Vadim Dolganjuk

geb. 1990

Seit der Geburt wohnt Vadim Dolganjuk bei seiner Tante Natalja und ihrem Sohn Andrej in einer winzigen Wohnung. Den Vater hat er nie gekannt. Seine Mama Tatjana ist alkoholabhängig. Diese Abhängigkeit ruinierte ihr Leben. Sie wohnt mit ihrer Grossmutter in einem alten, halb zerfallenen Häuschen ohne Heizung, ohne Gas und ohne Elektrizität. Oma ist psychisch krank. Sie ist nicht im Stande, ein normales menschenwürdiges Leben zu führen. Sie kocht sich kein Essen mehr und ernährt sich meistens davon, was sie gerade auf der Strasse oder in einer Mülltonne findet. Oft besucht Vadim die beiden und bringt ihnen etwas zum Essen mit.

Tante Natalja erzog Vadim wie ihr eigenes Kind. Er wuchs gemeinsam mit seinem Vetter Andrej auf. Der Gesundheitszustand seines Cousins ist aber beunruhigend: Ständige Erkältungen und Bronchitis lassen ihm keine Ruhe.

Ihre Behausung ist sehr alt und braucht dringend eine Renovierung. Doch dazu reicht das Familienbudget leider nicht. Seine Tante verdient als Verkäuferin sehr wenig. Als alleinerziehende Mutter erhält sie zwar einen Zustupf, dieser reicht jedoch nur fürs Nötigste.

Seine harte Lebensschule lehrnte ihn, dass man körperlich, wie auch psychisch, stark sein muss, um im Leben Erfolge zu erzielen. Deshalb hat er Sport als seine Leidenschaft gewählt: Nach den Schularbeiten wendet Vadim sich dem Kampfsport zu. Ausserdem besucht er zweimal pro Woche die Seefahrtsschule. Er ist bereits im letzten Schuljahr. Danach möchte er in die Armee einberufen sein. Es ist sein Traum, Offizier der Luftstreitkräfte zu werden und seine Pflicht vor der Heimat zu erfüllen.