Seitensprung:

Die Schweizer gehen fremd

3„Der Mensch schwankt zwischen Sicherheit und Abenteuer“, erzählte mein Soziologieprofessor bei einer Vorlesung. Er hat recht: Erst suchen wir die wahre Liebe. Wenn wir sie gefunden haben, sind wir überglücklich und heiraten. Doch irgendwann gewöhnen wir uns an unser Glück. Die Folge: Es wird langweilig. Die Lust auf Abenteuer packt uns…
Jeder zweite Schweizer ist untreu, jede dritte Schweizerin betrügt ihren Partner – das besagen die Ergebnisse einer rezenten Umfrage. Kein Wunder, dass Seitensprung-Agenturen boomen. Zum Schlagwort Seitensprung bietet das Internet über 3,8 Millionen Einträge! Da ist alles zu finden: vom erotischen Abenteuer über noch heute Sex bis hin zum sicheren Seitensprung.
Die Umfrage-Ergebnisse haben zu heftigen Diskussionen geführt. In einem Blog äussert sich Amanda aus Luzern: „Ich liebe meinen Freund seit vielen Jahren. Auch im Bett läuft es tiptop. Alles perfekt. Aber trotzdem gehe ich fremd. Regelmässig und mit Genuss. Danach fühle ich mich glücklich und ausgeglichen.“ Sie ist nicht die Einzige.
Sexual-Therapeuten finden einen Flirt etwas ganz Normales: Menschen brauchen Bestätigung - nicht nur vom eigenen Partner. Gerade ein Kompliment von einem Fremden gibt Zuversicht in die eigene Attraktivität. Ob es bei einem Lächeln und freundlichen Worten bleibt oder ob die Bekanntschaft im Bett endet, hängt von den eigenen Hemmschwellen ab.
Versuchung mit bitterem Nachgeschmack? An vielen nagt nach einem Liebesabenteuer die Reue. Doch ihr schlechtes Gewissen müssen sie vor dem Partner verbergen. Denn, laut Experten, führt ein Geständnis in der Regel zum Ende der Beziehung.

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