«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Anna Prozenko

geb. 2016

und Sergej Jazenko

geb. 2017

 

   Anna und Sergej sind Schützlinge des Nikolajewer Kinderheims. Beide Kinder kommen aus zerrütteten Familien, die Eltern gaben sie im Heim ab. Sergejs Eltern konsumieren Alkohol und besuchen ihren Sohn nicht. Annas Mutter zeigte auch ihre Unverantwortlichkeit und meldete die Tochter im Waisenheim an. Gerade finden die Gerichtssitzungen statt, wo ihr das Elternrecht entzogen werden wird.
    Beide Kinder brauchen eine medikamentöse Behandlung und eine vitaminisierte Ernährung, denn Sergej hat ein offenes ovales Fenster im Herzen und Anna Gehirnstörungen und Stabsichtigkeit (Sehfehler) schwachen Grades.
   Die Heimverwaltung wendet sich an die Spender aus der Schweiz und bittet sie um Hilfe für diese Kids. Jede Förderung wäre für ihre glückliche und gesunde Zukunft nötig.

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Benachteiligten Kindern eine Chance geben

   Die Entwicklung von Kindern, die ausserhalb des allgemein bekannten warmen Familienkreises aufgewachsen sind, ist ein permanentes Thema in unserer Gesellschaft. Psychologen aus der ganzen Welt suchen nach Möglichkeiten, die Kindererziehung in Einrichtungen wie Waisenhäusern und Internaten zu verbessern. Die Aufmerksamkeit nicht nur von Wissenschaftlern, sondern auch von Politikern für die Erziehung der Waisen und abgewiesenen Kinder hat spürbar zugenommen. Aber Aufmerksamkeit allein kann leider die Probleme, gegen die kleine hilflose Waisen schon kämpfen müssen, nicht lösen. Nicht selten sind die Kinder krank und es ist höchst bitter, dass sie mit ihrem Leid alleine bleiben und die Erwachsenen, die ihnen normalerweise helfen müssten, nur ratlos die Arme ausbreiten. Liebe Leserinnen und Leser! Die Geschichte der zwei Zöglinge des Nikolajewer Kinderheimes - Anna Prozenko und Sergej Jazenko – illustriert ganz deutlich dieses soziale Drama in der heutigen Ukraine.

 

Die Heimkinder Anna Prozenko und Sergej Jazenko mit ihrer Erzieherin Anna Obichod

 

Sergej verbringt gerne Zeit im Spielzimmer, 2018

 

Was steht den Schützlingen des Heimes bevor?


   Das Entwicklungstempo von Familienkindern ist deutlich höher als das von ihren Gleichaltrigen in Waisenhäusern und Internaten. Dies zeigen nicht nur die nüchternen Statistiken, sondern lässt sich auch an Sergej Jazenko beweisen. Sergej (geb. 2017) wurde auf Wunsch seiner Eltern, die der zerstörerischen Alkoholsucht verfallen sind, im Nikolajewer Kinderheim abgegeben. Sie vernachlässigten die Gesundheit ihres Sohnes sowie die Änderungen in seinem emotionalen Zustand. Der Junge hat einen Herzfehler, nämlich den Vorhofseptumdefekt, und ein offenes ovales Fenster. Diese Störung führt zur Fehlfunktion des Herzens und der Lungen. Mittlerweile bekommt Sergej vollwertige Nahrung und eine physiotherapeutische Heilbehandlung, nämlich Massage und Gymnastik. Aber das ist längst nicht genug, um solch eine schwere Krankheit zu bekämpfen. Der Junge muss ständig von einem Kardiologen untersucht werden, dazu Vitamine und Mineralkomplexe, Arzneimittel für die zusätzliche Stärkung des Herzmuskels und Blutgerinnsel reduzierende Medikamente einnehmen, um Komplikationen zu verhindern.
   Am Anfang noch misstrauisch, wurde Sergej Schritt für Schritt offener und kommunikativer. Das Kind mag es, sich auf den Schoss der Erzieherinnen zu setzen und ihnen hingebungsvoll und liebevoll in die Augen zu schauen. „In solchen Momenten fühle ich höchste Verantwortung für dieses Kind. Es bekommt von mir, glaube ich, genau so viel Liebe und Zärtlichkeit wie meine eigenen Kinder. Eines bricht mir aber das Herz – im Schatten des Lebens geboren und dann abgewiesen, muss das Kind noch dazu körperlich leiden. Und wie schade ist es, dass es sich aufgrund der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse bei der Therapiefinanzierung auf niemanden verlassen kann…“, so die Erzieherin Anna Obichod.
   Auch Anna Prozenko (geb. 2016) wurde von ihrer Mutter, einer Person, die sie normalerweise erziehen und beschützen müsste, im Kinderheim abgegeben. Die Frau war von der Mutterschaft überfordert, noch bevor sie ihrer Tochter das Sprechen und Gehen beibringen konnte. Anna passt sich momentan ihrer neuen Umgebung an. Das Mädchen ist freundlich und offen. Das Spielzeug mit den anderen Kindern zu teilen, alle Nannys und Erzieherinnen Mami zu nennen und mit ihnen zu kuscheln – all das tut Anna. Mit erst zwei Jahren können die Kinder die wahre Sachlage noch nicht verstehen, sie schauen mit neugierigen Augen auf die Welt und brauchen nur wenig zum Glück – ein freundliches Lächeln, Sorge und Liebe. Das Mädchen kriegt das alles umfassend vom Team des Heimes und kann noch nicht verstehen, wie benachteiligt es gesundheitlich ist. Das arme Kind hat Hirnschäden und eine psychomotorische Entwicklungsverzögerung. Mit einem rechtzeitigen und gut geplanten Korrekturprogramm sowie medizinischer Behandlung ist es möglich, ihre Entwicklungsstörung teilweise oder sogar vollständig zu beseitigen. Jetzt muss sich Anna einer Sonographie unterziehen. Nur so sind die Ärzte über die Entwicklung ihres Gehirns voll im Bilde. Mit der Therapie muss so schnell wie möglich angefangen werden. Sein Ziel wäre es, die Funktionen des Gehirns und des Nervensystems zu schützen, zu adaptieren und zu regenerieren. Zusätzlich wurde bei Anna ein Sehfehler (Astigmatismus) diagnostiziert, der mit einer Verletzung der Augenform verbunden ist, weshalb das Mädchen sein Vermögen klar zu sehen verliert. Ohne Behandlung kann diese Krankheit zu einer Schielhaltung und zum Verlust der Sehkraft führen sowie häufige Kopf- und stechende Augenschmerzen verursachen.
   Die Verwaltung des Kinderheimes hat leider kein Geld, um den armen Kindern in Not zu helfen. Die Finanzierung des Heimes durch den Staat reicht nicht für die Rechnungen der Therapie, die die Kinder in Anspruch nehmen müssen.
   Das glücklichste und grösste Ereignis für die Heimkinder ist der Tag, an dem ein nettes Paar sie auf den Arm nimmt, ein schönes Kuscheltier reicht, auf die Wange küsst und sich aufgeregt vorstellt: „Schatzi, wir sind deine Mama und Papa, komm, wir gehen nach Hause!“ Ein schwerer Stein fällt in diesen Momenten vom Herz der Verwaltung, wissen sie doch: Ab jetzt ist das Kind in sicheren Händen und hat ein Ticket in ein Leben voller Liebe und Pflege gewonnen. Leider entscheiden sich nur wenige Familien für ein krankes Kind und nicht deswegen, weil sie zusätzliche Therapiekosten vermeiden möchten – der Grossteil der Bevölkerung der Ukraine balanciert schlicht an der Armutsgrenze und könnte die Behandlungskosten nicht tragen. So sind kranke Waisen leider ganz unten in der Liste derjenigen, die ein Kind adoptieren möchten.

 

Anna staunt über so viel Aufmerksamkeit, neulich

 

Die begeisterten Kinder lassen sich beim Spielen fotografieren, Aufnahme von heute

 

         Es gibt viele Projekte, die eine unaufschiebbare Finanzierung erfordern. Unser Hilfswerk und unser Nikolajewer Waisenheim sind uns einig – die Unterstützung abgewiesener kranker Kinder ist nicht nur eine edle Sache, sondern unser Beitrag für die Zukunft einer Stadt, eines Landes, der Welt. Liebe Spenderinnen und Spender! Wenn sich jeder von uns engagiert und sich an Annas und Sergejs Leben beteiligt, lohnt sich die Sache – die Kinder bekämen eine für sie einmalige Chance auf eine Zukunft voller Gesundheit, Liebe und Familienwärme!