«Werden Sie zum Lebensretter

und auch Ihr Leben wird dadurch

sinnvoller und reicher»

                                                                  Sergej Gerasjuta   






Anna Torkaenko

geb. 2016

Michail Fediw

geb. 2017

 

   Anna und Michail sind Zöglinge eines Nikolajewer Kinderheimes, die in Problemfamilien geboren sind. Ihren Eltern wurde das Sorgerecht entzogen. Anna und Michail sind aktive Kinder, sie amüsieren sich gerne, lesen, spielen Logikspiele und sehen sich Bilder mit kindlichem Blick an. Die Kinder sind offen und mildherzig.
   Anna und Michail sind gesundheitlich schwach und leiden dazu an einer Verzögerung der psychosprachlichen Entwicklung. Sie müssen bei Logopäden und Sonderschullehrern untersucht werden und brauchen jede Menge Medikamente für die Stimulierung der Hirnaktivität, die Verbesserung der Erinnerungsfähigkeit und die Bildungsfähigkeit. Ihre Erzieherin Oxana Leschtschukowa bittet Schweizer Gönner um jede mögliche Hilfe für diese Schützlinge.

df    dfdf

                                           

Glücklose Kinder müssen eine Chance haben

  Die karitative Arbeit des Teams der SOS GERASJUTA Stiftung ist meistens ganz schön nervenaufreibend. Die Mitarbeiter besuchen täglich Anstalten, wo Verzweiflung, Schmerz und manchmal gar ein Todeshauch herrschen. Grossenteils sind das die Krankenhäuser (insbesondere deren Intensivstationen), Alters- und Obdachlosenheime. Aber nirgendwo sonst fällt es einem so schwer, die Emotionen in den Griff zu bekommen wie beim Besuch eines Waisenhauses, dessen Schützlinge seit ihren ersten Lebensjahren alles andere als Glückspilze sind. Kinder sind auf ganz natürliche Weise die letzten Optimisten auf der Welt, sie zeigen sich bereit, alles und alle auch unter Umständen zu lieben, die für einen Erwachsenen längst unerträglich scheinen. Dabei repräsentieren sie die schutzloseste Bevölkerungsschicht. Wenn Eltern aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen, müssen diese ins Heim. Die Erzieher und erfahrenen Pädagogen tun ihr Bestes, um die Lücken in der Liebe und sozialen Integration dieser kleinen Menschen zu schliessen, aber aufgrund der miserablen Finanzierung durch den Staat sind sie bei der erfolgreichen Versorgung der Schützlinge so gut wie machtlos. Liebe Damen und Herren, dieser Artikel schildert eine lesenswerte Lebensgeschichte der zwei verlassenen Kinder des Nikolajewer Waisenheims Michail Fediw und Anna Torkaenko. Die beiden brauchen unsere Aufmerksamkeit und Hilfe.

Руслана и Эльдар на прогулке, 2016

Michail Fediw verbringt Zeit im Spielzimmer, Frühling 2019

 

Эльдар и Руслана на природе, осень 2017

Anna Torkaenko lässt sich gerne fotografieren, Frühling 2019

 

Die Heilkraft der Liebe

   Die Eltern sind, auch wenn sie alles andere als makellos sind, schwer zu ersetzen. Noch im Mutterleib entsteht eine Bindung zwischen der Mutter und ihrer Frucht. Das Ungeborene mag ihre Hände, die den Bauch liebevoll streicheln, ihre sanfte Stimme, die täglich zu ihm spricht. Dieses Phänomen haben die Wissenschaftler längst bewiesen. Frühgeborene Kinder nehmen bei ständigem Körperkontakt mit der Mutter schneller zu und werden eher aus der Entbindungsklinik entlassen. Erklärt wird diese interessante Tatsache dadurch, dass ein Kind nach der Geburt eine für sich ganz neue und fremde Umgebung entdeckt. Bekannt und vertraut bleiben nur die Stimme und die Zärtlichkeit der Mutter. Die sind genauso wichtig für den Säugling wie das Essen. Deswegen ist Gleichgültigkeit der Eltern nicht nur für die Persönlichkeit, sondern auch für die Gesundheit des Babys zerstörerisch.
   Die Hauptfiguren unseres Artikels – Anna und Michail – sind benachteiligt und weisen beide psychomotorische Entwicklungsstörungen auf. Sie wurzeln nicht in angeborenen Anomalien, sondern im nachlässigen Verhalten seitens der Eltern. Die Gründe, aus welchen die Erzeuger im Leben eines Kindes ihre Hauptrolle so geistlos spielen, können unterschiedlich sein. Meistens zeigt sich jedoch eine negative Tendenz in sozial gescheiterten Familien. Das Elend und die anderen scheinbar unlösbaren Probleme bringen sie allmählich dazu, ihre Ratlosigkeit im Alkohol zu ertränken oder in einer anders geprägten unangebrachten Lebensweise Zuflucht zu finden. In solch einem Fall wird ein Kind zum Opfer der Verzweiflung oder Amoralität seiner Lebensgeber.

Der Liebe und des Schutzes beraubt

   Ausgerechnet die Vernachlässigung durch ihre Eltern brachte die kleinen Michail und Anna ins Nikolajewer Waisenheim. Dessen Fachkräfte (Ärzte, Psychologen und Erzieher) probieren zahlreiche Methoden aus, um den kleinen Seelen das Gefühl zu verleihen, sie seien erwünschte Gäste auf dieser Welt mit denselben Rechten wie die anderen. Lächeln, Tanzen, Umarmen, regelmässige, wenn auch schlichte Ernährung – all das kriegen die Heimkinder im Übermass. Die nachhaltigen Schatten der Vergangenheitstraumen lassen sich aber nicht so leicht von ihren Gesichtern vertreiben. Gibt es etwas, das ihre körperlichen und seelischen Wunden heilen könnte?
   Michail Fediw wurde 2017 in einem der Dörfer der Nikolajewer Region geboren. Das Kind stellte eine Bürde für seine Eltern dar und wurde malträtiert. Nicht gleichgültige Dorfbewohner konnten das Leiden des Babys nicht mitansehen und alarmierten das Kinderamt. Sein neues Zuhause hat Michail im Kinderheim wiedergefunden, welches er mit mehreren anderen Jungs und Mädchen teilt. Trotz seines sehr jungen Alters hat er seine Eltern scheinbar nicht vergessen und jedes Mal, wenn er jemanden hinter der Tür gehen hört, hofft der Kleine, seine Nächsten zu sehen. Mehrmals war eine Erzieherin Augenzeugin von Szenen, in denen der Bub beim Spaziergang verharrte und weit in die Ferne blickte oder drinnen ganz träumerisch durch das Fenster schaute. Eine starke Sehnsucht nach Eltern ist darin abzulesen. Und wenn nicht nach den biologischen, so doch nach welchen, die ihn lieben und umsorgen würden.
Man sagt, wenn ein Mensch geboren wird, erscheint noch ein Stern am Himmel. Der von Anna Torkaenko glänzt seit 2016. Das so niedliche, süsse Mädchen war ganz fremd in ihrem Elternhaus. Die Mutter konsumierte in   Unmengen Alkohol, so dass bald die Elternrechte entzogen wurden. Vielleicht seitdem wurzelte in Annas braunen Augen eine für ein Kind viel zu reife Schwermut. Kommt aber eine Erzieherin herein, verwandelt sich sofort ihr Gesichtchen und es breitet sich darauf ein glückliches Lächeln aus. Die fehlende Mutterwärme fällt bei Anna so sehr auf…
   Anna und Michail verdienen ein besseres Leben mit liebenden, fürsorglichen Eltern. Potenzielle Adoptiveltern entscheiden sich nicht so gerne für kranke Kinder. Also sind die Chancen unserer Helden auf eine glückliche Familie leider vorerst nicht sehr gut. Die Lage könnte man dann ändern, wenn sie mit effizienten Medikamenten für die Gehirnfunktion und mit Vitaminen versorgt würden.
   Es gibt eine alte Geschichte, die die ganze Wichtigkeit von Hilfe offenbart. Bei einer Flut wurden einmal mehrere Seesterne an die Küste gespült. Nach der Ebbe blieben sie der Sonne ausgeliefert auf dem Sand liegen. Ein kleiner Junge warf sie wieder ins Wasser, um sie nicht sterben zu lassen. Jemand sagte ihm, er mache eine Dummheit, weil so viele Sterne da lägen und es einfach unmöglich sei, sie alle zu retten. Der kluge Junge erwiderte, er wisse, dass er nicht alle retten könne, aber einige schon. Es steht nicht in unserer Macht, allen armen Kindern weltweit zu helfen, unser Engagement Anna und Michail gegenüber kann aber wirklich rettend sein.

 

Пара влюбленных в канун Нового года, 2017

Michail und Anna spielen zusammen, vor kurzem

Эльдар в реанимации, сегодня

Die Kinder mit der lieben Heimerzieherin, vor kurzem

  Liebe Leserinnen und Leser! Im Rahmen der Ostern-Spendenaktion bitten wir Sie höflich um Spenden für Anna und Michail. Schon am Anfang ihres Lebens stiessen die beiden gegen eine Wand von Schwierigkeiten, die sie alleine nicht überwinden können. Bei einem besseren Gesundheitszustand bekämen sie eine Chance auf eine glückliche Zukunft.