Jewgenij Belokon

geb. 1988

Jewgenij wohnt mit Mutter Natalja bei seiner Grossmutter am Stadtrand von Nikolajew. Er legt viel Wert auf einen gesunden Lebensstil und treibt Sport. Um sein Studium an der Universität zu finanzieren, arbeitete er als Verkäufer in einem Spielzeugladen. Als Jewgenij eines Abends auf dem Heimweg von der Arbeit war, wurde er bei einem Raubüberfall brutal niedergeschlagen. Der junge Mann trug ein schweres Schädelhirntrauma und eine Gehirnerschütterung davon und lag danach während mehreren Wochen auf der Intensivstation im Koma. Sein Zustand war kritisch, er brauchte dringend Medikamente, Therapien und Bluttransfusionen. Das kostete aber sehr viel Geld und seine Mutter konnte nicht dafür aufkommen. Natalja ist seit langem geschieden und hat ihr ganzes Leben ihrem einzigen Sohn gewidmet. Die Frau ist als Verkäuferin in einer Papeterie tätig und mit ihrem Lohn könnte sie nicht einmal einen Teil der Behandlung decken. Die Rente von Jewgenijs Grossmutter Tamara reicht ihr gerade für das Nötigste. Jewgenij hat keine Verwandten, die ihm finanziell helfen könnten.

Durch die von gutherzigen Menschen aus der Schweiz erhaltene Spende wurde Jewgenij gerettet. Der junge Mann kam zu sich und im Verlauf von einigen Monaten kehrte sein Gedächtnis zurück. Er musste alles, was er von früher kannte, wieder neu lernen und kurz im Gedächtnis auffrischen. Jewgenij war nach dem Koma sehr abgemagert und brauchte eine anständige Ernährung. Seine Mutter Natalja und Oma Tamara taten alles, damit er wieder sein normales Gewicht zurückbekam. Jetzt geht es ihm wieder besser, obwohl die Spuren des schweren Hirntraumas immer noch bemerkbar sind. Jewgenij spricht etwas langsamer als früher und hinkt auch leicht. Und eine Narbe an seinem Kopf erinnert immer wieder an das schreckliche Unglück. Der junge Mann geht wieder zur Arbeit und gewöhnt sich allmählich an die Gesellschaft.