«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Olga Kolesnikowa,

geb. 1974

 

  Olga kommt aus Nikolajew und erzieht mit ihrem Mann Pawel (geb. 1973) die drei Söhne Bogdan (geb. 1999), Daniil (geb. 2006) und Nikita (geb. 2007) und die zwei Töchter Alena (geb. 2008) und Ljubow (geb. 2010). Die Kinder haben ernste gesundheitliche Störungen. Die Tochter Alena (geb. 2008) hat Herzstörungen. Der Sohn Nikita (geb. 2007) kam mit einem deformierten Kopf zur Welt und muss beim Neurologen kontrolliert werden. Die kleinste Ljubow (geb. 2010) hat eine angeborene Leistenhernie. Der Sohn Bogdan wurde mit einem Herzfehler geboren. Er nahm Vitamine, lernte in einer spezialisierten Schule und wurde ärztlich kontrolliert, aber das war keine Lösung. Eine Operation in der Hauptstadt war für die Familie unerschwinglich.
Olga und ihr Mann arbeiten tüchtig und schwer. Er als Ladearbeiter und sie als Verkäuferin verdienen beide nur genug Geld für das Essen, deshalb stürzten sie in ruinöse Schulden, die durch die Spenden aus der Schweiz geregelt wurden. Dank dieser finanziellen Unterstützung wurde eine gründliche Herzuntersuchung bei dem Sohn Bogdan durchgeführt. Aber auch Olgas Töchter brauchen medizinische Hilfe, für die in der Familie kein Geld vorhanden ist. Olga bedankt sich ganz herzlich bei den Spendern und bittet um nochmalige Hilfe.

 


Viel Freude und zugleich viel Kummer

   Für die meisten Frauen ist die Mutterschaft das bedeutendste und freudigste Ereignis im Leben. Ihre tiefe Zuneigung und Liebe für das Kind beginnen schon während der Schwangerschaft und bleiben für die gesamte Lebensdauer. Aber dabei hat die Mutter ständige Angst um ihr Kind. Es ist ja unmöglich, sich keine Sorgen um seine Sicherheit in dieser manchmal grausamen Welt zu machen. Kein Wunder, dass man in der Ukraine sagt: „Dem Kind tut sein Finger weh, und seiner Mutter das Herz.“ Der Schmerz der Mutter ist unglaublich gross, wenn ihr Kind leidet. Und wie gross ist er erst, wenn vier Kinder krank werden? Im Folgenden folgt die Geschichte einer kinderreichen Mutter, deren Kinder – ihr grösster Schatz – krank sind.


Geburt des Erstgeborenen Bogdan, Juli 1999

   Die Familie Kolesnikow lebt in Nikolajew, in einer Stadt in der Südukraine. Olga und Pawel sind stolze Eltern von fünf Kindern: Bogdan (geb. 1999), Daniil (geb. 2006), Nikita (geb. 2007), Alena (geb. 2008) und Ljubow (geb. 2010). Als die Mitarbeiter der SOS GERASJUTA Stiftung zu dieser grossen Familie kamen, sass Olga neben ihrem Mann und dem ältesten Sohn, während die jüngeren Kinder auf dem Boden miteinander spielten. Es schien, dass die ziemlich elend eingerichtete und reparaturbedürftige Behausung keinen von ihnen verunsicherte. Olga begann uns ihre Geschichte zu erzählen.
   Das Gründen einer grossen Familie war nicht immer das Hauptziel dieser Frau. Alles änderte sich, als Olga in ihrem Herzen den Platz für Gott einmal gefunden hatte. Eine Reihe von Herausforderungen forderte die Frau dazu auf: Olga wurde das Opfer eines Autounfalls, ihre Mutter war todkrank, auf dem Arm hatte sie ein kleines Kind, ihr Mann arbeitete Tag und Nacht. Erleichterung war von nirgendwo zu erwarten. Die Frau richtete ihre Gebete zum Himmel. Bald kam die lang ersehnte Ruhe in die Familie und Olga entschied, mit Gott im Herzen durch ihr ganzes Leben zu gehen. Pawel teilte den Glauben seiner Frau.


Glückliche Eltern mit Bogdan, Daniil, Nikita und der neugeborenen Alena, Januar 2009


   Im Verlauf der Jahre kamen mehrere Kinder zur Welt. Lärm und Sorge füllten die Wohnung aus. Olga glaubte, dass das Schlimmste schon vorbei wäre, aber ein neues Leid – die Krankheiten – verschonte die Familie nicht. Nur der älteste Bogdan wurde gesund geboren. Daniil hat einen angeborenen Herzfehler. Der Junge lernt in einer spezialisierten Schule, wo er unterstützende Vitamine bekommt. Dies ist jedoch nicht genug. Die letzte Untersuchung zeigte, dass der Fehler noch gefährlicher geworden ist. Dieser Zustand erfordert einen chirurgischen Eingriff, der nur in der Hauptstadt Kiew durchgeführt werden kann. Nikita muss von Zeit zu Zeit bei dem Neurologen erscheinen, weil sein Kopf von Geburt an deformiert ist. Er benötigt eine Therapie der Harnröhre, die auch beeinträchtigt ist. Auch Alena hat Herzstörungen. Das Mädchen braucht eine medikamentöse Behandlung. Angeborene Leistenhernie – so lautet Diagnose der kleinsten Ljubow. Ihr kann nur eine Operation helfen.
   Olga wischt ihre Tränen ab. Neben der Tatsache, dass ihre Kinder an vielen Krankheiten leiden, quält die Frau ihre Unfähigkeit, die Leiden ihrer Sprösslinge lindern zu können. Die Preise für medizinische Leistungen sind wahnsinnig hoch im Vergleich zu dem niedrigen Standard in der Ukraine. Zudem bekommen kinderreiche Familien keine Sozialhilfe vom Staat. Das Einkommen besteht aus den bescheidenen Löhnen von Pawel und Olga. Paul arbeitet als Ladearbeiter, Olga ist als Kaffeeverkäuferin tätig. Die Frau kann wegen der ständigen Sorge für die Kinder nicht Vollzeit arbeiten. Ausserdem ist Olga selbst mit Krankheiten überfordert. Darunter fallen Bauchwandhernie, Varikose, Wirbelsäulen-, Herz- und Darmerkrankungen. Olga kann die Mittel für den Lebensmitteleinkauf, die Medikamentenbesorgung und Rechnungen nicht aufbringen. Vor kurzem erhielt die Familie eine Mahnung vom Gericht für den Netzanschluss, sollte die Verschuldung für Strom und Wasser nicht in kürzester Zeit getilgt werden. Mittel dafür haben die Kolesnikows keine.


Olga mit ihren Töchtern Alena und Ljubow, Neujahrfest 2017


   Es ist schwer zu glauben, dass diese optimistisch orientierte Familie gegen solch ernste Probleme ankämpfen muss. Die strahlenden Augen der Kinder blicken liebevoll auf die Mutter. Tatsächlich versucht Olga auch unter so elenden Umständen, den Kindern nur das Beste zu geben. Vor allem wünscht Olga ihren Kindern, als liebende, grossherzige und ehrliche Menschen aufzuwachsen. Die Frau liest ihnen vor dem Schlafengehen zusätzlich zu den gewöhnlichen Kinderbüchern Bibeltexte vor. Die Kinder gehen oft und gern in die Kirche. Olga entwickelt auch bei Familienmitgliedern deren Talente. Die ganze Familie, einschliesslich der Eltern, ist musikbegabt. Olga spielt Klavier, Pawel Gitarre, Daniil, Nikita und Alena lernen in der Musikschule. Am Wochenende werden kleine Hauskonzerte organisiert, an denen alle Familienmitglieder teilnehmen. Mittlerweile ist dies schon eine Tradition geworden. Die Kinder warten darauf jedes Mal mit Ungeduld. Das ist eine echte Feier für Eltern und Kinder! Olga fördert auch die Liebe zum Malen und Sport. Im Sommer geht die Familie oft zum Fluss. Pawel bringt den Kindern Schwimmen und Tauchen bei. Während dieser Ausflüge belehrt Olga die Kinder, die Umwelt nicht zu verschmutzen. „Das ist unser kleiner Beitrag zur Pflege unseres gemeinsamen Hauses – unserer Erde“, erklärt sie mit einem Lächeln. Man kann ihre wunderbare Fähigkeit, immer positiv und grossherzig zu bleiben, nur bewundern!


Die ganze Familie zusammen, heute

   Wie jede Mutter versucht Olga, ihren Kindern eine unbeschwerte Kindheit zu schenken. Aber die Kräfte dieser Frau sind schon erschöpft. Wenn Armut und Krankheit vor der Tür stehen und es niemanden gibt, der hilft, bleibt einem nur, sich auf sich selbst zu verlassen. Auf viele Dinge können wir leider keinen Einfluss nehmen. Doch selbst eine bescheidene Spende würde dazu beitragen, die bittere Not dieser Familie zu lindern. Liebe Leserinnen und Leser! Jeder von uns ist in der Lage, Olgas Familie einen kleinen Beistand für die Verbesserung der Lage ihrer fünf Kinder zu leisten.