mann immer häufiger seine Wut an Tatiana und den Kindern aus. Den Trost fand er nicht mehr im Zusammensein mit den Liebsten, sondern im Alkohol. Von Tag zu Tag schaute er immer tiefer ins Glas. Dazu kamen Gewalt und psychische Unterdrückung. Die enttäuschte Frau machte Versuche, den Mann zu verlassen, doch er kannte ganz genau ihre schwache Stelle – er versprach ihr, wieder brav zu werden, der beste Vater für die Kinder zu sein und für das Glück in der Familie zu sorgen. Und die arglose und naive Frau glaubte es… Doch Tatianas Geduld war endgültig erschöpft, als im Juli 2016 die jüngste Tochter Bogdana mit einem Herzfehler zur Welt kam. Die Aggression von Alexander und seine Prügeleien hatten die Entwicklung des Kindes im Bauch beeinträchtigt. Erst jetzt verstand Tatiana in vollem Masse, was für einer grossen Gefahr sie mit dem aggressiven Alkoholiker die Gesundheit und normale Entwicklung der Kinder aussetzte. Die Frau traf die endgültige und richtige Entscheidung, sich von ihm zu trennen! Im Nachhinein tadelt sich Tatiana dafür, dass ihre Ohren glaubten, was die Augen nicht sahen. Für ihre Offenherzigkeit und ihr Vertrauen musste sie teuer bezahlen…


Tatianas Söhne toben sich auf einem Ausflug gründlich aus, Spätjahr 2016

   Johann Wolfgang von Goethe hat sich zum Wert der Familie ganz treffend geäussert: „Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Tatianas aufopfernder Kampf für das Glück ihrer Kinder lässt nicht im Geringsten daran zweifeln, dass sie ihnen die im Klassiker erwähnten Aspekte geben wird. Heute wohnt die mehrfache Mutter mit allen vier Kindern in demselben kleinen Zimmer im Wohnheim, das sie vom Staat als Waise bekommen hatte. Schlechte Wohnverhältnisse, nämlich kein warmes Wasser, die für mehrere Familien zur gemeinsamen Benutzung zur Verfügung gestellten Dusche, Küche und WC bereiten der jungen Mutter viele Schwierigkeiten. Trotzdem gelingt es der Frau, ihren Kindern Aufmerksamkeit zu schenken, für sie würdig zu sorgen, den Raum in Ordnung zu halten und sogar ein bisschen zu jobben. Um ein wenig Geld zu verdienen, putzt sie ihr Stockwerk im Wohnheim. Die Frau wartet auf keine Geschenke vom Himmel und ist bereit, alle Probleme mit starker Haltung zu überwinden. Das Einzige, was Tatiana derzeit wirklich grosse Sorgen macht, ist die schwache Gesundheit von Bogdana. Das Mädchen muss dringend am Herz operiert werden. Ohne diesen komplizierten Eingriff ist sogar sein weiteres Leben in Gefahr… Für die allein stehende Mutter, die nur vom Kindergeld und ihrem miserablen Lohn als Putzfrau lebt, wären der kostspielige Eingriff in einem spezialisierten Kinderspital in der Hauptstadt in Kiew sowie die Aufenthaltskosten überhaupt nicht zu stemmen.


Frau Chimenko mit dem Nachwuchs zu Hause, vor kurzem

   Man sagt, jeder von uns leidet an seiner Zeit. Trotzdem scheint das Leben zu einigen Menschen manchmal absolut ungerecht und hart zu sein, besonders wenn es um Babys geht, die noch am Anfang ihres Lebens stehen und noch keine bösen Spuren auf ihrem Lebensweg hinterlassen haben. Bis heute gibt es keine eindeutige Antwort, nach welchen Kriterien Glück und Wohl sich verteilen, warum der Eine mit besserem Start in einer einkommensstarken Familie geboren wird, und der Andere nicht einmal die Grundvoraussetzungen für ein gesundes Dasein hat. Der Allerhöchste gibt aber eine Chance auf Rettung, indem er Hilfebedürftige und Wohltäter zusammen bringt. Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Sie können die vierfache Mutter dabei unterstützen, das Leben der kleinen Bogdana zu verlängern und ihre Kinder gut aufzuziehen.