«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Elisaveta Krasnova

 

Kleine Kinder, kleine Sorgen?

Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Kleine Kinder, kleine Sorgen – grosse Kinder, grosse Sorgen“. In den meisten Fällen entspricht diese Aussage der Wahrheit. Die Geschichte von Elisaveta Krasnova, die wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in unserem Artikel näher bringen möchten, unterscheidet sich von Grund auf von der oben zitierten Volksweisheit. Das Mädchen ist erst neun Jahre alt. Die Anzahl der Stolpersteine, die ihm das Leben bisher in den Weg gelegt hat, lässt niemanden kalt. Es ist kaum zu glauben: Elisaveta wurde zweimal brutal im Stich gelassen. Zuerst von ihrer leiblichen Mutter und dann von den Adoptiveltern, als die Arme schwer erkrankte. Ganz alleine den Problemen die Stirn zu bieten und seit Anfang 2013 in ihrem neuen Zuhause - der regionalen Kinderklinik - mit der ernsthaften Diagnose, einer weit fortgeschrittenen chronischen Hepatitis, kämpfen zu müssen, ist gewöhnlicher Alltag für sie. Es gibt heutzutage auf dieser grossen Welt keine einzige Seele, die Elisavetas Bürde erträglicher machen würde. Niemanden, ausser uns, falls wir uns entscheiden, uns für ihre Rettung mit vollem Engagement einzusetzen. Wenn wir dem leidenden Waisenkind einen kleinen Teil unserer Herzenswärme schenken, bekommt es eine Chance auf eine Zukunft ohne Elend und Resignation. Wir sind gefragt! In den unten folgenden Zeilen erfahren Sie mehr von unserem tapferen Schützling.

Das Leben vorher…

Wenn es um das Leben „vorher“ und „nachher“ geht, wird normalerweise darunter verstanden, dass alles gut lief, bis ein Unglück die Pläne plötzlich zunichte machte. Dies ist aber nicht Elisavetas Fall. So wie jetzt, wo sie krank und hilflos ist, mochte das Schicksal sie auch früher nicht schonen. Es war für sie ein grosses Drama, als ihrer Mutter das Elternrecht entzogen wurde. Seitdem meldete sich die Frau bei ihr nicht mehr. Das war die erste harte Probe, auf die sie gestellt wurde. In einem Alter, in dem die Kinder unter der Obhut ihrer Eltern die Welt kennen lernen, musste sich das Mädchen einer neuen Lebensweise im Kinderheim anpassen. Dort gab es ein gutes Lehrpersonal und man kümmerte sich um jeden einzelnen Schützling. All das konnte aber die echte Familienstimmung und mütterliche Liebe nicht ersetzen. Dennoch schaffte es Elisaveta, die Trägheit zu überwinden und sich über ihre Einsamkeit zu erheben. 2011 schien die Sonne auch für sie – ein nettes Ehepaar äusserte den Wunsch, das süsse Mädchen zu adoptieren. Es dauerte einige Zeit, bis alle Unterlagen ausgestellt waren und die neue Familie sie herzlich willkommen heissen durfte. Mehrmals träumte das Kind davon, dass die Eltern ihm vor dem Schlafengehen die Gutenachtgeschichte vorlesen, es an die Hand nehmen und Eis essen gehen. Am Anfang übertraf die Realität all ihre Erwartungen. Es herrschte in Elisavetas neuem Zuhause eine sehr liebevolle freundliche Stimmung und das Kind wurde gut behandelt. Die frischgebackenen Adoptiveltern wuchsen der Waise sehr fest ans Herz. Sie schenkten ihr ein Gefühl von Geborgenheit und verwirklichten ihren Traum einer glücklichen Familie. Hätte die Arme gewusst, dass dieses so unbetrübte Jahr in ihrem Leben die Stille vor dem Sturm ist…

…und nachher

Anfang 2013 bekam Elisaveta Beschwerden. Die Adoptiveltern brachten sie in die Klinik, wo die Ärzte über eine Weile keine richtige Diagnose stellen konnten. Mit Kollegen aus der Hauptstadt, wo es mehr qualifizierte Fachleute gibt, gelang es ihnen, die Ursache von Elisavetas Problemen herauszufinden – eine chronische Hepatitis, die unverzüglich behandelt werden musste. Die kleine Patientin verbrachte ein paar Monate in Kiew, wo ihre Behandlung aus dem Staatsbudget finanziert wurde. Nachdem es ihr besser ging und ein Transport möglich war, wurde sie nach Nikolajew gebracht. Ausgerechnet in der Zeit, in der das Kind in die Augen des Todes schauend elterliche Fürsorge am meisten benötigt hätte, kehrte ihm seine neue Familie den Rücken. Ohne irgendeine Erklärung liess das Ehepaar die kranke und ans Bett gefesselte Elisaveta im Spital hocken. Sie gaben sie einfach auf und seitdem hörte das arme kranke Mädchen nichts mehr von ihnen. Täglich wählt sie ihre Handynummer, unter der es keinen Anschluss mehr gibt, schaut mit Sehnsucht auf die Tür und hofft darauf, dass sie sich öffnet und die Leute, die sie mit wärmsten Worten „Papa“ und „Mama“ nannte, endlich kommen, sie tröstend auf den Schoss nehmen und Hand in Hand das Unglück bekämpfen helfen. Das Ärzteteam will das naive Kind seelisch nicht noch mehr verletzen und traut sich nicht, ihm zu sagen, dass seine Erwartungen vergeblich sind und es keinen Besuch bekommt.

Zurzeit wird Elisavetas Zustand als ernst eingeschätzt. Sie braucht eine effiziente Therapie, deren Kosten der Staat nicht mehr tragen kann. Die ärztlichen Massnahmen, wie Infusionen und Vitaminenspritzen, die das Krankenhaus der Kleinen anbieten kann, stabilisieren zwar ihre Gesundheit ein bisschen, aber die Ursache der Krankheit kann kaum beseitigt werden. Wer weiss, wie lange ihr Körper noch dem Unheil widerstehen kann und ob es dann nicht zu spät ist, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt sieht die Sache noch optimistisch aus. Die Ärzte sind der Meinung, Elisaveta habe momentan alle Chancen auf eine baldige Genesung. Das einzige Hindernis ist die Finanzierung…

Jedes Mal, wenn wir in die Augen dieses mutigen, von Krankheit geplagten Kindes schauen, bewundern wir seinen Willen sowie seine Geduld und Lebensgier. Trotz aller Herausforderungen hat Elisaveta nicht aufgegeben und ihren Glauben an die Güte und Menschenliebe nicht verloren. Es liegt uns, den Mitarbeitern der SOS GERASJUTA Stiftung, an diesem kleinen, der Willkür des Schicksals preisgegebenen Menschen sehr viel. Wir wären sehr glücklich, wenn Sie, liebe Gönnerinnen und Gönner, mittels Ihrer Spende Elisaveta Krasnova helfen, ihren schwierigen Überlebenskampf zu gewinnen!




Elisaveta Krasnova

geb. 2004

   Mit einer ernsthaften Diagnose – einer chronischen Hepatitis – befindet sich Elisaveta schon mehr als ein Jahr lang in der Nikolajewer Regionalkinderklinik. Ihrer leiblichen Mutter wurde das Elternrecht entzogen. Bis Elisaveta 2011 adoptiert wurde, lebte sie in einem Kinderheim. Zwei Jahre später ging es ihr gesundheitlich nicht mehr gut. Über eine längere Zeit konnten die Ärzte keine richtige Diagnose stellen. Als die Adoptiveltern erfuhren, wie schwer das Mädchen krank ist, verzichteten sie auf es. Im Budget der Ukraine sind Ausgaben für kranke, allein gelassene Kinder nur in beschränktem Masse vorgesehen.
   Auf die Bitte der behandelnden Ärztin des Krankenhauses Lidia Sawertajlo an die Wohltäter aus der Schweiz hin wurde Elisaveta finanziell unterstützt und therapiert. Die Verwaltung des Kinderspitals ist für die teuren Arzneien für die Kranke sowie für die Möglichkeit, mit Elisaveta nach Kiew für die fachärztliche Beratung zu fahren, sehr dankbar.

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