Ist das Rauchen einer Wasserpfeife schädlicher als Zigaretten - Rauchen?

Die Wasserpfeife gilt als eine harmlose Alternative zur Zigarette. Doch diese Annahme ist falsch, wie erste wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen haben.

Die Wasserpfeife ist zusammengesetzt  aus Glasgefäss, Rauchsäule, Tonkopf, Schlauch und Mundstück. Das Glasgefäss wird teilweise mit Wasser gefüllt.

Irrtümlicherweise wird das Rauchen einer Wasserpfeife öfters als eine sichere Alternative zum Zigarettenrauchen betrachtet. Für diese Ansicht fehlen jedoch wissenschaftliche Beweise.

Im Gegenteil, erste Forschungsresultate widerlegen die Annahme, das Wasser würde die Schadstoffe des Tabakrauchs herausfiltern:
• Der Kohlenmonoxidgehalt im Tabakrauch von Wasserpfeifen ist mindestens so hoch wie im Tabakrauch von Zigaretten. Raucht eine Frau während der Schwangerschaft Wasserpfeifen, erhöht die Belastung durch Kohlenmonoxid das Risiko, dass das Kind mit einem tieferen Körpergewicht, schlechteren Reaktionen (gemäss Apgar-Schema) und Atembeschwerden geboren wird.
• Der Tabakrauch einer einzigen Wasserpfeife enthält normalerweise ebenso viel Teer wie der Tabakrauch eines ganzen Päckchens Zigaretten. Teerstoffe verursachen Krebs. Doch verbrennt der Tabak auf einer Wasserpfeife bei rund halb so hoher Temperatur als in einer Zigarette (450 Grad gegenüber 900 Grad Celsius). Deshalb sind die Teerstoffe aus einer Wasserpfeife vermutlich weniger krebserregend als diejenigen aus einer Zigarette.
• Das Rauchen von Wasserpfeifen liefert ungefähr dieselbe Menge Nikotin wie das  Zigarettenrauchen.  Folglich kann auch die Wasserpfeife zur Nikotinsucht führen.
• Wer eine Wasserpfeife konsumiert, nimmt zudem verschiedene Schwermetalle auf, unter anderem Kadmium.
• Ferner besteht beim gemeinsamen Rauchen einer Wasserpfeife mit anderen Menschen die Gefahr der Übertragung von Herpes- und Hepatitisviren sowie von Tuberkulosebakterien, falls das Mundstück nicht jedes Mal ausgewechselt wird.

Die Wasserpfeife – eine Modeerscheinung?

Das Wasserpfeifenrauchen stammt aus dem Mittleren Osten und war  früher  unter  Männern  sehr beliebt. Diese trafen sich in Kaffeehäusern und rauchten im Kreis von Freunden eine Wasserpfeife. In dieser Tradition verwendete man nicht aromatisierten Tabak. Zu neuer Beliebtheit kam die Wasserpfeife im Mittleren Osten und in Nordafrika während der 1990er Jahre, als neu aromatisierte Tabakmischungen auf dem Markt erschienen. Auch in anderen Regionen ist das Wasserpfeifenrauchen, besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, populär geworden, unter anderem in den USA, aber auch in der Schweiz.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist sich sicher: Das Rauchen einer Wasserpfeife - das so genannte Schischa-Rauchen - schadet der Gesundheit mehr als eine Zigarette. Die Mengen an Teer, Kohlenmonoxid sowie anderer Schadstoffe, die man dabei zu sich nimmt, seien sogar höher als bei einer filterlosen(!) Zigarette, zeigten erste Studien. Im Rauch von Wasserpfeifen wurden außerdem krebsauslösende Substanzen wie Arsen, Chrom und Nickel in hohen Konzentrationen nachgewiesen. Nach langjährigem Wasserpfeifenkonsum wurden unter anderem Verschlechterungen der Lungenfunktion und ein erhöhtes Risiko für Tumorerkrankungen beobachtet.  Doch damit nicht genug: Das gemeinsame Benutzen des Mundstücks berge noch das Risiko, sich mit Krankheiten anzustecken. Die Wasserpfeife gilt somit irrtümlicherweise als harmlos und ist eigentlich ein ziemlich harter Tobak für die Lunge.            

Testergebnisse

So berichtete etwa das Schweizer Fernsehkonsumentenmagazin “Kassensturz“ über im kantonalen Labor Waadt gemachte Analysen von Wasserpfeifentabak, wonach eine Portion davon etwa 10 mittelstarken Zigaretten entspricht, 242 mg Teer und 2,1 mg Nikotin enthält. Dazu passt auch der Vergleich, den das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung zwischen den Inhalten im Rauch von Zigaretten und aus einer Wasserpfeife anstellte und zum Ergebnis kam: Der Rauch der Wasserpfeife enthält mehr Schwermetalle wie Kobalt und Chrom. Auch der Bleigehalt ist wesentlich höher. Bis zu zehn Mal mehr als im Rauch der Zigarette.