«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Julia Skok

geb. 2015

Artem Griwzow

geb. 2016

 

   Julia Skok und Artem Griwzow wurden von ihren Eltern verleugnet und mussten deswegen ins Heim. Die Mütter besuchten ihre Kinder nur einmal und man hat sie nie mehr gesehen. Julia und Artem haben die gleichen gesundheitlichen Störungen – eine Verzögerung der psychomotorischen Entwicklung. Jetzt brauchen sie jede Menge Medikamente und Prozeduren sowie Massagen, Heilgymnastik und Hydrotherapie für die Besserung.
   Sie haben alle Chancen, gesund zu werden, sollten sie die entsprechende Therapie in Anspruch nehmen. Deshalb wenden sich die Mitarbeiter des Waisenhauses an die Schweizer Gönner in der Hoffnung auf Spenden, die das Leben von Julia und Artem verbessern können.

df    df

                                           

Schuldlos in einer negativen Situation

   Die Familie ist ein wichtiger sozialer Raum, der den Grundstein für das Leben jeder Persönlichkeit legt. Bietet die Familie kein angemessenes Umfeld, kann sich das Kind nicht vollwertig entwickeln. Ihre Rolle geht über die Sicherheit bzw. finanzielle Versorgung weit hinaus. Die Vermittlung von Werten ist hier von unglaublicher Bedeutung. Bekanntermassen treten die Eltern als Vorbilder für ihren Nachwuchs auf: Die Kinder schauen nicht nur das Verhalten der Erwachsenen ab, sondern kopieren auch im Nachhinein all das, was sie einst zu Hause erlebt haben. Die Beziehungen in der Familie prägen unser ganzes Leben, so die Psychologen. Deshalb soll der familiäre Kompass eine Orientierung geben und die richtigen Dinge beibringen. Leider zeigt die bittere Realität ein ganz anderes Bild: Nicht alle Eltern sind sich dessen bewusst, wie wichtig ihre Anwesenheit im Leben ihrer Kinder ist. Der Anteil der Waisen in Kinderheimen liegt laut Statistik bei 25 Prozent. Sprechen wir von solchen Kindern, so hat ihnen ihre eigene Familie die glückliche Kindheit geraubt. Die einen Eltern bringen ihre Kinder ins Heim, um unnötige Sorgen loszuwerden und ungestört ihren Süchten nachgehen zu können. Den anderen wird das Sorgerecht vom Jugendamt entzogen, weil die Kinder misshandelt oder vernachlässigt werden. Wo liegt die Schuld dieser Kinder, dass sie von klein auf so viel Leid ertragen müssen? Liebe Leserinnen und Leser, im Weiteren möchten wir näher auf die Geschichte der Zöglinge des Kinderheims in der südukrainischen Stadt Nikolajew Artem Griwzow und Julia Skok eingehen. Diese Kinder brauchen dringend unsere Hilfe.

Руслана и Эльдар на прогулке, 2016

Julia Skok lässt sich gerne fotografieren, Juli 2018

 

Эльдар и Руслана на природе, осень 2017

Artem Griwzow mit seinem Lieblingshasen

 

Einsam in den vier Wänden des Heimes

   Im Laufe seiner fast 100-jährigen Geschichte war das Kinderheim den Folgen aller Staats- und Wirtschaftskrisen ausgeliefert. Trotz aller Probleme betreiben die erfahrenen Erzieher ihre Arbeit nach wie vor mit grosser Hingabe. Die freundliche Atmosphäre in der Einrichtung kann jedoch nicht vergessen machen, dass es tausende traurige Schicksale gibt und jede Menge Kindertränen in diesen Wänden vergossen werden. Eine haarsträubende Tatsache: Waisen, deren Eltern gestorben sind, machen nur ein Viertel aller Heimkinder aus. Eine beträchtliche Zahl Kinder wurde von Müttern abgegeben. Einige Zöglinge verbleiben hier vorübergehend, bis ihre Eltern einen Weg aus der Klemme finden. Schwierige Umstände wie Armut oder Obdachlosigkeit zwingen solche Familien, die Verantwortung für ihre Kinder dem Staat zu überlassen. Bedauerlicherweise fallen sehr viele Kinder ihren Eltern zur Last. Deshalb wählen sie ein sorgenloses Leben, in dem die Kinderversorgung nicht mehr ganz oben auf der Prioritätenliste steht und schieben sie ohne jegliche Gewissensbisse ins Heim ab. ”Unlösbare Schwierigkeiten” wird das dann lapidar genannt.
   Julia Skok und Artem Griwzow gehören zu den Kindern, die ohne elterliche Liebe und Fürsorge im Heim aufwachsen müssen. Die gutherzigen Erzieher schenken ihnen viel Aufmerksamkeit, sind aber leider, obwohl sie das wollen, bei bestem Willen nicht in der Lage, das Universum namens Familie zu ersetzen. Die Hauptaufgabe der Mitarbeiter liegt darin, die tiefe Lücke bei der Entwicklung der Kinder zu füllen, damit diese mehr Chancen auf eine neue, liebende Familie bekommen. Küsse vor dem Schlafengehen, Kuchen am Wochenende, gemeinsames Kochen bzw. Shoppingbummeln sind wichtige Momente, die eine Familienatmosphäre kreieren. Diese aber sind in einem Heim nicht zu finden…

Süss und liebenswürdig, aber schon verraten

   Julia ist ein zweijähriges Mädchen aus einer Familie mit Mutter und Vater. Da eines Tages das Leben der Eltern aus der Bahn geriet, mussten sie die kleine Tochter ins Heim abgeben. Seit dem Sommer 2018 wird das Kind von Erziehern und Krankenschwestern rund um die Uhr betreut. Das Mädchen weist eine verzögerte psychische und sprachliche Entwicklung auf. Körperlich ist es auch nicht gesund: Julia hat ein Blutschwämmchen (Hämangiome) in der Wirbelsäule. Auch wenn dieser Tumor gutartig ist, besteht das Risiko, dass es beim Wachstum zu schwerwiegenden Folgen kommen kann - Rückenschmerzen, Darmstörungen, eine Ausdünnung des Knochens und sogar eine Wirbelsäulenfraktur, wenn der Rücken Belastungen ausgesetzt wird.
   Die Mutter brachte Artem im Winter 2017, als er kaum zwei Jahre alt war, ins Heim. Nach einiger Zeit liess die Frau den Jungen abmelden und holte ihn ab, weil sie ihn augenscheinlich selbst erziehen wollte. Letztendlich scheiterte dieser Versuch aber, darum musste Artem wieder zurück. Jetzt fühlt er sich unter Gleichaltrigen ganz gut. Man sieht aber, wie tief in seiner Seele die Sehnsucht nach der Mutter brennt. Das arme Kind hat dazu gesundheitliche Probleme, die eine ärztliche Behandlung erfordern. Auch Artem leidet an einer verzögerten sprachlichen Entwicklung. Diese Diagnose stellt keine Gefahr fürs Leben dar, kann aber zu häufigen Erkältungen, geringer körperlicher Ausdauer, plötzlicher Ohnmacht und zerebralen Durchblutungsstörungen führen. Artem ist auf die medikamentöse Therapie beim Kardiologen angewiesen. Der Arzt verordnete ihm vitaminisiertes Essen, um die körperliche Entwicklung zu fördern. So wie Artem braucht auch Julia ausgewogene Nahrung und eine Vitaminkur, die den wachsenden Körper mit den notwendigen Nährstoffen versorgt.
   Diese Kinder sind offenherzig. Haben sie bei jemandem Zuneigung geweckt, werden sie sofort überglücklich und ein wunderschönes Lächeln breitet sich über ihre Gesichter aus. Sie wissen jedoch noch nicht, was wirkliches Glück ist. Angst und Hunger sind für sie hingegen keine Worte, sondern dramatische Erfahrungen, die sie ungewollt sehr früh erduldet haben. Die Betreuer geben sich viel Mühe, damit die Spuren dieser negativen Erinnerungen möglichst schnell aus dem Gedächtnis der Kleinen verschwinden.

 

Пара влюбленных в канун Нового года, 2017

Julia und Artem im Spielzimmer

Эльдар в реанимации, сегодня

Julia Sazhyzkaja kümmert sich als Krankenschwester gerne um die Kinder, Sommer 2018

 

   Die Familien von Julia und Artem können ihren Pflichten aus objektiven Gründen nicht mehr nachkommen. Wer weiss, was mit den beiden heute wäre, hätten die Eltern sie nicht ins Heim gebracht. Wahrscheinlich war das die beste Lösung in ihrer Situation. Diese Kinder haben jetzt stabile Lebensverhältnisse. Es gibt jedoch gewisse Herausforderungen rund um ihre Gesundheit, die die Heimleitung wegen knapper Finanzen selbständig nicht meistern kann. Deshalb brauchen diese Kinder finanzielle Unterstützung. Liebe Spenderinnen und Spender, wenn das Schicksal von Julia und Artem Sie berührt hat, ziehen Sie bitte die Möglichkeit in Betracht, ihnen zu helfen. Zusammen sind wir stark genug, alle Hindernisse aus ihrem Weg zu räumen und das Leben dieser Heimkinder ein bisschen sonniger zu gestalten!