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Sitzungsbericht über das Treffen zwischen der SOS GERASJUTA Stiftung und der ZEWO am 25. August 2009

Am 25. August 2009 um 16.00 Uhr hat ein Treffen zwischen den Vertretern der Stiftung ZEWO und der SOS GERASJUTA Stiftung in einem Büro der ZEWO an der Lägernstrasse 27, 8027 Zürich stattgefunden.
An der Sitzung haben folgende Personen teilgenommen: Von der ZEWO die Geschäftsleiterin Frau Dr. Martina Ziegerer und ein Mitarbeiter des Fachbereichs Gütesiegel, Herr Silvio Foscan, von der SOS GERASJUTA Stiftung war Herr Sergej Gerasjuta, Präsident des Stiftungsrates, anwesend.
Ziel des von Herrn Gerasjuta initiierten Gesprächs: Knüpfen von persönlichen Kontakten zur gemeinsamen Verständigung und zur Schaffung einer Vertrauensbasis, Annäherung der gegenseitigen Vorstellungen über die karitative Tätigkeit im Allgemeinen, Intensivierung des Informationsaustausches. 

Am Anfang begrüssten sich die Parteien. Herr S. Gerasjuta zeigte sich erfreut, dass die beiden Organisationen nach langjährigen Differenzen an einem Verhandlungstisch zusammengekommen sind und in ihren gegenseitigen Beziehungen ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Bei der Sitzung sind folgende Themen zum Gespräch gekommen:

- Verbesserungen bei der Sammelmethode
- Koordination der Spendensammlungen
- Präsentation der Hilfsprojekte
- Festlegung des Termins für die Einreichung des Gütesiegelgesuches
- Allgemeine organisatorische und strukturelle Fragen

Verbesserungen bei der Sammelmethode
Die Spendensammelmethode mit den handschriftlichen Bittanfragen bezeichnete die ZEWO als zu aufdringlich und zu emotional. Die Erfahrung zeigt, dass es bei jedem Spendenaufruf, egal von welchem Hilfswerk, Befürworter und Kritiker gibt. Beschwerden gibt es vor allem bei grossflächigen Kampagnen zur Akquisition von neuen Spendern.
Bei SOS-Gerasjuta-Sammlungen nehmen die Beschwerden wegen der persönlichen Briefe jeweils ein grösseres Ausmass an und die hervorgerufene Verunsicherung über solch neuartige, unkonventionelle Anfragen ist selbstverständlich. Zur Linderung des Wirbels unter der Bevölkerung hat Herr S. Gerasjuta den Vorschlag gemacht, die Sammelunterlagen für Neukunden (Streusammlungen) so zu gestalten, dass die Auskunft über das Hilfswerk und seine Projekte anschaulicher in den Vordergrund gestellt und die Emotionalität in den persönlichen Briefen und Bildern mit weniger drastischem Inhalt abgeschwächt wird.  

Koordination der Spendensammlungen
Die ZEWO koordiniert die Sammlungstermine der grossen Hilfswerke, welche national bzw. überregional Kampagnen durchführen. Herr S. Foscan präzisierte, diese Regelung gelte nur für die Gütesiegelträger und betreffe daher die SOS GERASJUTA Stiftung nicht. Frau Dr. M. Ziegerer fügte hinzu, es wäre trotzdem von Nutzen für die SOS Gerasjuta Stiftung, die Termintabelle zu berücksichtigen, damit sich die Sammlungen nicht mit Kampagnen anderer Hilfswerke überschneiden. Herr S. Gerasjuta bot an, die ZEWO vor dem Start einer grossen Spendensammlung über den Termin und die Form zu informieren, damit sich diese frühzeitig vorbereiten kann und unangenehme Überraschungsmomente vermieden werden können.

Präsentation der Hilfsprojekte
Eine Direkthilfe in Form einer dauernden Unterstützung führt zur moralischen und finanziellen Abhängigkeit und hat einen Motivationsverlust und am Schluss die Abwertung der betreffenden Person zur Folge. Darum haben die beiden Parteien übereinstimmig die Wichtigkeit einer karitativen Tätigkeit im Rahmen eines ganzheitlichen Projektes unterstrichen. Herr S. Gerasjuta hat die neu ausgearbeiteten Hauptrichtungen der SOS GERASJUTA Stiftung mündlich erläutert:
1. Projekt „Mittellose Kranke“ (Finanzierung von unaufschiebbaren medizinischen Behandlungen)
2. Jugendprojekt (Förderung der Ausbildung und soziale Besserstellung im beruflichen Leben von Jugendlichen aus verarmten Familien)
3. Projekt „Waisen-Hilfe“ (Schutzmassnahmen zur Erlangung des dringlichen Bedarfs unter Verwaisten, Strassenkindern und Obdachlosen)
Es wurde vermerkt, dass die persönliche Unterstützung nur während der akuten Bedürftigkeitsphase als Notmassnahme geleistet wird und der Hilfsempfänger danach wieder als unabhängige Person ins gesellschaftliche Leben integriert werden soll.

Festlegung des Termins für die Einreichung des Gütesiegelgesuches
Herr S. Foscan erklärte, der frühstmögliche Termin für die Einreichung eines Gütesiegelgesuches ist zwei Jahre nach der Stiftungsgründung. Für die SOS GERASJUTA Stiftung wäre das der 3. Juni 2011. Momentan erfüllt die SOS-Gerasjuta Stiftung die Kriterien der ZEWO noch nicht. Wichtige Unterlagen wie z.B. ein Jahresabschluss nach Swiss GAAP FER liegen wegen der Neugründung noch nicht vor und die Steuerbefreiung der Stiftung fehlt. Beide Seiten einigten sich darauf, mit den Vorbereitungen für ein Gesuch (genaue Zertifizierungskonditionen, zusätzliche Auflagen, Dokumentationen usw.) ein halbes Jahr vorher zu beginnen.

Allgemeine organisatorische und strukturelle Fragen
Frau M. Ziegerer erkundigte sich, wieweit man mit der Löschung der beiden Einzelfirmen und mit der Steuerbefreiung fortgeschritten sei und bemerkte ferner, dass bei wichtigen Beschlüssen und Entscheidungen finanzieller und materieller Art (z. B. Einloggen ins Internetbanking usw.) eine kollektive Zeichnungsberechtigung vorhanden sein muss.
Herr S. Foscan fügte hinzu, dass die Gewaltentrennung zwischen dem leitenden Organ (Stiftungsrat) und der Geschäftsleitung eine unabdingbare Voraussetzung für die Erfüllung der ZEWO-Vorschriften sei.

Auskunftserteilung
Herr S. Gerasjuta fragte, wie ab jetzt die Auskünfte über die SOS GERASJUTA Stiftung seitens der ZEWO an die Öffentlichkeit erteilt werden. Die Antwort: Über nicht zertifizierte Organisationen erteilt die ZEWO zurzeit nur Auskunft, wenn sie danach gefragt wird. Über die SOS GERASJUTA Stiftung wird anhand der vorhandenen Fakten neutral informiert.

Herr S. Gerasjuta berichtete von der Auswahl des staatlich zugelassenen Revisors Schmitt Treuhand sowie über die Organisation der Buchführung im Betrieb und die geplante jährliche Prüfung nach dem empfohlenen Standard „SWISS GAAP FER 21“. Seine Rolle als Präsident des Stiftungsrates und gleichzeitig als Geschäftsführer rechtfertigte er damit, dass sich die Stiftung im Moment keine zusätzlich bezahlte Direktionsstelle leisten kann und keine geeignete Person für die Leitung des Stiftungsrates vorhanden sei. Die erwähnten Bemerkungen wären aber ein natürlicher Bestandteil beim Aufbau eines karitativen Werkes und würden im Laufe der Arbeit vollständig berücksichtigt.

Am Schluss bedankte sich Herr S. Gerasjuta bei Frau Dr. Ziegerer und Herrn S. Foscan für ihre Bereitschaft, ihm bei Fragen beratend zur Seite zu stehen, und äusserte sich zuversichtlich, in Zukunft positive und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen zu können.

Die Vertreter der beiden Stiftungen haben sich freundlich verabschiedet.

Dieser Sitzungsbericht wurde der Stiftung ZEWO zur Durchsicht zugestellt. Ihre Anmerkungen wurden berücksichtigt.

 

SOS GERASJUTA Stiftung

 

Sergej Gerasjuta
Präsident des Stiftungsrates